Ryozo Tsujimoto hat auf der Tokyo Game Show 2026 das ausgesprochen, was viele PC-Spieler nach dem Launch von Monster Hunter Wilds hören wollten. Im Interview mit VideoGamesChronicle sagt der Series Producer, das Team habe „hart daran gearbeitet, die Lehren aus dem Launch von Monster Hunter Wilds in Ascendance einzubringen.“ Kein Marketing-Sprech, kein „Wir haben verstanden“ – sondern ein Eingeständnis, dass es „viel Zeit und Forschung“ brauchte, um zu verstehen, was auf PC nötig ist. Die Erweiterung soll 2027 erscheinen. Und sie trägt die Bürde eines Starts, der auf Steam „größtenteils negativ“ bewertet wurde.
Was Tsujimoto auf der TGS über die Lehren sagt
Im Interview bei VGC wird Tsujimoto konkret. „Es braucht einfach viel Zeit und Forschung, um zu untersuchen, was man auf PC erreichen muss, damit das Spiel auf einer Vielzahl von Hardware-Konfigurationen gut läuft“, sagt er. Klingt nach einer Selbstverständlichkeit. Ist es aber nicht – denn genau dieser Satz hätte vor dem Launch von Wilds stehen können. Damals war von „Zeit und Forschung“ wenig zu sehen.
Executive Director Kaname Fujioka legt nach. Er spricht über UI und UX – darüber, dass Menüs und Systeme den Spieler „mehr aus dem Weg gehen“ sollen. Und über den Boost Bracer: eine neue Mechanik, die nicht aus einer Design-Laune entstand, sondern aus dem Feedback der Basisversion. Das frühere Versprechen, die Performance in den Griff zu bekommen, war also kein Lippenbekenntnis.
Der Boost Bracer ist die Antwort auf ein Menü-Problem
Der Boost Bracer ist keine kleine Ergänzung. Er verändert alle 14 Waffenarten – jede bekommt eigene Boost-Moves, jede einen eigenen Rhythmus. Ein bizarrer DLC-Effekt hatte die PC-Version von Wilds zwischenzeitlich in Verruf gebracht: Je mehr Zusatzinhalte installiert waren, desto besser lief das Spiel. Das war kein Feature, das war ein Bug. Dass Capcom jetzt mit einer derart tiefgreifenden Mechanik um die Ecke kommt, zeigt, wo die Reise hingeht.
Fujioka beschreibt den Boost Bracer als „Boost-Gauge“, die besondere Aktionen freischaltet. Wer die Leiste füllt, kann mitten in der Combo zuschlagen – ohne den Schwung zu verlieren. Der Bracer soll Fenster für großen Schaden öffnen. Und er soll das Gefühl verstärken, dass die Action „dynamischer“ wird. Die spürbare Verbesserung, die Title Update 4 für die PC-Performance brachte, ist der Beweis, dass die Lehren bereits wirken. Der Boost Bracer soll der nächste Schritt sein.
Gundoraja, Araketa und ein 7 Jahres Sprung
Inhaltlich wird Ascendance größer als eine klassische Erweiterung. Der Story-Trailer zeigt einen Zeitsprung: Sieben Jahre nach den Ereignissen um Arkveld ist Nata kein Junge mehr, sondern ein vollwertiges Expeditionsmitglied. Lao-Shan Lung taucht auf, die Expedition baut die Festung Madoi Stronghold, und über Wyveria öffnet sich der Himmel. Die neue Region heißt Skybound Eyrie – ein schwebendes Gebiet mit antiken Ruinen.
Dort hausen die neuen Monster. Gundoraja ist ein serpentinenhafter Elder Dragon, der Stürme kontrolliert. Araketa ist ein fliegendes Monster, das in Gruppen jagt und Aufwinde für Angriffe nutzt. Teostra und Kushala Daora kehren zurück, dazu gesellen sich ein Guardian Rathalos und, wie auf der TGS bestätigt wurde, ein Khezu-Welpe. Die Elder-Dragon-Schiene ist kein Zufall: Capcom will die Lore der verbotenen Lande vertiefen, wie Tsujimoto im TGS-Interview erklärte.
Switch 2 im Dezember, Ascendance 2027
Der Zeitplan ist klar. Monster Hunter Wilds erscheint am 4. Dezember 2026 für die Nintendo Switch 2 – inklusive aller bisherigen Updates. Der Switch 2 Termin liegt also nur wenige Monate vor Ascendance. Die Erweiterung kommt 2027 für PS5, Xbox Series X/S, PC und Switch 2. Wer die Basisversion auf Switch 2 spielt, bekommt die Erweiterung also auf derselben Plattform.
Das ist mehr als ein Port. Es ist ein Signal: Capcom will Wilds auf jeder verfügbaren Hardware haben, bevor Ascendance die Bühne betritt. Die PC-Lehren sind Teil davon. Ob sie reichen, wird sich 2027 zeigen. Bis dahin bleibt Tsujimotos Satz im Raum: „Es braucht einfach viel Zeit und Forschung.“ Die Zeit läuft.