Am 20. August erscheinen die erste Story-Erweiterung Cost of Hope (29,99 Euro) und das kostenlose Update 2.0 gleichzeitig für PC, Xbox Series X/S und PS5. Während Skif zwischen Duty und Freedom wählen muss und erstmals ins AKW Tschernobyl vordringt, hievt das Update die Engine von Unreal 5.1 auf 5.5.4 – obwohl GSC das als „Upgrade auf Unreal Engine 5″ verkauft und das Spiel nie auf etwas anderem lief. Genau dieser Widerspruch ist der Kern: Das Update ist größer, als die Ankündigung ahnen lässt – und der Preis der Erweiterung entzweit die Community, bevor sie erscheint.
Was am 20. August kommt: Cost of Hope, Update 2.0 – und wer was zahlt
Der Preis ist offiziell: Im Steam-Store steht die Erweiterung mit 29,99 Euro in der Liste – inklusive Hinweis, dass sie auch Teil der Ultimate Edition des Grundspiels ist. Wer die Ultimative schon besitzt, zahlt also nichts extra. Das Update 2.0 dagegen bekommt jeder: GSC hat den gemeinsamen Release-Termin Ende Juli bestätigt, und die PS5-Fassung, die erst im November 2025 nachzog, hängt am selben Tag dran.
Es ist der erste große gemeinsame Schritt aller drei Plattformen – ein Jahr und neun Monate nach dem PC- und Xbox-Release am 20. November 2024. Sechs Millionen Spieler sind inzwischen in der Zone unterwegs. Für die meisten davon stellt sich die Frage, ob 29,99 Euro gerechtfertigt sind – dazu später mehr.
Das „UE5-Upgrade“, das keins ist: Stalker 2 hüpft von 5.1 auf 5.5.4
GSC nennt es ein „Upgrade auf Unreal Engine 5″ – das ist irreführend, denn Stalker 2 lief von Tag eins auf UE5 in Version 5.1. Was Update 2.0 wirklich bringt, ist der Sprung auf die deutlich neuere Version 5.5.4: bessere Beleuchtung und Belichtung, ein sichtbares Foliage- und Gelände-Overhaul und die neuen Wetterbedingungen Nebel und leichter Regen.
Der Unterschied klingt technisch, sieht aber so aus: Innenräume wirken nach dem Update nicht mehr flach ausgeleuchtet, Pflanzen und Boden verlieren ihre matschige Optik, und Nebel zieht jetzt als eigenes Wetterereignis über die Zone. Das 5.5.4-Ziel ist kein Geheimnis – der Engine-Sprung wurde schon im Herbst angekündigt.
Der PR-Wortlaut ist trotzdem ungenau, und das ist kein Stilfehler, sondern eine Faktentreue-Frage: Wer „Upgrade auf UE5″ liest, denkt an einen Wechsel von einer alten auf eine neue Engine. Dabei tauscht GSC nur die Version innerhalb derselben Technologie aus. Ehrlicher wäre die Überschrift: Der Sprung von 5.1 auf 5.5.4. Dass die Ankündigung das verschweigt, ist schade – denn der eigentliche Gewinn des Updates ist ohnehin nicht die Zahl, sondern die Optik.
Zwischen Duty und Freedom: Zulu, Mavka und das Herz der Zone
Cost of Hope erzählt den Zusammenbruch des brüchigen Friedens zwischen Duty und Freedom: Skif bekommt zwei Begleiter an die Seite gestellt, die verfeindeten Lagern entstammen, und muss sich am Ende zwischen ihren Überzeugungen entscheiden – während das Zentrum der Zone, das AKW Tschernobyl, erstmals in der Serie betretbar wird.
Die beiden Begleiter sind Zulu, ein Serienveteran aus den Reihen von Duty, und Mavka von Freedom – das Bündnis, das der Trailer zeigt, hält nicht. Dazu kommen mit dem Iron Forest und dem AKW zwei neue Regionen, die GSC als „Dutzende Stunden“ neuen Inhalts bewirbt – eine Publisher-Zahl, die sich erst im Spiel beweisen muss. Der Gameplay-Trailer zeigt beide Gebiete samt einer Stadt unter der Zone, von der bislang kaum etwas bekannt war.
Nebenbei bekommt das Hauptspiel vier neue Waffen (das Sturmgewehr Arev, die DMRs GP3A und SKP sowie die Fora-230) und drei neue Ferngläser. A-Life 2.0, das Simulationssystem der Zone, lernt zudem neue Schauplätze für Gefechte zwischen Stalkern und Mutanten – Campfires und Bushaltestellen gehören jetzt zu den Orten, an denen die Welt ohne euer Zutun weiterläuft. Wer es härter will, nimmt Custom Rules: Damit lasst ihr euch die eigene Schwierigkeit zusammenbauen, von Gegnerstärke bis Ressourcen.
29,99 Euro für Cost of Hope: Die Preis-Debatte, die vor dem Release eskaliert
Der Preis ist offiziell, die Meinung dazu nicht: Auf Reddit vergleichen Spieler die Erweiterung direkt mit der Konkurrenz – „30 Dollar für 2 Stunden gegen 8 Stunden gratis“ lautet der Vorwurf Richtung Borderlands 4. GSC hat bislang keine Spielzeit genannt.
Der Vergleich ist unfair und berechtigt zugleich. Unfair, weil eine Story-Erweiterung für Stalker 2 mehr ist als eine lineare Kampagne – zwei neue Regionen, neue Waffen, Begleiter. Berechtigt, weil GSC mit „Dutzenden Stunden“ wirbt, ohne eine konkrete Zahl zu nennen. Dazu kommt: Die sechs Millionen Spieler haben das Grundspiel zum Teil für 60 Euro gekauft – eine Erweiterung für die Hälfte davon ist ein Statement.
Immerhin: Die Ultimate Edition enthält Cost of Hope, und laut der Ankündigung von der Xbox Partner Preview sind zwei weitere Erweiterungen eingeplant. Und während die Diskussion tobt, wartet die Community weiter auf den Multiplayer, der offiziell bislang nur als „in Arbeit“ bestätigt ist – die Gerüchteküche rechnet mit einem schlichten Deathmatch-Modus gegen Ende des Jahres. Offiziell ist davon nichts. Was bleibt, ist ein Vertrauensvorschuss: Wer 29,99 Euro für die Zone zahlt, wettet darauf, dass GSC liefert, was die Ankündigung verspricht. Der 20. August zeigt, ob die Wette aufgeht.
