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Games

Rayman Legends Retold erscheint am 1. Oktober – zwei Spiele für 40 Euro, aber kann das gutgehen?

Rayman Legends Retold erscheint am 1. Oktober für 39,99 Euro auf allen Plattformen und packt Origins gleich als 4K-Remaster obendrauf. Ein verdächtig gutes Angebot von einem angeschlagenen Publisher – aber für Fans der Reihe trotzdem der beste Deal seit Jahren.

Mischa Schumacher
von Mischa Schumacher
04.06.26
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Lesezeit: 5 Min.
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Rayman Legends Retold wurde kürzlich während Sonys State of Play offiziell enthüllt und erscheint am 1. Oktober für PS5, Xbox Series X|S, Nintendo Switch 2 und PC. Ubisoft Montpellier und Mailand hieven den 2013er-Plattformer in die Snowdrop Engine, verpassen ihm eine komplett neue 3D-Optik und packen gleich noch ein vollwertiges 4K-Remaster von Rayman Origins mit dazu. Der Preis: 39,99 Euro. Eine Kampfansage an die Konkurrenz – oder ein stiller Hilferuf eines angeschlagenen Publishers?

Das steckt im Artikel
  • 2D bleibt 2D – aber die Optik macht den Sprung in die dritte Dimension
  • Ein 92er-Metascore und trotzdem ein Flop
  • Zwei Spiele für 40 Euro – und alle Editionen im Überblick
  • Zwischen Rayman und der Entwicklerhölle
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2D bleibt 2D – aber die Optik macht den Sprung in die dritte Dimension

Auf den ersten Blick wirkt das Konzept widersprüchlich: Ein Side-Scrolling-Plattformer, der plötzlich in 3D glänzt. Tatsächlich verändert Ubisoft das grundlegende Gameplay nicht – Rayman springt, gleitet und boxt weiterhin von links nach rechts. Was sich ändert, ist die visuelle Tiefe. Die Snowdrop Engine – ursprünglich für Military-Shooter wie The Division entwickelt – erlaubt deutlich komplexere Lichtstimmungen, dynamische Kamerafahrten und gerenderte Zwischensequenzen mit vollständiger Sprachausgabe.

Das ist ein Novum für die Reihe. „Dieser frische 3D-Ansatz dient als Brücke zwischen der visuellen Fülle von Rayman 2 und 3 und der Effizienz des Side-Scrolling-Gameplays von Rayman Legends“, erklärt Brand Art Director Guillaume Arvieu. Auf dem Papier klingt das wie die goldene Mitte zwischen Retro-Nostalgie und Moderne. In der Praxis muss sich zeigen, ob die Snowdrop Engine – optimiert für realistische Militärszenarien – bei farbenfrohen Cartoon-Welten nicht genau die falsche Wahl war. Einen ersten Eindruck liefert der neue Trailer, eine ausführliche Preview von IGN zeigt bereits erste Spielszenen.

Neben der sechsten, komplett neuen Welt und vier frischen Musik-Leveln kehrt auch die Höhle der Prüfungen zurück – diesmal mit rotierenden Herausforderungen. Kung Foot, der chaotische Fußball-Modus, wurde um Power-Ups und anpassbare Regeln erweitert. Der Soundtrack mischt Christophe Hérals Original-Stücke mit neuen Kompositionen: Der Banjo-Kazooie-Komponist Grant Kirkhope steuert neue Stücke bei – ein klares Signal an Nintendo-Fans, dass dieser Rayman auch auf der Switch 2 eine Heimat finden soll.

Ein 92er-Metascore und trotzdem ein Flop

Um zu verstehen, warum Ubisoft ausgerechnet ein 13 Jahre altes Spiel neu auflegt, muss man auf 2013 zurückblicken. Rayman Legends erhielt damals einen Metascore von 92 – das gleiche Niveau wie Super Mario Galaxy 2 oder Zelda: Breath of the Wild. Die Kritiken überschlugen sich, das Leveldesign galt als Referenz für das gesamte Genre.

Trotzdem verkaufte sich das Spiel „katastrophal“: Bis 2014 nur rund eine Million Einheiten. Zum Vergleich: Super Mario Bros. Wonder setzte 2023 innerhalb von zwei Wochen über 13 Millionen Exemplare ab. Legends litt unter einer verhängnisvollen Entscheidung: Ursprünglich als Wii-U-Exklusivtitel konzipiert, verschob Ubisoft den Release um sechs Monate, um zeitgleich auch PS3 und Xbox 360 zu bedienen – und verprellte damit Nintendos Kernpublikum, ohne anderswo nennenswert zu wachsen.

