Eine knappe Zeile in den jüngsten Patchnotes zu World of Warcraft: Forever hat unter Testern für erhebliche Unruhe gesorgt. Blizzard kündigte darin an, die Erfahrungspunkte für Dungeon-Quests um 50 Prozent zu senken, um die allgemeine Level-Geschwindigkeit während der laufenden Beta zu drosseln. Viele Spieler befürchteten sofort das Aus für lohnenswerte Instanz-Ausflüge. Die mathematische Realität hinter dieser Anpassung zeichnet jedoch ein völlig anderes Bild.
Die Rechenformel hinter der Erfahrungsbremse
Die Halbierung betrifft keineswegs die gesamten Erfahrungspunkte einer Dungeon-Aufgabe, sondern streicht lediglich 50 Prozent des zusätzlichen Erfahrungsbonus, den Blizzard für das Reboot auf das Classic-Fundament aufgeschlagen hat. Wer die Patchnotes nur überflogen hatte, rechnete mit einem drastischen Kahlschlag. In der Praxis bleiben die Quests im Vergleich zum ursprünglichen Stand von 2004 jedoch extrem lukrativ.
Ein konkretes Rechenbeispiel aus der Testphase belegt diese Mechanik. Die beliebte Quest rund um die Abweichlerbälge in den Höhlen des Wehklagens brachte im klassischen Vorbild exakt 1.600 Erfahrungspunkte ein. Vor dem aktuellen Patch schüttete World of Warcraft: Forever dafür rund 4.650 Punkte aus – ein satter Aufschlag von 3.050 Zählern. Zieht man davon nun die angekündigten 50 Prozent des Bonuswerts ab, verbleiben bei der Abgabe immer noch etwa 3.100 Erfahrungspunkte. Abenteurer erhalten somit weiterhin nahezu das Doppelte der ursprünglichen Belohnung.
Schluss mit dem Instanz-Grind in Dauerschleife
Hinter diesem Schritt steht eine klare Absicht der Entwickler für das gesamte Leveling. Instanzen werfen im Reboot ohnehin bereits deutlich weniger Erfahrungspunkte über reine Mob-Kills ab als früher. Die lukrativen Quest-Pakete sollen Gruppen dazu ermutigen, ein Gewölbe ein- oder zweimal gezielt zu betreten, die Aufgaben abzuschließen und danach wieder auf die Kontinente zurückzukehren.
Schon als die Entwickler das Classic-Plus-Reboot Forever enthüllten, stand eine lebendige Spielwelt im Zentrum des Konzepts. Endloses Ausharren in dunklen Gängen zur Stufensteigerung widerspricht dieser Philosophie. Berechnungen und Beobachtungen der Tester stützen diesen Kurs. Bereits im Rahmen der ersten Systemvorstellungen betonte das Team im BlizzCon Deep Dive zu Forever, dass zähe Geisterwelten der Vergangenheit angehören sollen. Dungeons bleiben wertvolle Meilensteine, verwandeln sich aber nicht in isolierte Level-Fabriken.
Laufende Beta-Balance bis zum Launch
Die Anpassung ist Teil eines fortlaufenden Dialogs zwischen Spielerschaft und Entwicklerteam. In den offiziellen Foren betonten die Designer: „Wir schätzen das Feedback zur Level-Geschwindigkeit, während wir die Diskussionen über die Beta fortsetzen. Als Teil dieser Gespräche haben wir beschlossen, die durch Dungeon-Quests gewährte Erfahrungsmenge mit dieser Aktualisierung zu verringern.“
Während parallel analysierte Spieldaten die vertrauten Klassen umkrempeln und neue Spielstile ermöglichen, bleibt die Feinabstimmung der Level-Geschwindigkeit eine aktive Baustelle. Da der Testlauf noch mehrere Wochen andauert, kann das Studio jederzeit an den Stellschrauben nachjustieren. Für Panik besteht derzeit kein Anlass, denn gut vorbereitete Quests füllen den Erfahrungsbalken nach wie vor in Rekordzeit.



