Iron Gate besänftigt die Wikinger-Gemeinde und liefert für Valheim mit dem Doppelpack aus Patch 1.0.10 und Patch 1.0.12 ein herrlich selbstironisches Geständnis-Werkzeug. Wer im frisch veröffentlichten Überlebenshit schamlos geschummelt hat, reaktiviert seine Erfolge künftig über einen kilometerlangen Konsolenbefehl. Neben dem Absolutionsschein für unehrenhafte Beutezüge räumen die schwedischen Entwickler kuriose Konstruktionsfehler an Zugbrücken aus und verpassen dem gefrorenen Norden dringend benötigte Reparaturen.
Absolution für ehrlose Wikinger per Zungenbrecher
Entwickler Iron Gate baute in das jüngste Steam-Update eine bizarre Hintertür ein, die ertappten Schwindlern die verweigerte Beute zurückbringt. Wer im Survival-Hit bisher die Entwicklerkonsole anwarf, um sich seltene Baumaterialien zu ergaunern oder den virtuellen Tod zu umschiffen, blieb bei den über fünfzig frisch eingeführten Errungenschaften dauerhaft ausgesperrt. Das System sperrte das Erreichen der Steam-Trophäen rigoros ab, sobald verbotene Hilfsmittel aktiv waren. Bislang hieß es in solchen Fällen schlicht: Pech gehabt und von vorn anfangen.
Genau diesen Riegel lockern die Macher nun mit einer gehörigen Portion schwedischem Humor wieder auf. Über den aberwitzigen Konsolenbefehl yesiuseddevcommandsbutiwantmyachievementsanyway schalten reuige Sünder ihre gesperrten Erfolge wieder frei. Ein einziger Befehl tilgt die digitale Schandtat und stellt die Zähler zurück auf Anfang. Das Studio überlässt diesen Schritt ganz der persönlichen Moral der Spieler, warnt im gleichen Atemzug jedoch augenzwinkernd: „Odin wird mit Sicherheit wissen, wenn ihr es unehrenhaft nutzt.“ Wer für den Bau seiner Traumburg auf ausführliche Konsolen-Befehle zurückgreift, darf seine Trophäenwand also trotz göttlicher Missbilligung wieder füllen.
Kuriose Brückenpannen und das Verbot der eisigen Fäuste
Der göttliche Beistand war auf den Baustellen der Wikinger-Gemeinde auch bitter nötig, denn der Sprung auf die Vollversion brachte handfeste Konstruktionsfehler mit sich. Auf Reddit amüsierten sich tausende Handwerker über die neue hölzerne Zugbrücke, deren Durchgang schlichtweg zu schmal für den Karren ausfiel. Wer seine mühsam geschlagenen Erze nach Hause karren wollte, verkeilte sich hilflos im Gebälk des eigenen Burggrabens. Eine Brücke zu errichten, über die das wichtigste Transportmittel des Spiels nicht hinwegrollen kann, sorgte für schallendes Gelächter. Patch 1.0.12 weitet die Planken nun endlich auf das richtige Maß.
Manchmal scheitert nordische Ingenieurskunst eben an profanen Zentimetern.
Gleichzeitig verpasst das Update den verschneiten Gipfeln eine spürbare Dosis Realismus. Spieler können Schneewehen nicht mehr mit bloßen Fäusten aus dem Weg prügeln, sondern müssen fortan brav zur Schaufel greifen, um Wege freizulegen. Wer sich ohne Werkzeug durch Schneestürme schlagen will, bleibt buchstäblich stecken. Dafür lässt sich die schwere Rüstung aus dem eisigen Biom nun endlich regulär an der Werkbank reparieren, womit Abenteuer im Hohen Norden ihren frustrierenden Verschleißschock verlieren.
Reifeprüfung für die skandinavische Erfolgswelt
Diese schnellen Nachbesserungen beweisen, wie aufmerksam das Team den Puls der Spielerschaft nach dem großen Release von Valheim 1.0 überwacht. Nach fünf langen Jahren im Early Access vollendete das Studio seine Vision mit dem gefürchteten Ascheland und dem tiefen Norden, ohne dabei die Nähe zur Basis zu verlieren.
Kleinere Fehler wie das fehlerhafte Entsperren von Rezepten an der Schmiede des Potenzials wurden direkt im Keim erstickt. Wo andere Entwicklerteams nach dem Verlassen der Vorabphase wochenlang auf Tauchstation gehen, reagiert Iron Gate innerhalb von Stunden auf handwerkliche Schnitzer.
Für Konsolenspieler stehen viele der Steam-spezifischen Reparaturen zwar noch aus, doch die Entwickler versprechen eine zügige Angleichung aller Plattformen. Das spielerische Gerüst steht bombenfest und der Feinschliff läuft auf Hochtouren. Auch Warnungen vor Preiserhöhungen vor dem Launch geraten angesichts des rasanten Patch-Tempos schnell in den Hintergrund. Wer seine Erfolge ehrlich erjagt, darf stolz darauf sein – und wer schummelt, muss fortan mit Odins stummem Urteil leben.