Retold ist der zweite Anlauf, einem künstlerisch brillanten, aber kommerziell gescheiterten Spiel das Publikum zu verschaffen, das es verdient. Die Frage ist nur: Braucht es dafür ein Remake? Das Original läuft auf Xbox Series X via Abwärtskompatibilität und auf der Switch als Definitive Edition – beide Versionen sehen 2026 immer noch ausgezeichnet aus.

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Zwei Spiele für 40 Euro – und alle Editionen im Überblick

Der Preis ist das vielleicht stärkste Argument für Retold. Für 39,99 Euro bekommst du nicht nur das Hauptspiel, sondern auch Rayman Origins: Enhanced Edition – ein vollwertiges 4K-Remaster des 2011er-Vorgängers mit 60 FPS, haptischem Feedback und neuen Komfortfunktionen. Das Bundle wirkt fast zu gut, um wahr zu sein – und genau das ist es vielleicht auch, angesichts der Situation bei Ubisoft.

Die Editionen im Detail:

  • Standard Edition (39,99 €): Hauptspiel + Rayman Origins Enhanced Edition
  • Digital Deluxe Edition: zusätzlich Retro-Paket mit vier Kostümen und In-Game-Kunstgalerie
  • Launch Edition (nur Handel): zusätzlich gedruckte Karte der Lichtung der Träume, drei Lithografien, Slipcase
  • Deluxe Upgrade Paket (nur digital): nachträglich buchbar für Standard-Käufer, enthält Retro-Paket und Kunstgalerie

Wer vorbestellt, sichert sich das „Hoodlum Havoc“-Paket – zwei Kostüme für Rayman und Globox, inspiriert von Rayman 3. Bei MediaMarkt und Saturn liegt außerdem ein Schlüsselanhänger als Vorbestellerbonus bei. Auf Steam ist das Spiel bereits vorbestellbar, der deutsche PlayStation Blog beleuchtet die PS5-Features inklusive DualSense-Integration.

Zwischen Rayman und der Entwicklerhölle

Dass ausgerechnet Ubisoft Montpellier dieses Remake verantwortet, ist die interessanteste Personalie der Ankündigung. Das Studio ist seit 2008 mit Beyond Good & Evil 2 beschäftigt – einem Projekt, das mittlerweile länger in Entwicklung ist als Duke Nukem Forever und das Studio trotz sporadischer Lebenszeichen bis heute nicht verlassen hat. Wie viel kreative Bandbreite bleibt da für einen liebevoll designten Plattformer?

Michel Ancel, der geistige Vater von Rayman und Beyond Good & Evil, verließ Ubisoft 2020 nach Vorwürfen toxischer Führung. Seitdem fehlt beiden Franchises die zentrale kreative Instanz. Brand Producer Loïc Gounon verspricht zwar, man wolle „alles bewahren, was Fans lieben“, aber ohne Ancel steht Rayman vor einem ähnlichen Identitätsproblem wie Metal Gear ohne Kojima.

Und dann ist da noch der größere Kontext: Ubisoft steckt in der tiefsten Krise seiner Geschichte. Nachdem der Publisher zuletzt sechs Spiele ersatzlos strich – darunter das Prince of Persia Sands of Time Remake – und tausende Stellen abbaute, wirkt ein 40-Euro-Doppelpack wie der verzweifelte Versuch, mit aggressivem Pricing Sympathien zurückzukaufen. Ein anonymer Ubisoft-Mitarbeiter gab zu Protokoll, der Konzern brauche dringend einen Hit, um die Stimmung zu drehen.

Ironischerweise könnte ausgerechnet dieser No-Brainer-Deal – zwei Spiele für 40 Euro, keine Mikrotransaktionen, kein Season Pass – das Vertrauen der Community eher zurückgewinnen als jedes AAA-Prestigeprojekt. Gerüchte um ein umfassendes Rayman-Remake kursierten bereits, und eine Rayman-Jubiläumsedition war bereits durch eine australische Altersfreigabe durchgesickert. Dass es jetzt gleich zwei Spiele in einem Paket gibt, deutet darauf hin, dass Ubisoft die Gunst der Stunde nutzt – bevor das nächste Quartalsergebnis neue Hiobsbotschaften bringt.

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vonMischa Schumacher
Seit Kindestagen bin ich ein riesen Nintendo-Fan und bin mit Spielen wie Super Mario und Pokemon aufgewachsen. Dann kam die erste Playstation, kurz darauf folgte der eigene PC und somit gab es für mich keinen Halt mehr und meine Leidenschaft für Videospiele wurde immer größer. So groß, dass ich mittlerweile 16 Konsolen im Wohnzimmer stehen hab. Ich kann mit Shooter nicht wirklich etwas anfangen, jedoch habe ich mit RPGs und JRPGs umso mehr Freude, Jump and Runs dürfen natürlich hier nicht fehlen. Mein Herz gilt Spielen mit einer bewegenden Story, da kann Grafik schon mal als Nebensache betrachtet werden.
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