Monster Hunter Wilds rüttelt an den Grundfesten seiner vielseitigsten Waffenklasse und macht Schluss mit dem falschen Ruf als reines Anfänger-Besteck. Im frischen Gameplay zur großen Ascendance-Erweiterung verwandelt der neue Boost Bracer das handliche Gespann aus Schwert und Schild in ein explosives Offensiv-Monster. Wer bisher nur im Schatten der Großschwerter mitgepiekst hat, bekommt nun brachiale Reichweite, druckvolle Schläge und ein verloren geglaubtes Klassiker-Feature serviert.
Volle Offensive statt Sicherheitsabstand
Schwert und Schild galten in der Monsterjagd seit jeher als das verlässlichste Schweizer Taschenmesser im Waffenarsenal. Schnelle Reaktionszeiten, der intuitive Einsatz von Heiltränken ohne zeitraubendes Wegstecken der Klinge und ein wuchtiger Holz- oder Stahlschild für absolute Notlagen definierten das Gameplay. Doch genau diese defensive Sicherheit trug jahrelang ein lästiges Stigma mit sich herum: Wer mit dem Kurzschwert anrückte, wurde von vielen Spielern vorschnell als vorsichtiger Anfänger oder zahnloser Unterstützer abgestempelt. Wer das Ungetüm nicht permanent an der Schnauze bearbeitete, verlor im Schadensvergleich schnell den Anschluss.
Mit dieser verstaubten Wahrnehmung räumt die neue Boost-Bracer-Mechanik nun gründlich auf. Jäger laden den mechanischen Handschuh durch pausenlose Trefferfolgen am Körper des Monsters mit kinetischer Energie auf, um anschließend per Boost Driver frontal in die Offensive zu gehen. Der Vorstoß katapultiert die Spielfigur blitzschnell über mehrere Meter direkt an die Flanke der Kreatur und lässt sich ansatzlos in einen rotierenden Falling Bash verketten.
Dieser Aufprall hinterlässt nicht nur gewaltige Beulen am Monsterschädel, sondern schaltet direkt in erweiterte Standardkombos um, die am Ende mit zusätzlichen Schlägen nachlegen. Auch der ikonische Perfect Rush profitiert spürbar von der zusätzlichen Wucht, da die Schlagfolgen mit verheerender Durchschlagskraft einschlagen und Jäger sich über Distanzen hinweg an offene Wunden heranziehen können. Ähnlich wie Capcom bereits die Raketen-Power fürs Großschwert demonstrierte, verliert damit auch das Kurzschwert jegliche Trägheit. Doch ein schneller Antritt nützt wenig, wenn dem Stahl auf Dauer die chemische Schärfe fehlt.
Die Klingenbeschichtung belebt einen Fan-Favoriten neu
Genau hier zieht Capcom ein taktisches Ass aus dem Ärmel, das Kenner der Reihe seit über einem Jahrzehnt herbeigesehnt haben. Mit dem Bladecoating Slash kehrt das System der Klingenöle zurück, das zuletzt auf dem Nintendo 3DS in Monster Hunter Generations für Furore gesorgt hatte. Anstatt langwierig im Menü zu kramen, bestreicht der Jäger seine Klinge nun mitten im Schwung mit speziellen Substanzen, um verheerende Zusatzeffekte freizusetzen.
Im aktuellen Gameplay färbt die Beschichtung das Schwert in ein giftiges Smaragdgrün, das bei jedem erfolgreichen Treffer Lebensenergie regeneriert. Statt die Waffenführung zu unterbrechen und defensiv nach Heiltränken zu greifen, verwandelt die Klingenbeschichtung puren Angriffsdruck in aktive Heilung. Das treibt das Kampftempo massiv in die Höhe und erlaubt es Jägern, selbst wütenden Angriffswellen ohne Unterbrechung die Stirn zu bieten.
Diese Rückkehr zu den handwerklichen Wurzeln unterstreicht die Rolle der Waffe als kompromissloser Gegenstands-Spezialist. Anstatt nur Schaden auszuteilen, manipulieren geschickte Jäger Statuseffekte, Schärfeverlust oder die eigene Vitalität direkt am Körper des Ungetüms. Für die anstehende Erweiterung im Meisterrang bedeutet das eine willkommene taktische Tiefe, die über simples Draufhauen weit hinausgeht. Schließlich verzeiht der härteste Schwierigkeitsgrad der Forbidden Lands keine halben Sachen.
Capcoms Fahrplan für den Meisterrang 2027
Der kommende Meisterrang wird den Jägern auf den Himmelsinseln alles abverlangen, und genau das spiegelt sich im Design der Ascendance-Erweiterung wider. Der japanische Publisher beschränkt die neuen Upgrades keineswegs auf ein einzelnes Aushängeschild, sondern rollt den Boost Bracer für alle 14 Waffengattungen aus. Bogen, Energieklinge, Doppelklingen, Hammer und leichtes Bogengewehr haben ihre feurigen Manöver bereits demonstriert, während tägliche Clips bis Mitte September das restliche Arsenal komplettieren.
Capcom selbst formuliert die spielerische Marschrichtung im offiziellen Begleitmaterial unmissverständlich: „Sammle „Boost Bracer“-Energie, indem du weiterhin aggressiv angreifst, und aktiviere dann „Boost“ mit einem speziellen „Boost Driver“-Angriff.“ Wer in Ascendance bestehen will, muss diesen Druck verinnerlichen.
Monster Hunter Wilds: Ascendance erscheint im Jahr 2027 regulär für PC via Steam, PlayStation 5 sowie Xbox Series X und Series S. Um Zugang zu den schwebenden Inseln des neuen Gebiets Skybound Eyrie und Monstern wie Lao-Shan Lung zu erhalten, müssen Jäger das Hauptspiel besitzen, Jägerrang 40 erreichen und die Quest „Awaking From a Dream“ abgeschlossen haben. Nach den anfänglichen Performance-Turbulenzen beim PC-Start hat Capcom mit stetigen Updates das Vertrauen der Community zurückgeholt. Nächste Woche dürfte das Capcom Spotlight zeigen, ob das Studio diesen Erfolgskurs nahtlos fortsetzt.
