Spiele sehen heute bereits beeindruckend aus – aber NVIDIA ist offenbar der Meinung, dass das erst der Anfang war. Auf der GTC hat der Grafikkarten-Hersteller DLSS 5 vorgestellt, und wer die Ankündigung verfolgt hat, versteht, warum Entwickler wie Bethesda, CAPCOM und Ubisoft kaum an sich halten konnten. Was diese Technologie grundlegend von allem unterscheidet, was bisher unter dem DLSS-Label lief, ist ein Paradigmenwechsel, der tief in die Art eingreift, wie Grafik überhaupt berechnet wird.
Von der Leistungssteigerung zur Bildrevolution
DLSS begann 2018 als cleveres Werkzeug zur Hochskalierung von Auflösungen mithilfe künstlicher Intelligenz – nützlich, aber in seiner Wirkung begrenzt. Mit jeder Generation wuchs der Anteil der KI-generierten Pixel, bis DLSS 4.5 auf der diesjährigen CES ankündigte, 23 von 24 sichtbaren Bildschirm-Pixeln vollständig durch KI zu erzeugen. DLSS 5 geht nun einen entscheidenden Schritt weiter und verlässt das Terrain der reinen Leistungsoptimierung vollständig. Die neue Technologie nutzt Farb- und Bewegungsvektoren des jeweiligen Spiels als Eingabe und speist diese in ein neuronales Echtzeit-Rendering-Modell ein, das Szenen mit fotorealistischer Beleuchtung und physikalisch plausiblen Materialien anreichert. Das Ergebnis basiert auf den originalen dreidimensionalen Spielinhalten, bleibt von Bild zu Bild konsistent und läuft in Echtzeit mit bis zu 4K-Auflösung. Jensen Huang, Gründer und Vorstandsvorsitzender von NVIDIA, beschreibt es als den „GPT-Moment für die Grafik“ – ein Vergleich, der die Tragweite dieser Ankündigung unmissverständlich unterstreicht.
Welche Spiele als erste profitieren
Die Unterstützerliste liest sich wie ein Querschnitt durch die renommiertesten Studios der Branche. Bethesda bringt DLSS 5 in Starfield, Todd Howard ließ verlauten, dass die Implementierung das Spiel regelrecht zum Leben erwecke. CAPCOM setzt die Technologie in Resident Evil Requiem ein und betont, wie sehr fotorealistische Beleuchtung und Texturen die atmosphärische Dichte des Horrortitels steigern. Ubisoft integriert DLSS 5 in Assassin’s Creed Shadows, wo es laut den Entwicklern genau die Art von Weltgestaltung ermöglicht, die man sich schon immer vorgestellt hatte. Weitere bestätigte Titel sind unter anderem Hogwarts Legacy, The Elder Scrolls IV: Oblivion Remastered, Delta Force, Phantom Blade Zero, NARAKA: BLADEPOINT und Black State – ein breites Spektrum an Genres und Plattformen, das zeigt, wie universell einsetzbar die Technologie konzipiert ist.
Was DLSS 5 für die Zukunft der Spielgrafik bedeutet
NVIDIA selbst stuft DLSS 5 als den bedeutendsten Fortschritt in der Computergrafik seit der Einführung des Echtzeit-Raytracings ein – und dieser Vergleich ist kein zufällig gewählter. Raytracing veränderte 2018 grundlegend, wie Licht und Schatten in Spielen dargestellt werden. DLSS 5 greift nun noch tiefer ein und verändert, wie Bilder überhaupt entstehen. Die Kluft zwischen vorgerenderten Kinoeffekten und interaktivem Spielerlebnis soll damit erstmals wirklich überbrückbar werden. Der Herbst dieses Jahres ist als Erscheinungszeitraum angekündigt, und angesichts der Breite der bereits bestätigten Partner dürfte der Rollout zügig vonstatten gehen. Für alle, die ohnehin eine aktuelle NVIDIA-Grafikkarte besitzen, klingt das nach einem Update, auf das sich das Warten mehr als lohnt.



