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Games

Statt Boykott ein T-Shirt: Entlassene Rockstar Mitarbeiter bitten GTA 6 Fans um Unterstützung für ihren Rechtsstreit

Die 34 entlassenen Rockstar-Mitarbeiter bitten Fans, GTA 6 nicht zu boykottieren, sondern durch den Kauf des „Rockstar 34 Solidarity T-shirt" ihren Rechtsstreit zu unterstützen – ein bewusster Wechsel von wirtschaftlichem Druck zu öffentlicher Sichtbarkeit.

Alexander Liebe
von Alexander Liebe
19.08.26
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Lesezeit: 4 Min.
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In den Diskussionen der letzten Wochen kursierte immer wieder der Vorschlag, Grand Theft Auto 6 zu boykottieren – als Protest gegen den Umgang von Rockstar Games mit seinen Beschäftigten. Die 34 entlassenen Mitarbeiter selbst bitten in einem neuen Video ausdrücklich darum, das nicht zu tun. Stattdessen werben sie für eine andere Form der Solidarität: den Kauf eines limitierten „Rockstar 34″-T-Shirts, dessen Erlös komplett in ihren Rechtsstreit gegen das Studio fließt.

Das steckt im Artikel
  • Das Video: Kein Boykott, sondern Unterstützung für den Rechtsweg
  • 34 Mitarbeiter, ein Rechtsstreit, eine simple Symbolik
  • Der historische Moment: Gewerkschafts-Anerkennung als Präzedenzfall
  • Was der Boykott-Vergleich mit Take-Two zeigt

Das Video: Kein Boykott, sondern Unterstützung für den Rechtsweg

Der Appell richtet sich gegen die Boykott-Rufe, die als Reaktion auf die Massenentlassungen bei Rockstar entstanden waren. Die betroffenen Mitarbeiter, organisiert in der Gewerkschaft Independent Workers‘ Union of Great Britain (IWGB), formulieren ihre Haltung klar: „Wir haben Jahre unseres Lebens in die Entwicklung dieses Spiels gesteckt. Wir wollen nicht, dass ihr es boykottiert. Wir wollen, dass ihr uns helft, für Gerechtigkeit zu kämpfen.“

Dahinter steckt eine bewusste Strategie. Ein Boykott träfe in der Realität nicht den Publisher, sondern die eigene Erfolgsbilanz des Spiels – und die Arbeiter wollen GTA 6 lieber als Hebel für öffentliche Aufmerksamkeit nutzen, während das Verfahren läuft. Das Video-Interview mit den Entlassenen zeigt, wie tief die Wut und die Hoffnung zugleich sitzen: Man will zurück an den Arbeitsplatz, den man als berufliche Heimat verstand – und die Bürde des „groben Fehlverhaltens“ loswerden, die Rockstar den Entlassungen aufgebürdet hat.

34 Mitarbeiter, ein Rechtsstreit, eine simple Symbolik

Hinter der Zahl „34″ stehen die konkreten Betroffenen: 31 Mitarbeiter aus Großbritannien und drei aus dem kanadischen Toronto, die Rockstar im Oktober 2025 entließ. Das Studio begründet die Kündigungen nicht mit Gewerkschaftsbildung, sondern mit vermeintlichen Discord-Leaks zu kommenden Spielfeatures – eine Darstellung, die die IWGB und die Betroffenen zurückweisen.

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Um Fans eine konkrete Beteiligung zu ermöglichen, haben die Arbeiter das „Rockstar 34 Solidarity T-shirt“ entworfen. Es kostet 25 Pfund, lässt sich bis zum 30. August vorbestellen und wird Mitte September versandt. Jeder Verkauf fließt laut Beschreibung direkt in den Fighting Fund, der die entlassenen Mitarbeiter auf ihrem Weg zur finalen Anhörung im September unterstützt.

Die Symbolik der Aktion ist bewusst doppelbödig: Statt eines Boykotts, der wirtschaftlichen Druck aufbauen soll, setzt man auf ein sichtbares Zeichen der Unterstützung – ein Statement, das die Solidarität nach außen trägt, ohne den Gegner wirtschaftlich zu beschädigen.

Der historische Moment: Gewerkschafts-Anerkennung als Präzedenzfall

Der Rechtsstreit ist nur eine von zwei Fronten. Erst im Juni hatte die IWGB offiziell die freiwillige Anerkennung einer internen Gewerkschaft bei Rockstar beantragt. Würde Rockstar sie anerkennen, wäre GTA 6 Entwickler Rockstar North das zweite britische Studio neben ZA/UM (Disco Elysium) mit offiziell anerkannter Gewerkschaft.

Unterstützung kommt prominent aus den eigenen Reihen. QA-Tester Josh Walter spricht offen über den Schutz der Arbeiterrechte, Produktionskoordinatorin Shanti Easton-Stell nennt eine mögliche Anerkennung ein „landmark moment“. Der IWGB-Vertreter betont, man stehe nun in einer starken Position, um die formale Anerkennung durchzusetzen – gerade weil die entlassenen Kollegen den Kampf mit angestoßen haben, den man nun fortführen will.

Wichtig für die Einordnung: Die 31 Mitarbeiter Zahl variiert je nach Quelle. Die IWGB spricht von den 34 Entlassenen als Gesamtgruppe, während einzelne Berichte auf 31 britische und drei kanadische Beschäftigte aufschlüsseln.

Was der Boykott-Vergleich mit Take-Two zeigt

Den wirtschaftlichen Kontext liefert der Publisher selbst: Take-Two meldete ein Rekord-Fiskaljahr mit 6,72 Milliarden Dollar Net Bookings – 750 Millionen über Plan – und GTA 6 gilt mit einem prognostizierten Launch-Week-Umsatz von bis zu 5,2 Milliarden Dollar als wirtschaftliches Ereignis, das einzelne Aktienkurse bewegt. Ein Boykott hätte hier kaum spürbare Wirkung gehabt, weshalb die Arbeiterstrategie der öffentlichen Sichtbarkeit umso sinnvoller erscheint.

Dazu kommt ein Detail, das die Tragweite des Verfahrens zeigt: Als Rockstar GTA 6 im Jahresverlauf auf den 19. November 2026 verschob, verlor Take-Two an einem einzigen Tag 3,75 Milliarden Dollar an Marktwert. Die bevorstehende Anhörung in Glasgow im September könnte ähnliche Wellen schlagen – und genau dort wollen die Entlassenen die Öffentlichkeit auf ihrer Seite wissen.

TAGGED:Grand Theft Auto 6GTARockstar Games

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vonAlexander Liebe
Seitdem ich zum ersten Mal einen Controller in der Hand hielt wusste ich, dass dies eine Freundschaft fürs Leben wird. Bis heute ist der digitale Sport für mich fixer Bestandteil meiner Freizeit. Mit AustriaGaming ist er sogar zum Teil zur Berufung geworden. Favorisierte Spiele sind für mich aus dem Genre Horror, SciFi und RPG mit viel geschichtlichem Tiefgang. Gerade innovative und alternative Games ziehen mich öfters in den Bann.
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