Armatus verpasst das laufende Kalenderjahr um Haaresbreite, zielt dafür aber mit voller Wucht auf einen sauberen Kaltstart am 7. Januar 2027. Der neu veröffentlichte Trailer rückt das postapokalyptische Frankreich schonungslos ins Rampenlicht: Nach einer Katastrophe namens The Vanishing ist von der Stadt der Liebe nur ein Trümmerfeld übrig, das von grotesken Höllenbruten überrannt wird. Als letzter geweihter Krieger eines uralten Ordens ballerst du dir den Weg frei, um den verbliebenen Überlebenden die Flucht durch das sagenumwobene Sunless Gate zu ermöglichen.
Wenn Schrotflinten und Sensen durch die Rue de Rivoli pflügen
Wer hier träge aus der Deckung heraus agiert, segnet nach wenigen Herzschlägen das Zeitliche. Die Kämpfe verlangen permanente Mobilität: Du sprintest durch zerschlagene Bistro-Fassaden, setzt im letzten Bruchteil einer Sekunde die Ausweichrolle an und leerst im direkten Gegenzug das Magazin deiner Schrotflinte in die Fratze eines anstürmenden Ungetüms. Das Gunplay setzt auf knackige Rückstöße und sofortiges Feedback, das sich direkt in den Fingern bemerkbar macht.
Genau dieser Wechsel zwischen Distanz und Nahkampf treibt den Puls nach oben. Geht dir im Gefecht die Munition der Maschinenpistole aus, wechselst du nahtlos auf die gewaltige Sense, um Dämonen mit wuchtigen Schwüngen zu spalten. Unterstützt wird das Waffenarsenal durch übernatürliche Himmelskräfte: Du entfesselst heilige Flammenwände oder frierst für einen kurzen Wimpernschlag die Zeit ein, um gegnerischen Geschossen elegant auszuweichen – ein dynamisches Ausweichprinzip, das ähnlich wie in Saros das Lesen feindlicher Angriffsmuster zur obersten Pflichtaufgabe macht.
Das ständige Experimentieren sorgt dafür, dass sich kein Durchlauf wie der vorherige anfühlt. Jede Runde auf dem sogenannten Scoured Path konfrontiert dich mit prozedural zusammengewürfelten Zonen und immer aggressiveren Gegnergruppen. Stirbst du den Bildschirmtod, verlierst du zwar deinen aktuellen Fortschritt, kehrst dank passiver Upgrades und neu freigeschalteter Waffen-Kombinationen jedoch spürbar mächtiger zurück in die Trümmer.
Die Bürde von Godfall und das Versprechen sauberer I-Frames
Entwickler Counterplay Games steht bei diesem Projekt unter besonderer Beobachtung. Ihr damaliger PS5-Launchtitel Godfall glänzte zwar mit brachialer Optik, litt jedoch unter repetitiven Missionsstrukturen und einem zähen Spielfluss. Mit dem Schwenk ins Third-Person-Roguelite-Format scheint das Team die richtigen Lehren gezogen zu haben: Schnelligkeit und spielerische Varianz stehen diesmal an erster Stelle.
Dass die spielerische Basis Hand und Fuß hat, deutete sich bereits in der PC-Demo während des Steam Next Fests an. Vor allem das finale Aufeinandertreffen mit dem Demo-Boss namens The Monument verlangte millimetergenaue Nutzung der Unverwundbarkeits-Frames beim Ausweichen. Wenn die Trefferabfrage im fertigen Spiel dieses Niveau über die gesamte Distanz hält, könnte der Gameplay-Loop auch anspruchsvolle Genre-Liebhaber langfristig fesseln.
Die größte Herausforderung bleibt dennoch das Balancing der himmlischen Fähigkeiten. Sobald Builds durch passive Modifikatoren ins Rollen geraten, darf das Spiel weder zur anspruchslosen Klickorgie verkommen noch den Spieler mit unfairen Projektildichten ersticken. Die Entwickler müssen beweisen, dass die prozedurale Generierung auch nach zwanzig Stunden noch frische taktische Situationen hervorbringt.
Xbox Game Pass, Nintendo Switch 2 und die Flucht durch das Sunless Gate
Publisher Fictions geht bei der Plattform-Strategie aufs Ganze. Wie im offiziellen Release-Trailer bestätigt wurde, erscheint der Titel simultan für PlayStation 5, Xbox Series X|S, PC sowie für die Nintendo Switch 2. Dass Abonnenten des Xbox Game Pass direkt am ersten Tag ohne Zusatzkosten losballern dürfen, senkt die Einstiegshürde für unentschlossene Spieler massiv.
Die Entscheidung, dem vollgepackten Release-Herbst aus dem Weg zu gehen und stattdessen den 7. Januar 2027 anzupeilen, ist taktisch goldrichtig. In der traditionell ruhigeren Winterpause bekommt ein schneller Actiontitel deutlich mehr Raum zum Atmen. Wenn Counterplay Games die verbleibenden Monate nutzt, um die Bildrate auf allen Plattformen bombenfest zu tackern und das Treffer-Feedback bis ins Detail abzustimmen, liefert das Studio genau den adrenalingeladenen Kaltstart ab, den das neue Gaming-Jahr dringend braucht.
