Ein französischer Journalist warnt vor einer Entlassungswelle, die einige der bekanntesten Studios der Branche treffen könnte – und die harten Finanzzahlen von Microsoft geben ihm recht. Sylvain Trinel von BFMTV behauptet in mehreren Social Media Posts, dass die angekündigten Einschnitte bei Xbox ab Juli „erst der Anfang einer riesigen Entlassungswelle“ seien. Betroffen seien demnach nicht nur Microsoft-eigene Studios wie id Software und Bethesda, sondern auch DON’T NOD, Quantic Dream und BioWare. Wer in den kommenden Wochen auf Stellenanzeigen der großen Publisher achtet, wird dort wohl wenig Neues finden.
Trinel skizziert eine Katastrophe für die Branche
Trinel, der für einen der größten französischen Nachrichtensender arbeitet, bezog sich nach eigenen Angaben auf „Echos“ aus der Branche. In vielen bekannten Studios seien Entlassungen zu erwarten, das werde eine Katastrophe, schreibt er. Die Echos, die er heute Nacht aufgeschnappt habe, seien alles andere als ermutigend – das sei wirklich erst der Anfang.
Die Aussage bekommt zusätzliches Gewicht durch einen Bericht von Bloomberg, der Xbox-Chefin Asha Sharma zitiert. Demnach hat Sharma intern eingeräumt, dass Microsofts Gaming-Sparte das Geschäftsjahr mit einer Ertragsmarge von nur rund drei Prozent abschließen wird. Allein in die Inhalte, Plattform und Hardwaresubvention seien über 20 Milliarden Dollar geflossen – bei gleichzeitig fallenden Umsätzen um eine halbe Milliarde Dollar in fünf Jahren. Das klingt nicht nach einer Firma, die Personal aufbauen wird.
Wir hatten bereits über die 20 Milliarden Dollar Verlust bei Xbox berichtet, ebenso wie über die Ankündigung, vorerst keine weiteren Entlassungen zu planen – eine Zusage, die angesichts dieser Zahlen wenig wert scheint.
id Software, Bethesda – und dann Quantic Dream und DON’T NOD
Trinel nennt explizit id Software und Bethesda als Studios, die von den Einschnitten betroffen sein könnten. Das wäre bemerkenswert: id Software lieferte mit Doom: The Dark Ages einen der am meisten erwarteten Titel des Jahres 2025, Bethesda arbeitet an The Elder Scrolls 6 und Starfield-Erweiterungen. Selbst erfolgreiche Studios wären offenbar nicht sicher.
Noch überraschender ist die Nennung von DON’T NOD und Quantic Dream – zwei französischen Entwicklern, die nicht unter Microsoft-Dach stehen. Das deutet darauf hin, dass Trinel möglicherweise eine breitere Branchenkrise skizziert, die über Xbox hinausgeht. Zuvor hatte bereits ein anderer Insider von zwei Xbox-Studios vor möglicher Schließung gesprochen.
BioWare im Schatten des EA-Verkaufs
Besonders brisant: Trinel sieht auch BioWare in Gefahr. Das Studio hängt direkt mit der laufenden Übernahme von Electronic Arts zusammen. Ein Konsortium aus Saudi-Arabiens Staatsfonds PIF, Silver Lake und Affinity Partners kauft EA für 55 Milliarden Dollar. Die EA-Übernahme durch saudische Investoren ist zwar von den Aktionären bereits abgesegnet, wartet aber noch auf die behördliche Genehmigung.
In den Rohdaten kommen BioWare-Entwickler anonym zu Wort. Einer sagt: „Ich mache das seit letztem Jahr. Ich habe meine Bewerbungsmappe bereit und taste mich nach anderen Jobs vor.“ Ein anderer: „Wir arbeiten weiter, bis sie uns sagen, dass Schluss ist.“ Wer sich die Entwicklung von BioWare und Mass Effect 5 in den letzten Jahren angesehen hat, weiß, wie fragil die Stimmung dort ist.
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