Zwei entdeckte Codenamen aus dem Xbox-Universum sorgen für ordentlich Gesprächsstoff. Während Project Saluki darauf abzielt, den Game Pass endlich auch auf dem chinesischen Markt groß rausbringen zu lassen, könnte Project Positron eine der folgenreichsten Veränderungen der jüngeren Xbox-Geschichte einläuten. Die Gerüchte rund um eine rein digitale Zukunft von Microsoft werden damit immer greifbarer.
Project Saluki: Ein eigener Game Pass nur für China
Der bekannte Windows-Central-Reporter Jez Corden hat Hinweise auf ein neues Angebot mit dem Codenamen Saluki aufgespürt, das speziell auf die regulatorischen und kulturellen Eigenheiten Chinas zugeschnitten sein soll. Microsoft muss sich dort an länderspezifische Auflagen halten, weshalb eine Eins-zu-eins-Übernahme des westlichen Game Pass kaum infrage kommt. Stattdessen dürfte Saluki Spiele enthalten, die von den chinesischen Behörden offiziell freigegeben wurden. Zusätzlich soll der Fokus stärker auf Ingame-Währungen und Mikrotransaktionen liegen – ein Zugeständnis an die lokale Spielkultur, in der Free-to-Play- und Gacha-Mechaniken dominieren. Der Schritt zeigt einmal mehr, dass Microsoft das Abo-Modell global als zentrale Einnahmequelle etablieren will, auch wenn das Anpassungen an unterschiedliche Märkte erfordert.
Project Positron: Vom Plastik-Case zum digitalen Eintrag
Wesentlich tiefgreifender könnte sich Project Positron auf die gesamte Xbox-Strategie auswirken. Hinter dem Namen verbirgt sich offenbar ein Programm, das den Besitz einer physischen Disc in eine digitale Lizenz umwandelt – ähnlich wie es einst bei einzelnen Xbox-360-Titeln möglich war. Das würde bedeuten: Du kaufst ein Spiel auf Disc, legst sie ein und bekommst dauerhaft einen digitalen Eintrag in deiner Bibliothek freigeschaltet. Dass Microsoft diesen Schritt geht, überrascht nicht, wenn man die Hintergründe kennt.
Der Konzern ist kein Mitglied des Blu-Ray-Konsortiums und zahlt daher Lizenzgebühren für jedes Laufwerk in seinen Konsolen – ein Kostenfaktor, den Sony als Konsortiums-Mitglied nicht hat. In Kombination mit den Gerüchten um Project Helix – bei PixelCritics haben wir bereits über die Next-Gen-Ray-Tracing-Pläne berichtet – zeichnet sich ein klares Bild ab: Die nächste Xbox-Generation könnte komplett auf ein Disc-Laufwerk verzichten.
Game Pass im Wandel: Wo die Reise hingeht
Parallel zu diesen Enthüllungen arbeitet Microsoft laut Berichten an weiteren Game-Pass-Neuerungen. Dazu zählt ein „Bau dir dein eigenes Abo“ -Modell, bei dem du Services wie Minecraft Realms oder Fortnite Crew abwählen könntest, um den monatlichen Preis zu drücken. Auch ein reines First-Party-Abo namens Triton soll im Gespräch sein – dazu gibt es bei uns eine ausführliche Analyse des Dataminer-Funds. All diese Puzzlestücke deuten auf eine strategische Neuausrichtung hin: Game Pass soll flexibler werden, während man gleichzeitig den Einstieg in neue Märkte sucht und die hauseigene Distributionskette von lästigen Lizenzkosten befreit. Wenn Positron tatsächlich kommt, könnten Sammler ihre physische Bibliothek erstmals ohne Reue digitalisieren – und Microsoft spart sich das Geld für die Laufwerke. Ein klassisches Win-win, zumindest auf dem Papier.