Zwei widersprüchliche Leaks zur Spielzeit von GTA 6 elektrisieren derzeit die Community: 35 bis 40 Stunden auf der einen, 75 Stunden auf der anderen Seite. Rockstar schweigt wie gewohnt. Wir prüfen beide Quellen, ordnen sie in Rockstars Historie ein und erklären, warum die nackte Stundenzahl ohnehin nicht das ist, worauf es ankommt.
LegacyKillaHD: 35 bis 40 Stunden – eine Quelle mit Trefferquote
Schon kurz nach dem ersten Trailer im Dezember 2023 legte sich der YouTuber und Insider LegacyKillaHD auf X fest: Die Hauptstory von GTA 6 soll 35 bis 40 Stunden umfassen. Das ist kein Name aus der Gerüchteküche dritter Klasse – LegacyKillaHD hat in der Vergangenheit das Release-Jahr 2026 korrekt vorhergesagt, lange bevor Take-Two den 19. November 2026 als Stichtag bestätigte.
35 bis 40 Stunden Story würden GTA 6 auf Augenhöhe mit GTA 5 bringen, das laut HowLongToBeat bei rund 32 Stunden Hauptstory liegt. Ein leichter Anstieg, kein Quantensprung. Wer auf Red Dead Redemption 2 Niveau gehofft hatte, wäre enttäuscht: Dessen Hauptkampagne schluckt im Schnitt 50,5 Stunden.
Der 75 Stunden Leak: Beeindruckende Zahlen, dünne Quelle
Deutlich ambitionierter klingt ein Leak des X-Accounts „GTA 6 Updates“, der von 75 Stunden Story spricht – aufgeteilt in einen zweistündigen Prolog und fünf Kapitel, wovon das vierte das längste sein soll. Die vermeintliche Detailgenauigkeit wirkt auf den ersten Blick überzeugend: Prolog (2h), Kapitel 1 (6h), Kapitel 2 (13h), Kapitel 3 (12h), Kapitel 4 (25h), Kapitel 5 (17h).
Doch die Quelle ist das Problem. „GTA 6 Updates“ ist ein Aggregator-Account ohne nachweisbare Insider-Verbindungen, kein etablierter Leaker mit Trefferbilanz. Die detaillierte Stundenaufschlüsselung ist exakt die Art von Content, die Engagement generiert – und genau das macht sie ohne unabhängige Bestätigung wertlos. Dass diverse englischsprachige Seiten die 75 Stunden unkritisch als „Leak bestätigt“ durchreichen, ändert daran nichts.
Der Rockstar-Trend: Immer länger, immer dichter
Die HowLongToBeat-Daten zeigen einen klaren Trend über 15 Jahre Rockstar-Geschichte:
| Spiel | Story | 100 % |
|---|---|---|
| Red Dead Redemption (2010) | 18 h | 46,5 h |
| GTA 4 (2008) | 27,5 h | 74 h |
| GTA 5 (2013) | 32 h | 89,5 h |
| Red Dead Redemption 2 (2018) | 50,5 h | 194 h |
Der Sprung von GTA 5 zu RDR2 ist der aufschlussreichste Datenpunkt: Rockstar hat bewiesen, dass sie eine 50 Stunden Kampagne mit einer derart dichten Open World kombinieren können, dass Komplettisten fast 200 Stunden brauchen. Dass GTA 6 hinter diesen Standard zurückfällt, wäre eine bewusste Designentscheidung – kein technisches Limit.
Und das ist genau das Szenario, das ein Ex-Rockstar-Entwickler bereits als „monströs“ bezeichnet hat.
Was am Ende wirklich zählt – und warum die Story-Länge eine Nebensache ist
Die Story-Dauer ist nur eine von drei Säulen, die GTA 6 zur potenziellen Zeitfresser-Maschine machen:
Nebeninhalte: Strangers & Freaks, Zufallsbegegnungen, Sammelobjekte – in RDR2 machten optionale Inhalte mehr als das Doppelte der reinen Story-Zeit aus. In Leonida, der bisher größten GTA-Karte, dürfte diese Zahl noch wachsen.
GTA 6 Online: Der Vorgänger generiert Rockstar täglich 1,3 Millionen Dollar – nach über zehn Jahren. Stellenanzeigen verraten, dass der GTA 6 Online-Modus von Grund auf ambitionierter geplant ist. Hunderte, wenn nicht tausende Stunden sind hier realistisch.
Die offene Welt selbst: Allein das Erkunden von Leonida, das Finden von Easter Eggs und versteckten Orten wird Dutzende Stunden fressen – unabhängig von Missionsstrukturen.
Die Community fordert ohnehin hunderte Stunden – und Rockstar hat wenig Grund, diese Erwartung zu enttäuschen. Die wahrscheinlichste Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte: eine Kernstory von 40 bis 50 Stunden, die durch Nebeninhalte, Erkundung und den Online-Modus zu einem Gesamtpaket anschwillt, das die 100 Stunden Marke für engagierte Spieler lässig durchbricht.
Was meint ihr?
Reichen euch 40 Stunden knackige Story – oder müsste GTA 6 nach über einem Jahrzehnt Wartezeit die 75 Stunden Marke für den Vollpreis liefern?
