BigFire Games rudert bei Cinder Citys RAM-Anforderung zurück – 64 Gigabyte waren ein Fehler. Der Steam-Eintrag des MMO-Shooters hatte seit dem 1. Juli für kollektives Luftanhalten gesorgt, weil er als empfohlene Specs 64 GB RAM auswies. Kein Spiel vor Cinder City hatte das je verlangt. Jetzt, wenige Tage später, korrigiert das Studio: Empfohlen werden 32 GB, Tendenz durch Optimierung weiter sinkend. Entwarnung also – oder zumindest fast.
64 GB waren ein Fehler – aber keine Panne ohne Grund
Die Korrektur kam mit einer Entschuldigung. BigFire Games räumte ein, dass die ursprünglichen Specs auf der Steam-Seite falsch waren, und versprach, die RAM-Anforderung könne „durch Optimierungen weiter sinken“. Ein ungewöhnlich offener Move für ein Studio unter dem Dach von NC, das zuletzt vor allem mit Massenentlassungen Schlagzeilen machte.
Dass die Zahl überhaupt auf der Steam-Seite landete, ist trotzdem bezeichnend. Unser Blick auf die Developer Preview zeigte bereits: Cinder City ist kein zahmer Genre-Einsteiger. 30 Quadratkilometer nahtlose Welt in Unreal Engine 5, prozedurale Inhalte, DLSS 4 mit Multi Frame Generation, dazu Vehikel von Bikes bis Helikopter. Dass da jemand im Studio kurz „64 GB“ in die Spec-Tabelle tippte, bevor jemand anders „Moment mal“ sagte, wirkt weniger wie ein Zufall als wie ein ehrlicher erster Impuls.
RTX 4070 statt 4060: Das heimliche Upgrade, über das keiner redet
Während alle über den RAM-Streich diskutierten, passierte das eigentlich Interessante fast unbemerkt: Die GPU-Empfehlung stieg von einer RTX 4060 auf eine RTX 4070. Aus einem 300 Euro Einstiegsmodell wurde eine Karte, die Raytracing in 1440p ernsthaft stemmen kann – und die in der aktuellen Generation niemand als Budget-Lösung bezeichnen würde.
Das ist kein Betriebsunfall mehr, das ist eine Ansage. Forza Horizon 6 fordert für sein Extreme-Raytracing-Preset ebenfalls 32 GB RAM und eine RTX 5070 Ti. Dass Cinder City mit einer 4070 in der Empfehlungsstufe antritt, platziert den Shooter ungefähr in derselben Hardware-Liga wie Microsofts Aushängeschild – und das ohne etablierte Marke im Rücken. NC will hier offensichtlich keinen Kompromiss bei der Grafik machen.
Ohne Release-Datum, ohne Konsolen-Infos – und jetzt auch ohne klare Specs?
Die Spec-Panne ist behoben. Aber sie wirft ein Schlaglicht auf das, was bei Cinder City immer noch fehlt. Das Spiel soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 erscheinen. Wir haben Juli. Ein konkretes Datum? Fehlanzeige. Konsolen-Versionen? Kein Wort. Preis, Monetarisierung, Beta? Alles offen.
Das Projekt hat seit der Enthüllung als Project LLL einen weiten Weg zurückgelegt – vom geheimnisvollen Tech Demo Namen zum vollwertigen UE5-Titel mit Namen, Story und Steam-Präsenz. Aber eine Steam-Seite voller falscher Specs ist keine gute Visitenkarte für ein Spiel, das in maximal sechs Monaten erscheinen soll. Die Entschuldigung war nötig. Vertrauen baut sie nicht auf.