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Games

Rockstar vs. 23 Ex-Mitarbeiter: Einer der teuersten Arbeitsrechtsstreite der Gaming-Geschichte beginnt

Rockstar Games muss sich seit gestern in Glasgow vor einem Employment Tribunal verantworten. 23 ehemalige Mitarbeiter klagen wegen Union-Busting, einen Monat vor dem GTA 6-Release.

Max Wollersberger
von Max Wollersberger
11.09.26
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Lesezeit: 4 Min.
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Rockstar Games steht vor dem größten Arbeitsrechtsstreit seiner Geschichte. Gestern begann in Glasgow das Employment Tribunal gegen den GTA 6-Entwickler, bei dem 23 ehemalige Mitarbeiter den Vorwurf des Union-Bustings erheben. Der Prozess läuft bis zum 16. Oktober – exakt einen Monat vor dem Launch des wohl größten Spiels aller Zeiten.

Das steckt im Artikel
  • 34 Entlassungen, 23 Kläger und ein Tribunal, das alles verändern könnte
  • Ein Discord-Server, ein Visa-Entzug und der Vorwurf des Blacklistings
  • Starmer, RGWU und ein Release, der alles überstrahlt

34 Entlassungen, 23 Kläger und ein Tribunal, das alles verändern könnte

Die Zahlen sind nüchtern und brutal zugleich. 34 Mitarbeiter verlor Rockstar Games im Oktober 2025, 31 davon am Hauptsitz in Edinburgh, drei in Kanada. Die offizielle Begründung des Studios: „Gross Misconduct“ – schweres Fehlverhalten durch das Teilen vertraulicher Informationen auf einem Discord-Server. Die Betroffenen sehen das komplett anders. Sie sagen, sie hätten in einem privaten Forum über Arbeitsbedingungen gesprochen, nicht über Spiele. Die IWGB, die Independent Workers‘ Union of Great Britain, spricht von einem „rücksichtslosen Akt des Union-Bustings“.

Am Donnerstagmorgen versammelten sich rund 40 Unterstützer vor dem Glasgow Tribunals Centre, Banner mit der Aufschrift „Union Busting“ in der Hand. Die 23 Kläger, die den Weg vor Gericht gewählt haben, fordern entweder ihre Wiedereinstellung oder eine Entschädigung – und ein Urteil, das ihre Entlassung als unrechtmäßig einstuft. Sie sind nicht allein: 220 Mitarbeiter haben sich hinter sie gestellt und die Wiedereinstellung der 31 Gefeuerten gefordert.

Ein Discord-Server, ein Visa-Entzug und der Vorwurf des Blacklistings

Die Kernfrage des Verfahrens dreht sich um einen Discord-Server, der von der Gewerkschaft betrieben wurde. Rockstar behauptet, dort seien „spezifische Spielfeatures aus kommenden und unangekündigten Titeln“ geteilt worden – ein klarer Verstoß gegen Vertraulichkeitsvereinbarungen. Die IWGB kontert, es sei um Gehälter, HR-Probleme und Arbeitsbedingungen gegangen. Genau die Themen, für die ein gewerkschaftlicher Discord-Server da ist.

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Die Entlassungsmethode selbst ist ein zentraler Streitpunkt. Nach Angaben der IWGB wurden Mitarbeiter in Meetings gerufen, sie wurde mit sofortiger Wirkung gekündigt und wurden aus dem Gebäude eskortiert. Wer nicht vor Ort war, erhielt die Nachricht laut IWGB per Anruf, der etwa zwei Minuten dauerte – danach waren die Arbeitskonten gesperrt. Ein besonders drastischer Fall: Will Mesilane, ein australischer Mitarbeiter, musste das Vereinigte Königreich verlassen, nachdem Rockstar sein Arbeitsvisum zurückzog und ihn beim Home Office meldete – ohne Gelegenheit, Einspruch einzulegen.

Die IWGB wirft Rockstar zudem vor, Listen mit Namen von Gewerkschaftsmitgliedern erstellt und genutzt zu haben, um gezielt gegen sie vorzugehen – der Vorwurf des Blacklistings. Ein Arbeitsgericht hatte im Juni entschieden, dass dieser Vorwurf im laufenden Verfahren behandelt werden darf. Die Ex-Mitarbeiter haben ihr Schweigen gebrochen und schildern eine Kultur der Angst, in der Gewerkschaftsmitgliedschaft als Zielscheibe auf dem Rücken galt. Auch der Vorwurf der „Slack-Säuberung“ steht im Raum.

Starmer, RGWU und ein Release, der alles überstrahlt

Der Fall hat längst die Gerichtssäle von Glasgow verlassen. Der britische Premierminister Keir Starmer bezeichnete die Entlassungen im Dezember 2025 als „zutiefst besorgniserregend“ und kündigte eine ministerielle Untersuchung an. Abgeordnete des schottischen Parlaments forderten Rockstar auf, die Untersuchungsberichte offenzulegen. Die IWGB hat in der Zwischenzeit die Rockstar Games Workers Union (RGWU) gegründet, die – sollte sie offiziell anerkannt werden – die größte Gewerkschaft der britischen Spieleindustrie wäre.

Und dann ist da noch GTA 6. Am 19. November erscheint das Spiel, auf das die Welt seit 13 Jahren wartet. Die Ironie könnte kaum bitterer sein: Während Rockstar den größten Launch der Gaming-Geschichte vorbereitet, müssen sich die Verantwortlichen in Glasgow mit Vorwürfen auseinandersetzen, die das Unternehmen nachhaltig beschädigen könnten.

Die Entlassenen haben die Fans übrigens ausdrücklich gebeten, GTA 6 nicht zu boykottieren – stattdessen sollen sie den Rechtsstreit unterstützen. Ob das Tribunal bis zum Release ein Urteil fällt, ist offen. Der Prozess läuft bis zum 16. Oktober, danach folgt die Urteilsverkündung. Eines ist sicher: Rockstar wird den November nicht vergessen – weder wegen GTA 6 noch wegen Glasgow.

TAGGED:Grand Theft Auto 6GTARockstar Games

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vonMax Wollersberger
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Heavy Music, schnelle Bikes und Sport sowieso – da ich auch im Jahre des Herren 1986 geboren wurde und da auch der NES in Europa das Licht erblickte, war die Konsequenz des Zockens logisch. Da ich auch an verbaler Inkontinenz leide, sind PixelCritics sowie earshot.at perfekte Orte um mein Interesse am Journalismus auszuleben.
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