Die Gerüchteküche brodelt mal wieder, und diesmal geht es um die Königsdisziplin moderner Konsolen: intelligentes Hochskalieren. AMD hat bestätigt, dass FSR 4.1 rückwärtskompatibel zu RDNA 2 und RDNA 3 sein wird – also auch zu jener Architektur, die in der Xbox Series X und der PS5 steckt. Während die Ankündigung primär für PC-Grafikkarten galt, hat YouTuber Moore’s Law is Dead einen spannenden Gedanken weitergesponnen: Sollte FSR 4.1 auch den Weg auf die aktuellen Konsolen finden, könnte ausgerechnet die Xbox Series X stärker davon profitieren als die PlayStation 5. Der Grund liegt tiefer, als du vielleicht vermutest.
INT8-Leistung als Schlüssel: Warum die Xbox Series X die Nase vorn haben könnte
FSR 4.1 unterscheidet sich fundamental von seinen Vorgängern. Statt auf dedizierte KI-Hardware mit Gleitkomma-Berechnungen (FP) angewiesen zu sein, wurde die Technik so optimiert, dass sie auch auf INT8-Modulen läuft – ein Kunstgriff, der ältere Architekturen plötzlich wieder konkurrenzfähig macht. Moore’s Law is Dead hat die nackten Zahlen auf den Tisch gelegt: Die PS5 Pro bringt es auf beachtliche 300 TOPS (Billionen Operationen pro Sekunde), die Xbox Series X auf 48,6 TOPS, die PS5 auf 20 TOPS und die Series S auf 16 TOPS.
Die entscheidende Erkenntnis: Die Xbox Series X hat mehr als doppelt so viel INT8-Power wie die Basis-PS5. Das bedeutet nicht, dass Microsofts Konsole plötzlich auf PS5-Pro-Niveau hüpft – aber sie könnte FSR 4.1 in einer deutlich höheren Qualitätsstufe ausführen als die Standard-PS5. „Ich glaube nicht, dass der Unterschied riesig sein wird, aber es besteht die Chance, dass die Xbox Series X einen qualitativ hochwertigeren Modus von FSR 4.1 stemmen kann als die PS5“, so der Leaker. Dass beide Konsolen derzeit ohnehin auf FSR 3 setzen, während die PS5 Pro exklusiv Sonys eigenes PSSR nutzt, macht die Ausgangslage für einen möglichen Sprung auf FSR 4.1 umso interessanter.
Der SDK-Faktor: Microsofts Plugin-Vorsprung
Doch die reine Rechenleistung ist nur ein Teil der Gleichung. Der zweite, mindestens ebenso entscheidende Faktor liegt im Software Development Kit. Laut Entwicklern, mit denen Moore’s Law is Dead gesprochen hat, bietet das Xbox SDK bereits fertige Plugins für FSR 3 und neuer an. Sonys PS5 SDK hingegen unterstützt offiziell nur FSR bis Version 2.2. Zwar sei es theoretisch möglich, FSR 3.1 oder höher auch auf der PS5 zu implementieren – aber ohne nativen Plugin-Support im SDK wird es für Entwickler deutlich aufwendiger. „Sony müsste endlich aufwachen und Unterstützung für neuere FSR-Versionen als 2.2 nachliefern, um überhaupt auf FSR 4.1 zu kommen“, fasste der YouTuber zusammen.
Die Ironie der Geschichte: Sony hat mit PSSR (PlayStation Spectral Super Resolution) gemeinsam mit AMD einen eigenen KI-gestützten Hochskalierer entwickelt, der auf der PS5 Pro exzellente Arbeit leistet. Dass man die FSR-Unterstützung auf der Basis-PS5 und PS5 Pro schleifen ließ, ist aus Sonys Perspektive nachvollziehbar – schließlich will man die eigene Technologie pushen. Für Besitzer einer Standard-PS5 könnte dieser Schritt jedoch bedeuten, dass sie bei zukünftigen Titeln das Nachsehen haben, wenn Xbox Series X durch FSR 4.1 die schärfere 4K-Darstellung liefert.
Was 2027 für Konsolenspieler bereithalten könnte
Sollte sich der Leak bewahrheiten – und AMD hat bereits signalisiert, dass FSR 4.1 ab Anfang 2027 für RDNA-2-PC-GPUs ausgerollt wird –, dann stehen Xbox-Besitzer vor einem echten Luxusproblem. Die Series X könnte sich plötzlich in puncto Bildqualität von der PS5 absetzen, ohne dass Microsoft auch nur einen Cent in neue Hardware investieren müsste. Natürlich bleibt abzuwarten, ob Sony nicht doch noch nachlegt und die SDK-Unterstützung aktualisiert. Die Entwicklung zeigt aber eines deutlicher denn je: In der Konsolen-Welt entscheidet nicht mehr nur die rohe Rechenleistung, sondern zunehmend die Software-Ebene darüber, wer am Ende das schönere Bild liefert.
Glaubst du, Sony wird FSR 4.1 auf der PS5 nachreichen, oder setzt der Konzern voll auf PSSR und überlässt Microsoft das Feld? Lasst es uns in den Kommentaren wissen.
