Hitlers Hyänen sind die Art von Bösewicht, die man in einem Actionspiel erwartet: eine berüchtigte Nazi-Einheit, deren Grausamkeit ganz Europa in Angst und Schrecken versetzte. ProbablyMonsters hat sie jetzt im neuen Trailer zu Nekome: Nazi Hunter enthüllt – und zeigt damit gleichzeitig, worum es in diesem Spiel wirklich geht: nicht um große Schlachten, sondern um einen jungen Rom, der einen Rachefeldzug gegen die Mörder seiner Familie führt. Ab dem 19. Oktober könnt ihr das selbst ausprobieren, denn zum Steam Next Fest erscheint eine kostenlose Demo auf dem PC.
Hitlers Hyänen jagen eine ganz eigene Brut
Vano Nastasu ist kein Supersoldat, kein Elite-Kommando, kein strahlender Held. Er ist ein junger Rom, dem alles genommen wurde – seine Familie, sein Zuhause, seine Zukunft. Das ist der Kern der Geschichte, die Game Director Jeronimo Barrera erzählen will: „Nekome ist Vanos Geschichte: die Geschichte eines jungen Mannes, dem alles genommen wurde und der beschließt, zum Messer zu greifen und Rache an den Mördern seiner Familie zu nehmen.“ Wer hier einen weiteren stumpfen Nazi-Shooter erwartet, liegt falsch. Das Spiel soll die Perspektive einer Gemeinschaft zeigen, die im Zweiten Weltkrieg systematisch verfolgt und ermordet wurde – ein Kapitel, das in Games bis heute kaum Beachtung findet.
Die Hyänen sind dabei keine austauschbaren Gegner. Jeder von ihnen verkörpert eine eigene Form des Bösen, eine eigene Grausamkeit. Barrera beschreibt sie als Gegner, die Vano auf seinem Weg vom Gejagten zum Jäger vor jeweils neue Herausforderungen stellen. Das klingt nach mehr als nach dem üblichen Boss-Rush – es klingt nach einem Spiel, das seine Antagonisten ernst nimmt. Ob es das tatsächlich einlöst, wird sich zeigen, aber die Ambition ist erkennbar.
Spannender als die Frage, wer die Bösewichte sind, ist ohnehin, wie man sie jagt. Im Zentrum stehen zwei Systeme, die zusammen ein ungewöhnliches Kampfgefühl erzeugen sollen. Das Notoriety-System trackt, wie brutal und unberechenbar Vano vorgeht. Je grausamer seine Kills, desto stärker geraten die Nazis in Panik. Manche stürmen blind drauflos, andere weigern sich, den Raum zu betreten, in dem Vano gerade jemanden zerlegt hat.
Das Fear-System geht noch einen Schritt weiter. Es ist keine reine Statistik, sondern eine echte Waffe. Gegner, die schon von Vanos Ruf gehört haben, reagieren anders. Sie zögern, sie fliehen, sie machen Fehler. Wer also geschickt tötet – leise, präzise, ohne Chaos – baut sich einen Ruf auf, der die Feinde in Angst versetzt, bevor sie Vano überhaupt sehen. Das ist mehr als ein Stealth-Mechanismus. Es ist eine Spielmechanik, die Gewalt nicht als Mittel zum Zweck behandelt, sondern als Kommunikationsform.
Was die Demo vom Steam Next Fest verspricht
Die kostenlose Demo, die vom 19. bis 26. Oktober auf Steam verfügbar sein wird, ist kein Story-Häppchen. Sie gibt euch einen ersten Vorgeschmack auf den Extramodus „Hordes of the Reich“ – eine Arena mit 25 Stufen, die selbst erfahrene Nazi-Jäger an ihre Grenzen bringen soll. Einige Stufen verlangen Schleichen und lautlose Takedowns, in anderen dürft ihr die Waffen ausprobieren, die die Nazis „törichterweise herumliegen gelassen“ haben.
Statt euch in der Demo durch eine geskriptete Story-Sequenz zu führen, bekommt ihr direkt das Kampfsystem in die Hand. Ihr könnt ausprobieren, wie sich das Messer anfühlt, wie das Fear-System in der Praxis funktioniert und ob die Mischung aus Stealth und brutaler Nahkampf-Action tatsächlich trägt. Wenn das Spiel Anfang 2027 für PC, PlayStation 5 und Xbox Series X|S erscheint, werdet ihr wissen, ob dieser Ansatz funktioniert.
Die Sache mit dem Erbe von ProbablyMonsters
Man muss sich die Vorgeschichte dieses Studios ansehen, um die Fallhöhe zu verstehen. Gegründet 2016 von Harold Ryan, dem ehemaligen Bungie-CEO, mit dem Versprechen, die AAA-Entwicklung zu revolutionieren. Fast ein Jahrzehnt lang passierte: nichts. Kein einziges Spiel. Dann wurde Firewalk Studios an Sony verkauft, und der Live-Service-Shooter Concord implodierte so spektakulär, dass Sony das Studio dichtmachte. Danach folgte der abrupte Schwenk zu AA-Spielen.
Nekome: Nazi Hunter ist also nicht nur ein Spiel. Es ist der Versuch eines Studios, nach Jahren des Stillstands und einem millionenschweren Fehlschlag etwas zu liefern, das nicht nur funktioniert, sondern eine Geschichte erzählt, die es wert ist, erzählt zu werden. Die Wahl, ausgerechnet einen jungen Rom in den Mittelpunkt zu stellen, dessen Gemeinschaft im Holocaust systematisch ausgelöscht wurde, ist keine Marketing-Entscheidung. Sie ist ein Statement.
Bleibt die Frage, ob ProbablyMonsters die Kurve kriegt. Die Demo wird es zeigen. Wenn das Kampfsystem trägt und die Erzählung hält, was die Ambition verspricht, könnte Nekome das erste Spiel dieses Studios sein, das nicht in einer Schlagzeile über verbranntes Geld endet. Wenn nicht, wird es ein weiteres Kapitel in einer langen Geschichte unerfüllter Versprechen.
