Es kriselt gewaltig im Schützengraben von Electronic Arts. Was einst als glorreiche Rückkehr des Königs der Multiplayer-Shooter gefeiert wurde, entwickelt sich zusehends zu einem Desaster der PR-Geschichte. Die anfängliche Euphorie ist verflogen, der Rauch hat sich verzogen, und was übrig bleibt, ist eine ernüchternde Realität: Battlefield 6 blutet aus. Die Steam-Charts, jener unbestechliche Gradmesser für den Gesundheitszustand eines Spiels, zeigen eine besorgniserregende Talfahrt an. Erstmals in seiner noch jungen Laufbahn ist die Zahl der gleichzeitigen Spieler unter die psychologisch wichtige Marke von 100.000 gefallen.
Der tiefe Fall unter die magische Grenze
Laut den Daten von SteamDB markierte der Zähler in den letzten 24 Stunden einen Tiefststand von exakt 94.088 Nutzern. Natürlich bedeutet dies noch nicht den sofortigen Tod des Titels – gerade über die Feiertage sind Schwankungen normal und die Konsolenspieler bilden weiterhin ein starkes Rückgrat. Dennoch ist dieser statistische Aderlass symptomatisch für eine tiefgreifende Unzufriedenheit. Wenn ein Blockbuster-Titel nur noch rund 16 Prozent seiner ursprünglichen Spitzenwerte halten kann, brennt sprichwörtlich der Dachstuhl.
Der Grund für diesen Exodus liegt nicht in einer allgemeinen Shooter-Müdigkeit, sondern in handfesten technischen Mängeln, die die Geduld der Community überstrapazieren. Ein Blick in die Rezensionen gleicht einem Gang durch ein Lazarett voller enttäuschter Veteranen. Auf Steam dümpelt die Bewertung bei einem „Ausgeglichen“, wobei in jüngster Zeit gerade einmal 53 Prozent der über 17.000 neuen Reviews einen Daumen nach oben geben.
Eine „toxische Beziehung“ mit den Fans
Die Kritikpunkte sind so vielfältig wie gravierend. Es geht nicht nur um die aggressive Monetarisierung, die vielen sauer aufstößt. Viel schwerwiegender wiegen die technischen Unzulänglichkeiten: Ein Netcode, der eher an ein Glücksspiel erinnert, fehlende persistente Server und Updates, die oft mehr kaputt machen als sie reparieren.
„Wie kann man solche Updates an zahlende Kunden ausliefern? Gibt es bei DICE überhaupt noch eine Qualitätssicherung?“, fragt ein frustrierter Nutzer. Ein anderer beschreibt seine Erfahrung treffend als „toxische Beziehung“, die er beenden werde, wenn sich nichts ändert. Trotz Lob für das eigentliche Gameplay sorgen kaputte Hit-Registration und KI-generierte Inhalte für Kopfschütteln. Auch das Fehlen von Seeschlachten und die kleinen Karten im Conquest-Modus – Features, die im Free-to-Play-Konkurrenten RedSec vorhanden sind – gießen weiter Öl ins Feuer.
Profiteur der Krise: ARC Raiders übernimmt
Während DICE sich in Schweigen hüllt und seit dem letzten Update im Dezember 2025 keine Roadmap für das neue Jahr vorgelegt hat, wandern die Spieler ab. Der große Gewinner dieser Misere scheint ARC Raiders zu sein. Der Titel stillt offenbar genau jenen Hunger nach taktischer Multiplayer-Action, den Battlefield aktuell nicht befriedigen kann, und feierte erst kürzlich beeindruckende 12 Millionen Verkäufe.
Battlefield 6