Project Helix nimmt als nächste Xbox-Generation immer konkretere Formen an – zumindest auf dem Papier. Während Microsoft selbst bislang wenig mehr als den Codenamen preisgegeben hat, liefert eine detaillierte technische Analyse erstmals handfeste Zahlen zu Rechenleistung, Architektur und einem möglichen Verkaufspreis, der einige Spieler aufhorchen lassen dürfte. Wer gedacht hat, die nächste Konsolengeneration würde erschwinglich bleiben, könnte eine unliebsame Überraschung erleben.
30 Prozent mehr Recheneinheiten, 65 Prozent schneller pro Einheit
Der Kern der neuen Analysen dreht sich um den AMD-Magnus-Prozessor, der Project Helix antreiben soll. Gegenüber der Xbox Series X bietet Magnus zwar nur rund 30 Prozent mehr Recheneinheiten – was sich zunächst bescheiden anhört. Der entscheidende Faktor liegt jedoch in der Effizienz: Dank der neuen RDNA-5-Architektur soll jede einzelne Recheneinheit rund 65 Prozent schneller arbeiten als ihr Pendant in der Xbox Series X. In der Kombination ergibt sich daraus ein erheblicher Leistungssprung. Microsoft soll laut dem Bericht entsprechend planen, Bildwiederholraten von über 120 Bildern pro Sekunde anzusteuern – ein Ziel, das die neue Hardware realistisch in greifbare Nähe rückt.
Technische Spezifikationen: Was der Magnus-Prozessor im Detail bietet
Der Grafikprozessor von Magnus umfasst 68 RDNA-5-Recheneinheiten, aufgeteilt auf vier sogenannte Shader-Engines mit jeweils zwei Shader-Arrays. Hinzu kommen mindestens 24 Megabyte L2-Cache sowie ein 192-Bit-Speicherbus mit der Möglichkeit, bis zu 48 Gigabyte GDDR7-Arbeitsspeicher zu nutzen. Besonders interessant ist die Integration einer neuronalen Verarbeitungseinheit, die bei sechs Watt Leistungsaufnahme 110 Billionen Operationen pro Sekunde bewältigen kann – und bei sparsamem Betrieb mit 1,2 Watt immerhin noch 46 Billionen. Das ist ein deutliches Signal, dass Microsoft auf KI-gestützte Funktionen setzt, etwa für Upscaling oder andere Echtzeit-Prozesse, die in modernen Spielen zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Der Preisschock: Zwischen 920 und 1.100 Euro
Was viele Interessierte am stärksten beschäftigen dürfte, ist die Preisfrage – und hier werden die Schätzungen unangenehm konkret. Allein die Herstellungskosten des Magnus-Prozessors sind erheblich: AMD soll für eine vergleichbare Grafikkarte der nächsten Generation einen Listenpreis von rund 505 Euro anpeilen. Würde Microsoft Project Helix zum Selbstkostenpreis verkaufen, läge der Konsolen-Preis demnach bei ungefähr 825 Euro. Da das Unternehmen jedoch Gewinne erwirtschaften will und selbst bereits von einem „Premium“-Produkt gesprochen hat, bewegen sich die Schätzungen für den tatsächlichen Verkaufspreis zwischen rund 920 und 1.100 Euro. Für eine Spielkonsole wäre das ein historischer Höchstwert – und eine ernste Frage an die Zielgruppe.
Hybridnatur und der Vergleich mit der PS6
Ein weiterer Faktor, der die Leistungsbilanz von Project Helix beeinflusst, ist die gemunkelte Hybridnatur der Konsole: Durch die tiefe Integration von Windows 11 und die mögliche Unterstützung von PC-Storefronten wie Steam entsteht ein erheblicher Softwareaufwand, der einem Teil der rohen Rechenleistung zugutekommt – und somit nicht vollständig für Spiele verfügbar ist. Im direkten Vergleich mit der PS6 bleibt Magnus zwar leistungsstärker, der praktische Unterschied dürfte im Alltag aber überschaubar ausfallen. Sowohl Microsoft als auch Sony prüfen laut Berichten noch, ob sie ihre jeweiligen Konsolen zum geplanten Termin auf den Markt bringen – wobei eine Planänderung für beide Unternehmen teurer käme als das Festhalten am ursprünglichen Zeitplan, zumal sich die weltweite RAM-Knappheit bis Ende des nächsten Jahres merklich entspannen soll.