S-Game hat die PC-Systemanforderungen von Phantom Blade Zero veröffentlicht, und die wirken auf den ersten Blick erstaunlich moderat: Für 1080p/30 reichen eine GTX 1660, 16 GB RAM und ein Sechs-Kern-Prozessor von 2018. Doch alle vier Leistungsstufen gelten nur mit aktiviertem Upscaling – und genau dort beginnt der Haken. Ausgerechnet die Einstiegs-GPU der Mindestanforderungen kann Nvidias DLSS nicht nutzen, und welcher Upscaler dort greifen soll, hat S-Game nie gesagt.
- Die Specs im Überblick: Vier Stufen, eine Bedingung
- Das Pflicht-Upscaling versteckt die eigentliche Hardware-Frage
- Path Tracing ab RTX 5080: Wo die Preisklassen auseinanderlaufen
- Denuvo ist bestätigt – und die PC-Demo bleibt offen
- Einordnung: Moderate Specs sind S-Games Antwort auf die Hardware-Krise
- State of Play am 17. August: Der Abend, der vieles klärt
Die Specs im Überblick: Vier Stufen, eine Bedingung
Die offiziellen Anforderungen umfassen vier Stufen: Minimum 1080p/30 ab GTX 1660, empfohlen 1440p/60 ab RTX 3060 Ti, Raytracing 1080p/60 ab RTX 5060 und Path Tracing in 4K/60 nur mit RTX 5080. Gemeinsame Bedingung aller Stufen: Upscaling muss aktiv sein, eine SSD ist Pflicht, die Installationsgröße blieb ungenannt.
| Stufe | Ziel | GPU | CPU |
|---|---|---|---|
| Minimum | 1080p/30 | GTX 1660 6 GB / RX 5500 XT 8 GB | i7-8700K / Ryzen 5 3600 |
| Empfohlen | 1440p/60 | RTX 3060 Ti 8 GB / RX 6700 XT 12 GB | i5-10600K / Ryzen 5 5600X |
| Raytracing | 1080p/60 | RTX 5060 8 GB | – |
| Path Tracing | 2160p/60 | RTX 5080 16 GB | – |
16 GB RAM gelten für alle Stufen, dazu DirectX 12 und Windows 10/11. Was auffällt: Die CPU-Anforderungen sind sechs Jahre alt, die empfohlene Grafikkarte stammt aus dem Jahr 2021. S-Game hat den Release auf den 29. Oktober 2026 gelegt – und damit genug Zeit gelassen, um diese Werte auch einzuhalten.
Das Pflicht-Upscaling versteckt die eigentliche Hardware-Frage
Pflicht-Upscaling heißt: Die genannten FPS-Werte gelten nicht für die native Auflösung, sondern für rekonstruierte Bilder – wer 30 oder 60 FPS ohne die Technik erwartet, wird enttäuscht. Bestätigt hat S-Game bislang nur Nvidias DLSS 4.5 mit Multi Frame Generation, über FSR und XeSS schweigt das Studio. Genau das wird auf der Einstiegsklasse zum Problem: Die GTX 1660 besitzt keine Tensor-Cores, kann DLSS also gar nicht laden. Für die Mindestanforderung müsste demnach FSR her – eine Technologie, die S-Game noch nicht genannt hat.
Das ist kein akademisches Detail. Auf einer GTX 1660 entscheidet der Upscaler darüber, ob die 30 FPS überhaupt zustande kommen – und gerade das DLSS 4-Gameplay aus Pang Town zeigte, wie stark das Bild von dieser Technik lebt. Dazu kommt ein zweiter Kostenpunkt: Der Entwickler listet Denuvo explizit als Drittanbieter-DRM. Mehr Overhead auf einer GPU, die schon an der 30-FPS-Grenze arbeitet – das kann sich beißen.
Path Tracing ab RTX 5080: Wo die Preisklassen auseinanderlaufen
Die Raytracing-Stufe verlangt eine RTX 5060 für 1080p/60, Path Tracing in 4K/60 kostet eine RTX 5080 mit 16 GB. Diese Lücke ist riesig, aber erklärbar: Path Tracing berechnet Lichtwege physikalisch korrekt und ist die schwerste Last, die ein Spiel heute erzeugen kann. Auf der PS5 gibt es das nicht – S-Game bestätigte nur allgemein PS5 Pro-Verbesserungen, Details fehlen.
Die Zahlen zeigen auch, wofür die Verschiebung um 50 Tage genutzt wurde: S-Game nannte Raytracing-Optimierung explizit als Baustelle, und die Anforderungen lesen sich wie das Ergebnis. Zum Vergleich: Black Myth: Wukong, das andere große UE5-Actionspiel aus China, empfahl 2024 eine RTX 2060 für 1080p/60. Phantom Blade Zero setzt für 1440p/60 eine RTX 3060 Ti an – auf dem Papier ein faires Angebot. Wer Raytracing will, landet mit der RTX 5060 beim Sweet Spot: 1080p/60 mit RT für eine Midrange-Karte ist selten geworden.
Denuvo ist bestätigt – und die PC-Demo bleibt offen
Ja, Phantom Blade Zero kommt mit Denuvo. Und nein, eine PC-Demo ist nicht angekündigt: Der kürzlich gesichtete Store-Eintrag betraf die PS5, S-Game hat weder Demo noch Termin bestätigt. Die Vorbestellungen laufen bereits, die Standard Edition kostet 69,99 Euro, die Deluxe Edition 79,99 Euro.
Dabei wäre gerade für PC-Spieler eine Demo das richtige Signal. S-Game hat eine Million Wishlists in 15 Tagen gemeldet – die Nachfrage ist riesig, SteamDBs meistgewünschte Spiele führen den Titel in den Top 10. Aber ein Spiel mit Pflicht-Upscaling und Denuvo muss beweisen, dass es auf der Zielhardware wirklich läuft, und das kann nur ein Test. Bleibt die Demo PS5-exklusiv, wäre das ein schlechtes Zeichen für die PC-Version.
Einordnung: Moderate Specs sind S-Games Antwort auf die Hardware-Krise
Die Anforderungen sind keine Zufallswerte, sondern Strategie. Director Qiwei Liang hat mehrfach gesagt, Phantom Blade Zero solle ohne Hardware-Upgrade laufen, weil Grafikkarten in den letzten Jahren spürbar teurer geworden sind – als Ziel nannte er sogar das Steam Deck.
Wer eine GTX 1660 als Minimum ansetzt, meint es ernst mit der Zugänglichkeit; das unterscheidet S-Game von anderen UE5-Titeln, die schlicht bessere Hardware voraussetzen. Dass ausgerechnet die günstigste Stufe an einem unbenannten Upscaler hängt, bleibt der Wermutstropfen dieser Strategie.
State of Play am 17. August: Der Abend, der vieles klärt
Am 17. August streamt Sony eine eigene State of Play Folge zu Phantom Blade Zero, versprochen sind neue Charaktere und Details zu den Builds. Ob die viel diskutierte Demo nach der Show erscheint, ist offen – im Raum steht ein Shadow-Drop für PS5. Für PC-Spieler bleibt vorerst die Hoffnung, dass S-Game die Demo nachzieht, denn Boss-Checkpoints statt Soulslike-Strafen und vier Schwierigkeitsgrade sprechen für ein Publikum, das erst probieren will.
Die Anforderungen jedenfalls sind nicht das Ende der Geschichte, sondern ihr Anfang. Wer über einen Kauf nachdenkt, sollte die ersten unabhängigen Benchmarks abwarten, bevor er Geld ausgibt – die Specs versprechen viel, und genau das müssen sie erst beweisen.

