Die Jagd nach seltener Ausrüstung im rauen Ödland verliert komplett ihren Reiz, wenn die Konkurrenz sich den Waffenschrank per Knopfdruck füllt. Eigentlich feiert das schwedische Entwicklerstudio mit seinem Sci-Fi-Projekt grandiose Meilensteine, während fiese Arc Raiders Exploits die komplette Wirtschaft auf den Servern zerlegen. Wer stundenlang für eine einzige gute Schusswaffe schwitzt, fühlt sich angesichts der grassierenden Beuteschwemme von den Entwicklern regelrecht im Stich gelassen. Der ehrliche Fortschritt verkommt im Moment zur reinen Farce.
Wie Arc Raiders Exploits den ehrlichen Fortschritt wertlos machen
In einem Shooter, bei dem der Nervenkitzel durch den drohenden Verlust mühsam erbeuteter Gegenstände entsteht, rütteln Duplikationsfehler an den Grundfesten des gesamten Spieldesigns. Eine aktuelle und extrem detaillierte Recherche von The Gaming Merchant legt nun offen, wie tief der Sumpf aus Betrug und illegaler Vermehrung von Gegenständen wirklich ist. Besonders das beliebte Gewehr namens Bobcat sowie legendäre Modifikationen wie der kinetische Konverter fluten derzeit die Spielwelt. Spieler nutzen die Fehler schamlos aus, um sich unendlich viele Kopien der besten Waffen im Spiel zu erstellen. Wer danach auf gegnerische Teams trifft, sieht sich einer Übermacht gegenüber, die keinerlei Verlustängste mehr kennt, da die Stahlschränke im Lager bis oben hin mit illegal kopierter Ausrüstung gefüllt sind.
Schwarzmärkte florieren weitab der offiziellen Server
Die erschreckendste Erkenntnis der Untersuchung betrifft jedoch die kriminelle Energie, die sich abseits des eigentlichen Spielgeschehens entwickelt hat. Die duplizierten Gegenstände werden längst nicht mehr nur für den eigenen Vorteil im Gefecht genutzt, sondern haben einen florierenden Untergrundmarkt entstehen lassen. Auf verschiedenen Plattformen bieten Händler ihre illegal erbeutete Ware an:
- Inoffizielle Facebook-Gruppen dienen als Umschlagplatz für seltene Waffenmodifikationen gegen echte Währungen.
- Geschlossene Discord-Server organisieren gezielte Treffen im Spiel, um die duplizierte Ware direkt an die Käufer zu übergeben.
- Regionale Ausweichmanöver auf asiatischen Servern werden genutzt, um die Transaktionen in aller Ruhe und ohne störende Gefechte abzuwickeln, bevor die Beute zurück in die westlichen Regionen transferiert wird.
Obwohl diese Praktiken vehement gegen die Nutzungsbedingungen auf der offizielle Website von Embark Studios verstoßen, greifen die automatischen Sperren bisher kaum.
Embark Studios steht unter gigantischem Zugzwang
Für das Entwicklerteam ist diese Situation ein absoluter Albtraum. Der schrittweise Wandel und die Entwicklung zum Beuteshooter war eigentlich ein voller Erfolg, doch das Fundament bröckelt rasant. Trotz der stolzen Zahlen und dem anhaltenden Erfolg von Arc Raiders droht die Stimmung in der Community endgültig zu kippen. Zwar versprechen die Entwickler immer wieder schnelle Fehlerbehebungen, doch die betrügerische Community findet fast wöchentlich neue Lücken im System. Wenn die Entwickler nicht bald grundlegende Maßnahmen gegen unerlaubte Modifikationen und servergesteuerte Kontrollen der Inventare etablieren, droht das gesamte Wirtschaftssystem des Shooters dauerhaft zu kollabieren.


