Acht Jahre nach Release zieht Monster Hunter World an Capcoms aktuellem Flagschiff vorbei. Während der Serien-Klassiker mit der Iceborne Master Edition die 30 Millionen Marke geknackt hat, kämpft Monster Hunter Wilds mit einem Einbruch, der selbst Publisher Capcom überrascht haben dürfte. Wie die offizielle Capcom Pressemitteilung bestätigt, hat World seit März noch einmal 400.000 Einheiten verkauft. Wilds kommt seit seinem Rekordstart kaum noch vom Fleck.
30 Millionen für World, Stillstand für Wilds – eine Zahl sticht heraus
Die nackte Zahl ist beeindruckend: 30 Millionen verkaufte Einheiten machen Monster Hunter World zum erfolgreichsten Spiel in Capcoms Geschichte. Zum Vergleich: Der gesamte Resident Evil Kosmos kommt auf etwa 60 Millionen, auf mehrere Teile verteilt. Dass World allein die Hälfte dieser Marke erreicht hat, spricht für die explosive Wirkung, die der Titel 2018 auf dem westlichen Markt hatte. Besonders bemerkenswert ist der Detailwert im Kleinen: Seit dem letzten Quartalsbericht vom 31. März sind noch einmal 400.000 Einheiten dazugekommen – acht Jahre nach Release.
Zum Vergleich: Iceborne allein hat sich 16 Millionen Mal verkauft. Das ist mehr als die meisten Vollpreis-Titel jemals erreichen. Und während sich die Community bereits auf die MH Wilds Ascendance-Expansion freut, macht eine Zahl stutzig: Iceborne allein (16 Mio) hat fast eineinhalb Mal so viel Einheiten verkauft wie Wilds insgesamt (11,4 Mio)
Monster Hunter Wilds: Vom Rekordstart zum Stillstand
Monster Hunter Wilds startete mit einem Paukenschlag. Über 10 Millionen Einheiten im ersten Monat – ein Tempo, das selbst World in den Schatten stellte. Aber dann kam der Kater. Wie Capcoms offizielle Zahlen bestätigen, liegt Wilds bei 11,40 Millionen Einheiten zum 31. März. Das bedeutet: Nach dem Launch-Monat hat das Spiel gerade einmal etwas über eine Million Einheiten verkauft. In vielen Quartalen konnte Wilds nicht einmal Monster Hunter Rise in den Verkaufszahlen überholen – und Rise erschien ursprünglich auf der Switch.
Die Gründe liegen auf dem Tisch. Performance-Probleme zum Launch, eine RE Engine, die mit offenen Welten nachweislich hadert, und eine Community, die sich über mangelnden Endgame-Content beschwert. Ein Rückblick auf Monster Hunter Wilds erstes Jahr zeigt die aufwendigen Jubiläums-Updates – aber ob die reichen, um die Kurve zu kriegen, ist fraglich.
Das Ascendance-Problem: Ein Loblied auf die alten Zeiten?
Capcom setzt jetzt alles auf die Ascendance-Erweiterung für 2027. Ein neues Gebiet, der Boost Bracer, Meisterrang-Quests und eine Story, die das gesamte Pantheon der Ältestendrachen tiefer verweben will. Das klingt nach genau dem, was die Community seit Monaten fordert. Aber der Haken ist offensichtlich: Iceborne profitierte von einem technisch ausgereiften Basisspiel. World lief zum Zeitpunkt des DLCs rund.
Ascendance erbt ein Spiel, das selbst anderthalb Jahre nach Release noch nicht auf allen Plattformen stabil läuft. Das neue vertikale Gebiet Skybound Eyrie mit Gleitpassagen stellt zusätzliche Anforderungen an die Streaming-Engine – ausgerechnet der Bereich, in dem Wilds seit Tag eins schwächelt. Ein aktuelles PS5 Pro PSSR-Upgrade soll zumindest auf Sonys Premium-Konsole nachbessern, aber das grundlegende Problem bleibt.
Was diese Zahl für die Zukunft von Monster Hunter bedeutet
Die 30 Millionen von World sind kein Relikt. Sie sind ein Live-Beweis dafür, dass technische Solidität und durchdachter Content sich langfristig auszahlen – mehr als ein Rekordstart mit anschließendem Einbruch. Capcom setzt bei Wilds auf die Switch 2 Veröffentlichung und die Ascendance-Erweiterung als Rettungsanker. Aber die Zahlen zeigen: Das Vertrauen der Spieler ist erschüttert.
World hat acht Jahre gebraucht, um 30 Millionen zu erreichen – aber es hat sie erreicht. Wilds muss jetzt beweisen, dass es denselben Weg gehen kann, ohne auf halber Strecke liegen zu bleiben. Die Ascendance-Erweiterung wird nicht nur über den Content entscheiden, sondern darüber, ob Capcom aus den eigenen Fehlern gelernt hat. Die Messlatte steht bei 30 Millionen.