Ein verbaler Vault Hunter-Ausfall mit dramatischen Folgen: Gearbox-Chef Randy Pitchford hat sich nach einer kontroversen Äußerung über „echte Fans“ und deren Bereitschaft, tief in die Tasche zu greifen, in eine PR-Klemme manövriert, die selbst Handsome Jack stolz gemacht hätte. Was als beiläufiger Kommentar zur möglichen 80-Euro-Preismarke für Borderlands 4 begann, entwickelte sich binnen Stunden zu einem digitalen Flächenbrand, der die Community in helle Aufregung versetzte und nun in einer bemerkenswerten Entschuldigung gipfelt.
Die Kontroverse: „Echte Fans finden einen Weg“
Der Auslöser für den Community-Aufstand war eine Antwort Pitchfords auf die Preisbedenken eines Fans auf der Plattform X. Der Gearbox-Chef betonte zunächst, dass die Preisgestaltung nicht in seiner Hand liege, um dann eine persönliche Anekdote aus seiner Jugend zu teilen, die vielen sauer aufstieß:
„Wenn du ein echter Fan bist, wirst du einen Weg finden, es möglich zu machen“, postete Pitchford. „Mein lokaler Spieleladen hatte 1991 Starflight für den Sega Genesis für 80 Dollar im Angebot, als ich gerade die Highschool beendet hatte und für Mindestlohn in einer Eisdiele in Pismo Beach arbeitete – und ich habe einen Weg gefunden, es möglich zu machen.“
Diese Aussage – die suggeriert, dass die „Echtheit“ eines Fans an seiner finanziellen Opferbereitschaft gemessen werden könne – stieß auf massiven Widerstand. Die Community reagierte mit einer Welle der Entrüstung: Einige verspotteten Pitchfords Versuch, die Fanzugehörigkeit auf Basis des verfügbaren Einkommens zu definieren, während andere auf die wirtschaftlichen Schwierigkeiten hinwiesen, mit denen zahlreiche Menschen weltweit konfrontiert sind.
Vom CEO zum Spielbösewicht: „Klingst wie Handsome Jack“
Die kreativste Kritik, die letztlich zur Entschuldigung führte, kam von einem Fan, der Pitchfords Kommentar mit dem Borderlands 2-Antagonisten Handsome Jack verglich – dem megalomanischen, narzisstischen Bösewicht der Serie, bekannt für seine abgehobene Art und sein fehlendes Mitgefühl.
Diese Parallele traf offenbar einen Nerv bei Pitchford selbst. In seiner Antwort zeigte er sich überrascht über den Vergleich:
„Junge, JackGPT, ist das wirklich, wie ich klinge? Mein Fehler, aber Prost an Duke_Newcombe und @MoxsyOG für das Lustigste, was ich heute lesen werde“, schrieb Pitchford als Reaktion auf einen Beitrag, der seine vorherigen Aussagen in Handsome Jacks Tonfall nachempfand.
Die Entschuldigung: Zurück auf den Boden der Tatsachen
Im Anschluss an diesen humorvollen Einstieg folgte eine ernstgemeinte Entschuldigung, in der Pitchford einräumte, die Fans nicht als selbstverständlich betrachten zu wollen:
„Im Ernst, niemand mag es, als selbstverständlich angesehen zu werden, und das war nicht meine Absicht“, führte er fort. „Ich bin demütig angesichts der Liebe und Unterstützung, die alle dem Team entgegengebracht haben, während wir hart daran arbeiten, dieses erstaunliche Spiel in eure Hände zu bekommen. Sie leisten Großartiges, und ich kann es kaum erwarten, bis alle spielen können, was das beste Borderlands aller Zeiten sein wird! Unabhängig davon, wo der Preis landet, wird es sich lohnen und noch mehr. Für mich geht’s jetzt zurück an die Arbeit!“
Borderlands 4: Sechs Jahre in der Entwicklung
Jenseits der Preiskontroverse enthielt die Nachrichtenlage auch interessante Entwicklungsdetails zum kommenden Shooter. In einem kürzlichen „Creator’s Voice“-Video zur Nintendo Switch 2-Version von Borderlands 4 enthüllte Gearbox‘ Chief Creative Officer Randy Varnell, dass der Titel bereits seit sechs Jahren in Entwicklung sei. Laut Varnell begann das Studio unmittelbar nach der Veröffentlichung von Borderlands 3 damit, „Borderlands mit großartigen Abenteuern zu füllen.“
Diese lange Entwicklungszeit könnte die hohen Erwartungen – und möglicherweise auch den höheren Preis – erklären, weckt aber gleichzeitig Hoffnungen auf einen besonders umfangreichen und ausgefeilten Titel.
Borderlands 4 befindet sich derzeit in Entwicklung für PC, PS5, Xbox Series X/S und Nintendo Switch 2 und soll am 12. September erscheinen.