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EA gehört ab sofort Saudi-Arabien – und hat 20 Milliarden Dollar neue Schulden

EA wird am 4. August für 55 Milliarden Dollar von Saudi-Arabiens PIF übernommen, alle regulatorischen Genehmigungen liegen vor. Der Deal bringt EA mindestens 20 Milliarden Dollar Schulden ein. Andrew Wilson bleibt CEO und kassierte einen satten Bonus.

Manuel Rössler
von Manuel Rössler
03.08.26
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Lesezeit: 3 Min.
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Heute verschwindet Electronic Arts von der Börse. 37 Jahre lang war EA an der NASDAQ gelistet. Ab sofort ist Schluss. Die Übernahme durch Saudi-Arabiens Public Investment Fund, Silver Lake und Affinity Partners hat alle regulatorischen Genehmigungen erhalten – das gab EA in einem SEC-Filing am 31. Juli bekannt.

Das steckt im Artikel
  • 20 Milliarden Dollar Schulden – und 40 Demokraten, die warnen
  • Was will PIF eigentlich mit EA?
  • Wilson kassiert, die Studios zittern

55 Milliarden Dollar ist der Deal schwer. All-Cash. 210 Dollar pro Aktie, deutlich über dem damaligen Kurs von 168 Dollar und sogar über dem Allzeithoch von 179 Dollar. Die Aktionäre haben im Dezember 2025 zugestimmt. Jetzt ist der Weg frei. PIF übernimmt 93,4 Prozent. Silver Lake bekommt 5,5 Prozent, Affinity Partners von Jared Kushner 1,1 Prozent. Andrew Wilson bleibt CEO. Sein Bonus-Paket für den erfolgreichen Abschluss: fürstlich. Dass EA zuletzt 13 Prozent Umsatz eingebüßt hatte, hat weder PIF noch den Kurs gebremst.

20 Milliarden Dollar Schulden – und 40 Demokraten, die warnen

Der Deal wird fremdfinanziert. Mindestens 20 Milliarden Dollar Schulden lädt sich EA damit auf. Im Januar 2026 schrieben mehr als 40 Demokraten im US-Repräsentantenhaus einen Brandbrief an die Federal Trade Commission. Ihre Sorge: Der Schuldenberg zwingt die neuen Eigentümer zu harten Kostensenkungen.

„Wir sind besorgt, dass die geplante Übernahme mit mindestens 20 Milliarden Dollar Schulden finanziert wird, was starke Anreize für weitere Kostensenkungen schafft – einschließlich Entlassungen, Offshoring, Umstrukturierungen oder Studio-Schließungen“, zitiert das Schreiben. Die Abgeordneten warnen vor tausenden gefährdeten Jobs – bei Entwicklern, Künstlern, Autoren und Testern.

Die FTC hat den Deal trotzdem durchgewunken. Warum genau, ist nicht öffentlich. Klar ist: Ab heute gehört EA nicht mehr dem Markt, sondern drei Investoren. Einer davon kontrolliert 93,4 Prozent.

Was will PIF eigentlich mit EA?

PIF hat in den letzten Jahren massiv in Gaming investiert. Anteile an Nintendo, Take-Two, Activision Blizzard vor der Microsoft-Übernahme, Embracer Group, Nexon. Dazu die ESL und FACEIT über die Savvy Games Group. Mit EA kauft PIF jetzt den größten unabhängigen Publisher der westlichen Welt – FIFA (jetzt EA Sports FC), Battlefield, Apex Legends, Die Sims, Mass Effect, Dragon Age, Need for Speed.

Die offizielle Kommunikation ist erwartungsgemäß glatt. Wilson spricht von „transformierenden Erlebnissen“ und „neuen Möglichkeiten“. PIF-Chef Yasir Al-Rumayyan – selbst ein bekennender Gamer – hat in der Vergangenheit von Saudi-Arabien als „globalem Gaming-Hub“ gesprochen. Konkrete Pläne für EA? Fehlanzeige.

Die Frage, die sich stellt: Wird EA ein Vehikel für saudische Soft-Power, ähnlich wie bei LIV Golf? Oder bleibt PIF ein stiller Investor, der Cashflow und Dividenden will? Die Schulden sprechen für Letzteres. 20 Milliarden Dollar müssen bedient werden – das wird den Spielraum für Experimente eng machen.

Wilson kassiert, die Studios zittern

Wilson und das Executive Team haben ihre Bonuszahlungen bereits eingestrichen. Für die Belegschaft – rund 13.700 Mitarbeiter weltweit – beginnt die Unsicherheit jetzt erst. EA hat in den letzten Jahren bereits Studios geschlossen und Projekte eingestampft, zuletzt Respawns Star Wars-Shooter. Mit einem Schuldenberg von 20 Milliarden Dollar und einem Mehrheitseigentümer, der Rendite sehen will, dürfte der Druck auf Teams ohne Blockbuster-Pipeline steigen.

Der Börsengang von 1989 endet ab sofort. Was aus EA unter Staatsfonds-Regie wird, entscheidet sich in den Monaten danach – in Budget-Meetings, nicht in Pressemitteilungen.

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vonManuel Rössler
Ich bin ein Nerd aus Leidenschaft, spiele von Shooter bis hin zu Jump & Run Games und habe ein Herz für schönes Story-Telling. Kann den Hype um Spiele wie Battlefield und Co. nicht verstehen, konnte über ein ganzes Jahr Spielzeit in World of Warcraft erreichen bevor es seinen Reiz verlor. Momentan bin ich auf der Suche nach spannenden und herausfordernden Spielen welche es zu bezwingen gilt!
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