Am 9. August 2016 erschien No Man’s Sky – und flog spektakulär gegen die Wand. Zehn Jahre, über 40 Gratis-Updates und eine der bemerkenswertesten Kehrtwenden der Spielegeschichte später feiert Hello Games das Jubiläum mit einem Trailer – und kündigt das nächste Update an: Cosmos.
- Über 40 Updates, null Euro – und weniger als ein Prozent der Planeten erkundet
- Vom PR-Desaster zum „Sehr Positiv“-Dauerbrenner
- Mit Xeno Arena, Swarm und Breach zum zehnten Geburtstag
- Cosmos: Die große Unbekannte mit großem Namen
- Was passiert mit No Man’s Sky, wenn Light No Fire startet?
- Das unmögliche Spiel – und warum Cosmos nur ein Wort braucht, um zu überzeugen
Über 40 Updates, null Euro – und weniger als ein Prozent der Planeten erkundet
Der Jubiläums-Trailer ist eine einzige Materialschlacht: Mechs, lebende Schiffe, Derelict-Frachter mit Horrorelementen, Flottenmanagement, Fischen, Piraterie, Third-Person-Perspektive, Multiplayer – alles, was No Man’s Sky in zehn Jahren angesammelt hat, ballert im Schnelldurchlauf über den Bildschirm. Hello Games spricht von „über 40 großen Updates, alle kostenlos„.
Die verrückteste Statistik zum Jubiläum: Nach einem Jahrzehnt und Millionen Spielern haben Reisende weniger als ein Prozent der 18.446.744.073.709.551.616 Planeten auch nur betreten. Die Galaxie ist faktisch unerschöpflich.
Vom PR-Desaster zum „Sehr Positiv“-Dauerbrenner
Der Launch 2016 war ein Trümmerfeld: fehlende Features, gebrochene Versprechen, Shitstorm. Was folgte, war kein hastiges Fix-Update, sondern ein beispielloser Langzeit-Support. Das Foundation Update legte 2016 den Grundstein, „Next“ brachte 2018 den echten Multiplayer, und mit dem Remnant-Update kam im Februar 2026 die erste Jubiläums-Erweiterung mit Gravitationskanone und Spinnen-Trucks.
Auf Steam steht No Man’s Sky inzwischen bei „Sehr Positiv“ – unvorstellbar für ein Spiel, das 2016 bei 212.321 gleichzeitigen Spielern gipfelte, dann auf unter 2.000 abstürzte und mit dem Voyagers-Update erstmals seit Launch wieder sechsstellige Spielerzahlen erreichte.
Sean Murray selbst relativierte die „Redemption-Arc“-Erzählung im Eurogamer-Interview: „Die schöne Geschichte lautet natürlich: Es gibt diesen klassischen Redemption Arc. Aber das ist eigentlich gar nicht die Story.“ Für ihn sei es die Geschichte eines kleinen Teams, das nie aufgehört habe, an seinem Spiel zu arbeiten.
Mit Xeno Arena, Swarm und Breach zum zehnten Geburtstag
Die Update-Dichte der letzten Monate ist absurd: Xeno Arena brachte rundenbasierte Kreaturenkämpfe, The Swarm entfesselte einen Dreifraktionen-Krieg mit Boss-Rush, und Breach setzte Spieler in einem verlassenen Universum aus, in dem Weltraum-Wracks durchkämmt werden müssen.
Jedes dieser Updates hätte bei den meisten anderen Spielen ein Preisschild getragen. Hello Games liefert seit einem Jahrzehnt kostenlos – ohne Battle Pass, ohne Ingame-Shop, ohne Abo.
Cosmos: Die große Unbekannte mit großem Namen
Zum Abschluss des Trailers blinkt ein Wort auf: Cosmos. Das ist der Name des nächsten großen Updates. Und das ist auch schon alles, was offiziell feststeht. Kein Release-Datum, keine Feature-Liste, kein Teaser-Trailer.
Community-Spekulationen auf Reddit deuten auf einen Fokus jenseits der Planetenoberflächen hin: tiefere Weltraum-Mechaniken, überarbeitete Raumfahrt, neue Sternsystem-Typen. Hello Games selbst sagt nur, Cosmos werde „große Dinge“ bringen – Details „zu einem späteren Zeitpunkt“.
Was passiert mit No Man’s Sky, wenn Light No Fire startet?
Im selben Atemzug erwähnt Sean Murray auch Light No Fire, das Fantasy-Survival-Spiel auf einem erdgroßen Planeten, an dem Hello Games parallel arbeitet. Einen Release-Termin gibt es nicht – die Steam-Seite listet weiterhin nur „To be announced“. Murray sagte im Eurogamer-Interview, er spiele Light No Fire „an den meisten Tagen“ – das klingt nicht nach einem Titel, der kurz vor dem Gold-Status steht.
Die eigentliche Frage für No-Man’s-Sky-Spieler: Geht der Support weiter, wenn Light No Fire erscheint? Hello Games hat sich dazu nicht geäußert. Das Studio beschäftigt rund 60 Mitarbeiter – zwei Spiele dieses Umfangs parallel auf unbestimmte Zeit zu betreuen, wäre selbst für größere Teams eine Herausforderung.
Das unmögliche Spiel – und warum Cosmos nur ein Wort braucht, um zu überzeugen
No Man’s Sky ist das Spiel geworden, das 2016 versprochen wurde – und mehr. Dass ein Studio mit 15 Leuten (zum Launch) ein Dutzend Genres in ein einziges Spiel stopft, dafür keinen Cent nachverlangt und nach zehn Jahren immer noch Updates ankündigt, widerspricht jeder Branchenlogik. Cosmos wird daran nichts ändern – und genau das ist die Nachricht.


