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Games

Nach 30 Jahren Bethesda: Todd Howard denkt nicht ans Aufhören – und hat dafür einen Grund

Todd Howard hat im Bloomberg-Interview bestätigt, dass Ruhestand für ihn kein Thema mehr ist – seine Leidenschaft für The Elder Scrolls 6 und die Fallout-Offensive halten ihn bei Bethesda. Der Haken: Nach den Entlassungen, die über 50 erfahrene Entwickler gekostet haben, ist sein Bleiben existenziell für ein Studio, das institutionelles Wissen verloren hat.

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Manuel Rössler
von Manuel Rössler
22.07.26
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Lesezeit: 4 Min.
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Es war eine Frage, die Todd Howard nach 32 Jahren bei Bethesda zum ersten Mal wirklich beschäftigt hat: Wie fühlt es sich an, aufzuhören? Nicht ob – sondern wie. Der kreative Kopf hinter Skyrim, Fallout 4 und Starfield hat in einem Interview mit Bloombergs Jason Schreier so offen wie selten über den Ruhestand gesprochen. Und über den Moment, in dem die Frage plötzlich nicht mehr abstrakt war. Heute, sagt Howard, sei diese Phase vorbei. Er wolle weitermachen – für The Elder Scrolls 6, für die Fallout-Offensive, für das Team, das nach den brutalsten Entlassungen der Xbox-Geschichte wieder Halt sucht. Dass der Mann, der Bethesda geprägt hat wie kein Zweiter, nicht geht, ist die beste Nachricht, die das Studio seit Monaten bekommen hat. Aber sie wirft eine andere Frage auf: Wird das reichen?

Das steckt im Artikel
  • Der Moment, in dem Todd Howard über den Ausstieg nachdachte
  • Was ihn hält: The Elder Scrolls 6, Fallout und das Feuer
  • Zwei Jahre noch – wenn die Entlassungen nicht dazwischenkommen
  • Das Bild, das Matt Booty gesehen hat

Der Moment, in dem Todd Howard über den Ausstieg nachdachte

Es war nicht gestern. Es war nicht, als Starfield auf gemischte Kritiken traf. Es war „vor einiger Zeit“, wie Howard selbst sagt. Ein Moment, in dem der Mann, der seit drei Jahrzehnten bei Bethesda ist und mit The Elder Scrolls 5: Skyrim ein ganzes Genre definiert hat, innegehalten und gefragt hat: Was kommt danach? Im Gespräch mit Bloombergs Jason Schreier wurde Howard so offen wie selten: „Es gab eine Zeit, in der ich überlegt habe, wie das aussehen würde. Nicht, ob es unmittelbar bevorsteht – sondern wie es sich anfühlen würde.“

Heute, sagt er, sei diese Phase vorbei. „Ich denke nicht mehr darüber nach.“ Das klingt unspektakulär. Es ist es nicht. Denn Howard hätte jeden Grund gehabt, leise zu gehen. Drei Jahrzehnte bei einem Studio, eine Karriere, die mit Skyrim und Fallout 4 zwei der erfolgreichsten Rollenspiele aller Zeiten hervorgebracht hat – wer würde ihm den Ruhestand verübeln?

Was ihn hält: The Elder Scrolls 6, Fallout und das Feuer

„Ich liebe es einfach. Ich liebe es, mit diesen Leuten zu arbeiten.“ Howards Begründung ist so einfach wie glaubwürdig – und sie hat eine konkrete Adresse: The Elder Scrolls 6. Im Hauptgebäude von Bethesda Game Studios arbeitet der Großteil der Belegschaft an dem Spiel, das 2018 mit einem 30-Sekunden-Teaser angekündigt wurde und seitdem Funkstille hält. Howard selbst beschreibt die Rückkehr nach Tamriel als „etwas zutiefst Befreiendes“ – und das nach Jahren, in denen Starfield als neues Universum erst aufgebaut werden musste. GamingBolt hat die Details aus dem Bloomberg-Interview aufgeschlüsselt: Howard will bei jedem Elder-Scrolls-Spiel „von vorne beginnen“, fundamentale Mechaniken hinterfragen.

Die Frage „Wie feiltest du das Alter weg?“ treibt ihn an. Dass parallel eine ganze Fallout-Offensive anrollt – Obsidian arbeitet an einem neuen Fallout, Fallout 5 geht in Pre-Production, Remaster von Fallout 3 und New Vegas sind bestätigt – macht seinen Verbleib umso wertvoller. Wer soll diese Projekte zusammenhalten, wenn der Director geht?

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Zwei Jahre noch – wenn die Entlassungen nicht dazwischenkommen

GamingBolt bestätigt, was Schreier bereits berichtet hatte: The Elder Scrolls 6 ist noch mindestens zwei Jahre entfernt. Frühestens 2028, vielleicht später. Die realistischste Nachricht seit 2018, aber sie hat einen Haken, den selbst Howard nicht kontrollieren kann. Die Entlassungen bei Xbox haben auch Bethesda getroffen – und zwar heftig.

Mehr als 50 Mitarbeiter mussten gehen, darunter Entwickler, die seit Morrowind dabei waren. „Key, high-performing people in the trenches“, wie eine Quelle es nannte. Howard selbst nannte die Entlassungen „wirklich hart“ – ein zurückhaltendes Wort für das, was im Studio passiert ist. Die Angst vor billigeren Vertragsarbeitern und Crunch geht um. Und sie ist berechtigt: Bethesdas Tools sind proprietär, neues Personal muss erst lernen, wie die Engine funktioniert.

Institutionelles Wissen, das über Jahrzehnte gewachsen ist, wurde über Nacht entlassen. Dass Howard bleibt, ist in diesem Kontext nicht nur eine persönliche Entscheidung – es ist ein Stabilitätsanker für ein Studio, das gerade seinen Boden unter den Füßen verloren hat.

Das Bild, das Matt Booty gesehen hat

Und dann ist da diese andere Geschichte. Matt Booty, Chief Content Officer bei Xbox, hat Bethesda besucht. Er hat sich mit Todd Howard hingesetzt und The Elder Scrolls 6 spielen sehen. Variety hat das Interview geführt, und Bootys Aussage ist so knapp wie vielsagend: „Es sieht fantastisch aus. Es kommt gut voran.“ Man kann Bootys Worte als PR-Floskel abtun – nach acht Jahren Wartezeit ohne Gameplay ist Skepsis angebracht.

Aber Booty ist nicht dafür bekannt, Dinge zu beschönigen. Er betont im selben Interview, wie schwierig der Spagat sei zwischen Vorfreude wecken und nicht zu viel versprechen. „Wenn du das Spiel zeigst, gibst du auch ein Versprechen ab: Hey, es kommt bald.“ Vielleicht ist genau das der Grund, warum Howard bleibt. Nicht, weil The Elder Scrolls 6 kurz vor der Fertigstellung steht – sondern weil er das Versprechen selbst einlösen will.

TAGGED:BethesdaThe Elder Scrolls 6Todd Howard

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vonManuel Rössler
Ich bin ein Nerd aus Leidenschaft, spiele von Shooter bis hin zu Jump & Run Games und habe ein Herz für schönes Story-Telling. Kann den Hype um Spiele wie Battlefield und Co. nicht verstehen, konnte über ein ganzes Jahr Spielzeit in World of Warcraft erreichen bevor es seinen Reiz verlor. Momentan bin ich auf der Suche nach spannenden und herausfordernden Spielen welche es zu bezwingen gilt!
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