NC verkauft ab sofort die ersten Tickets für den Wiederaufstieg nach Atreia. Der Founder’s Pack für AION 2 ist da – in drei Editionen, ab 22 Euro, mit fünf Tagen Early Access ab dem 30. September. Eine klassische Pre-Order-Kampagne, wie man sie von jedem großen Launch kennt. Nur dass AION 2 kein klassischer Launch ist: Das Spiel läuft seit November 2025 in Korea, und die Bilanz dort ist ein Desaster aus Servercrashs, Aktieneinbruch und einer Monetarisierung, die selbst MMO-Veteranen die Sprache verschlägt. Jetzt verkauft NC also Early Access für ein Free to Play Spiel, dessen West-Version noch viele Fragen offen lässt. Zeit, sich die Pakete genau anzusehen.
Drei Editionen, ein Ziel: Was die Pakete bieten
Der Founder’s Pack ist klassisch gestaffelt. Wer knapp 22 Euro investiert, bekommt die Standard Edition: fünf Tage Early Access, eine Kiste mit Verbrauchsgegenständen („Daeva’s Campaign Supply Chest“) und den Titel „Vanguard of Atreia“. Das ist das Minimum, um am 30. September als Erster auf die Server zu kommen.
Für kanpp 43 Euro steigt man in die Deluxe Edition. Dazu gibt es die „Ascended Daeva“-Rüstung und die „Eternal Sun“-Waffe – beides reine Skin-Items ohne Spielvorteil, aber mit Signalwirkung: Wer das Paket kauft, will gesehen werden. Die Ultimate Edition für 85 Euro packt noch eine „Moonlit Aria“-Rüstung, das „Black Dragon“-Pet, die „Blazing Sun“-Wings und eine „Daeva’s Styling Chest“ obendrauf – ein Rundum-Paket für Sammler und Fashion-Endgame-Fans.
Eine Gemeinsamkeit: Alle Editionen sind auf ein Exemplar pro Account begrenzt, und NC erlaubt nur einen Kauf – wer die Standard Edition nimmt, kann später nicht auf Deluxe upgraden. Das ist ungewöhnlich und setzt die Käufer unter Druck, gleich die richtige Wahl zu treffen.
Early Access ohne Nachteil? Das Server-System
Fünf Tage Vorsprung klingen nach einem massiven Vorteil, aber NC hat das System überraschend durchdacht abgesichert. MassivelyOP hat die Details aufgeschlüsselt: Es gibt zwei getrennte Server-Welten – Early Access Server für Founder’s-Pack Besitzer und Launch-Server für den Free-to-Play-Start. Die entscheidende Frage ist, wie fair das für alle bleibt.
Das Matchmaking überbrückt die Welten: Dungeon-Partys können serverübergreifend gebildet werden, und auch die Freundesliste funktioniert über die Grenzen hinweg. Im PvP werden die Server nach Stärke gematcht, sodass Early Access Spieler nicht auf unvorbereitete Launch-Neulinge treffen. Der Clou: Der serverübergreifende Auktionsmarkt wird erst später freigeschaltet – Early Access Spieler können die Wirtschaft der Launch-Server also nicht über Nacht dominieren. Free-to-Play-Spieler dürfen sogar auf die EA-Server, wenn dort noch Plätze frei sind.
Das System ist klüger, als man erwarten würde. Ob es reicht, um das Gefühl einer „Zwei-Klassen-Gesellschaft“ zu vermeiden, wird sich in der Praxis zeigen.
Die große Unbekannte: Monetarisierung
Man kann über den Founder’s Pack nicht schreiben, ohne über die Vorgeschichte zu sprechen. AION 2 startete im November 2025 in Korea mit Server-Zusammenbrüchen, Notfall-Wartungen und einem Cash-Shop-Eklat, der den Aktienkurs von NC um 15 Prozent einbrechen ließ. Die Entwickler mussten im Livestream Abbitte leisten und die umstrittenen Shop-Pakete zurücknehmen.
Das Geschäftsmodell in Korea basiert auf zwei parallelen Abos (Komfort- und Content-Mitgliedschaft, zusammen rund 30 Euro pro 28 Tage) plus Battle Pass und Kosmetik-Shop. Wer alles bucht, liegt bei fast 400 Euro im Jahr – weit über WoW oder FFXIV. Dazu kommt die Möglichkeit, Echtgeldwährung (Quna) gegen Ingame-Währung (Kinah) zu tauschen, mit der sich Ausrüstung und Fortschritt direkt beeinflussen lassen. Pay to Win ist hier keine Unterstellung, sondern eine Systembeschreibung.
Throne and Liberty hat gezeigt, dass NC das Modell für den Westen anpassen kann – ob das bei AION 2 passiert, ist die offene Flanke dieses Founder’s Packs. Wer heute 85 Euro für die Ultimate Edition ausgibt, investiert in ein Spiel, dessen endgültige Kostenstruktur noch nicht feststeht.