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EA wird saudisch: PIF übernimmt 93,4% der Anteile für 55 Mrd. Dollar

Dokumente belegen, dass der saudische Staatsfonds PIF nach der 55-Milliarden-Dollar-Übernahme von Electronic Arts satte 93,4 Prozent des Unternehmens kontrollieren wird, was trotz optimistischer Worte der Geschäftsführung massive Ängste bei Entwicklern wie BioWare und Prognosen über einen strikten Fokus auf Live-Service-Games auslöst.

Christian Schmidinger
von Christian Schmidinger
04.12.25
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Lesezeit: 3 Min.
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In den Chefetagen der Gaming-Branche herrscht derzeit eine Mischung aus ungläubigem Staunen und nervöser Anspannung. Was im September noch als vage formulierte Übernahme durch ein „Investorenkonsortium“ begann, nimmt nun durch aktuelle Dokumente konkrete, fast monolithische Züge an. Einem Bericht des Wall Street Journal zufolge, der sich auf Kartellamtsunterlagen aus Brasilien stützt, wird Electronic Arts nach Abschluss des Deals nicht einfach nur privatisiert. Der kalifornische Publisherriese wandert faktisch in den Alleinbesitz des saudischen Staatsfonds PIF (Public Investment Fund). Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Sagenhafte 93,4 Prozent der Anteile sollen künftig in Riad liegen.

Das steckt im Artikel
  • Die neuen Machtverhältnisse
  • Zittern in den Entwicklerstudios
  • Analysten prophezeien den Sparkurs

Die neuen Machtverhältnisse

Damit verkommen die übrigen Partner des Konsortiums fast zu Statisten. Silver Lake Partners wird sich mit bescheidenen 5,5 Prozent begnügen müssen, während Affinity Partners gar nur 1,1 Prozent des Kuchens abbekommt. Diese Machtkonzentration ist beispiellos für einen westlichen Publisher dieser Größenordnung. Der Deal, der das Unternehmen mit rund 55 Milliarden Dollar bewertet, ist ein finanzieller Kraftakt. Aktionäre dürfen sich über einen „Cash-out“ von 210 Dollar pro Aktie freuen – ein satter Aufschlag von 25 Prozent gegenüber dem Marktwert vom 25. September 2025. Zuvor hielt der PIF bereits knapp zehn Prozent, doch dieser Sprung zur totalen Kontrolle markiert eine Zeitenwende. Andrew Wilson, CEO von EA, verpackt den Verkauf gewohnt diplomatisch in PR-Watte und spricht von einer „kraftvollen Anerkennung“ der geleisteten Arbeit sowie „transformativen Erlebnissen“, die man gemeinsam schaffen wolle.

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Zittern in den Entwicklerstudios

Doch abseits der polierten Statements in der Chefetage sieht die Realität an der Basis düsterer aus. In den Fluren traditionsreicher Studios wie BioWare macht sich Unruhe breit. Die Sorge ist greifbar, dass der neue Eigentümer wenig Geduld für kreative Risiken haben könnte. Ein Entwickler brachte die Stimmungslage prägnant auf den Punkt: „Schau dir die Negativität nach Dragon Age an. Wenn wir damals dachten, es könnte nicht schlimmer kommen, kannst du dir vorstellen, was wir jetzt denken.“ Es herrscht eine Atmosphäre des fatalistischen Ausharrens. Man arbeite weiter, bis der Befehl zum Abbruch komme, so eine andere Stimme aus dem Team. Es sei zwar keine gesunde Lebensweise, aber solange die Gehaltsschecks eintreffen, würde niemand freiwillig das Feld räumen.

Analysten prophezeien den Sparkurs

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Übernahme geben den Pessimisten Futter. Finanzexperten warnen bereits vor den Konsequenzen der massiven Schuldenlast, die mit diesem Buyout einhergeht. Um diese Verbindlichkeiten zu bedienen, wird EA wohl den Gürtel enger schnallen müssen. Die Prognose der Analysten ist eindeutig und für Singleplayer-Fans wenig erbaulich: Der Fokus dürfte sich noch radikaler auf sichere Einnahmequellen verschieben. Das bedeutet im Klartext: Mehr Live-Service-Modelle, mehr Mikrotransaktionen und ein noch stärkerer Fokus auf die jährlichen Sport-Bestseller, die verlässliche Gewinne garantieren. Experimentelle Projekte könnten diesem strikten Effizienzdiktat zum Opfer fallen. Der Abschluss der Transaktion ist für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 geplant, doch der Schatten des Wüstenfonds liegt schon jetzt über Redwood City.

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vonChristian Schmidinger
Seit den ersten Runden BubbleBobble und DynaBlaster am Amiga, haben mich Videospiele in der einen oder anderen Form begleitet. Heute bin ich froh, dass sich seit Amiga und Nintendo Gameboy ein bisschen was getan hat und allen Unkenrufen zum Trotz ist für mich der PC noch immer die Plattform der Wahl. Das geht soweit, dass ich mir meine Rechner seit 2005 selber baue, aber auch als Problemlöser darf ich manchmal für Freunde und Kollegen zum Maschinengeist sprechen ?
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