Control Resonant zwingt selbst die stärkste Consumer-Grafikkarte in die Knie. Remedy Entertainment hat die finalen PC-Anforderungen für das Action-RPG veröffentlicht, und die Enthusiasten-Konfiguration liest sich wie ein Hardware-Wunschzettel: RTX 5080, Intel Core i7-10700 und Performance-Upscaling für 4K bei 60 Bildern pro Sekunde mit aktiviertem Path Tracing.
120 GB, 16 GB RAM und ein Upscaling-Zwang, der alle Stufen betrifft
Die Zahlen sind eindeutig. Wer Control Resonant in 4K mit Path Tracing und hohen Grafikdetails spielen will, braucht eine NVIDIA GeForce RTX 5080 mit 12 GB VRAM, dazu einen Intel Core i7-10700 oder AMD Ryzen 7 3700X und 16 GB Arbeitsspeicher. Das klingt machbar – bis man den entscheidenden Haken liest: Der Performance-Modus des Upscalers muss aktiv sein. Heißt im Klartext: Selbst mit einer 1.000 Euro-Grafikkarte rendert das Spiel nicht nativ, sondern rechnet hoch.
Remedy hat die Anforderungen in sechs Stufen unterteilt, und eine Konstante zieht sich durch alle: Upscaling ist Pflicht. Bereits die Minimum-Konfiguration für 1080p bei 30 FPS verlangt Quality-Upscaling, eine GTX 1070 und einen Core i5-8500. Wer glaubt, mit einer RTX 3080 oder RX 6800 XT in 4K ohne Ray Tracing und ohne Upscaling spielen zu können, wird enttäuscht. Auch hier ist Performance-Upscaling vorgeschrieben.
Dazu gesellt sich ein Speicherplatz-Hunger, der seinesgleichen sucht. Die 120 GB auf der SSD sind auf allen Stufen Pflicht – mehr als das Doppelte des Vorgängers und ein klares Signal, dass Remedy bei den Assets keine Kompromisse eingeht. Eine HDD kommt nicht infrage.
DLSS 4.5, FSR 4.1 und die Northlight-Engine als Technik-Motor
Hinter diesen Anforderungen steckt die Northlight-Engine, die Remedy seit Quantum Break einsetzt und für Control Resonant massiv aufgerüstet hat. Das Spiel unterstützt NVIDIA DLSS 4.5 mit Ray Reconstruction, AMD FSR 4.1 mit Frame Generation, HDR, Ultra-Wide-Displays und eine unbegrenzte Bildrate. Frame Generation wurde bei den Benchmark-Angaben allerdings nicht getestet – das bedeutet, dass die angegebenen Bildraten rein durch Upscaling erreicht werden, nicht durch interpolierte Zwischenbilder.
Der Path-Tracing-Modus ist NVIDIA-exklusiv. AMD-Grafikkarten werden für diese Konfiguration nicht unterstützt. Das ist kein Zufall: Remedy hat schon bei Alan Wake 2 auf NVIDIA-Path-Tracing gesetzt und die Technik als Aushängeschild für die Northlight-Engine positioniert.
Die gute Nachricht: Unterhalb des Path-Tracing-Gipfels sind die Anforderungen überraschend zahm. Eine RTX 3060 Ti oder RX 6700 XT reicht für 1440p bei 60 FPS mit Balanced-Upscaling und mittleren Details. Eine RTX 2060 Super oder RX 6600 stemmt 1080p bei 30 FPS mit Low-Ray-Tracing. Das ist fair für ein Spiel, das visuell Maßstäbe setzen will.
Nach dem Firebreak-Desaster – Remedy braucht diesen Hit
Die PC-Anforderungen sind nur die eine Seite. Die andere ist die finanzielle Realität, in der sich Remedy befindet. Das Firebreak-Desaster von 2025 – teils nur 30 gleichzeitige Spieler auf Steam, enttäuschende Verkaufszahlen, ein gescheitertes Koop-Experiment – hat das Studio tief getroffen. CEO Tero Virtala trat nach neun Jahren zurück.
Mit dem neuen CEO Jean-Charles Gaudechon hat im März 2026 ein Ex-EA-Manager die Führung übernommen. Seine Strategie: profitable Wachstumsphasen und mehr Unabhängigkeit durch Self-Publishing. Control Resonant ist der erste große Test dieser Strategie. Der Druck ist immens, und das weiß auch das Team.
Art Director Elmeri Raitanen formulierte es im Interview mit bemerkenswerter Offenheit: Man hoffe auf Erfolg, um mehr Geschichten im Control-Universum erzählen zu können. Das klingt nicht nach Marketing, sondern nach einem Studio, das um seine Zukunft spielt. Control hat sich über 6 Millionen Mal verkauft, Alan Wake 2 war ein Kritikererfolg, aber kein kommerzieller Befreiungsschlag. Control Resonant muss liefern.
Kein Parry, kein Shooter – der radikale Bruch mit dem Vorgänger
Die PC-Anforderungen sind auch ein Spiegel des Gameplays. Control Resonant ist kein Third-Person-Shooter mehr. Remedy hat den Wechsel zum Melee-Action-RPG vollzogen, mit Dylan Faden als spielbarem Charakter, der seine Waffe – die Aberrant – zwischen Hammer, Sichel, Peitsche und Klingen wechseln lässt. Das Kampfsystem erinnert an Devil May Cry und PlatinumGames: aggressiv, schnell, combo-lastig.
Ein Detail sticht dabei heraus: Remedy hat das Parry-System bewusst entfernt. Man habe es prototypisiert und sich dagegen entschieden, weil es nicht zum Vorwärtsdrang des Spiels gepasst habe. Stattdessen setzt das Team auf Perfect Dodges, die Zeit verlangsamen und den nächsten Angriff verstärken. Wer sich verteidigen will, muss angreifen. Das ist eine Design-Philosophie, die sich auch in den Hardware-Anforderungen wiederfindet: Das Spiel will keine Kompromisse, es will Leistung.
Ob diese Radikalität aufgeht, wird sich am 24. September zeigen. Die digitale Version erscheint pünktlich, die physische Disc folgt am 15. Oktober. Wer eine PS5 oder Xbox Series X/S besitzt, bekommt einen 60-FPS-Performance-Modus. Auf dem PC entscheidet die Hardware, ob Control Resonant gnädig oder gnadenlos ist.