Razer hat die Mako-Reihe zurückgebracht. Achtzehn Jahre nach dem Aus der ersten Generation kehren die Desktop-Lautsprecher zurück – als Mako und Mako X, mit Chroma RGB, USB-C und einem Konzept, das kompakte Immersion verspricht. Für alle, die den Namen noch kennen, ist das mehr als eine Produktankündigung. Es ist die Rückkehr einer Legende, die 2008 mit THX-Technologie Maßstäbe setzte und dann verschwand. Razer hat die Marke nicht vergessen. Die Community auch nicht.
Zwei Modelle, ein Name
Die Razer Mako Desktop-Lautsprecher kommen in zwei Varianten. Der größere Mako arbeitet als 2.1-System mit zwei 2,75-Zoll-Full-Range-Treibern und einem dedizierten 3,5-Zoll-Subwoofer. Er liefert 40 Watt RMS und 60 Watt Spitzenleistung bei einem Frequenzbereich bis 45 Hz. Preis: 159,99 Euro, verfügbar ab Dezember 2026.
Der Mako X verzichtet auf den separaten Subwoofer und setzt stattdessen auf integrierte Passivradiatoren in einer 2.0-Konfiguration. Er erreicht 30 Watt RMS und 45 Watt Spitzenleistung, der Frequenzbereich reicht bis 60 Hz. Der Mako X erscheint früher: ab 6. Oktober 2026 für 109,99 Euro.
Beide Modelle teilen dieselben 2,75-Zoll-Treiber, ein angewinkeltes Gehäuse für Klang auf Ohrhöhe und virtuellen 7.1-Surround-Sound. Der Unterschied liegt im Bass und in der Beleuchtung. Der Mako projiziert Chroma RGB per Rear-Projection an die Wand hinter dem Schreibtisch. Der Mako X begnügt sich mit einem 10-Zonen-Underglow unter den Gehäusen.
30 Watt aus einer Buchse
Die volle Leistung der Mako-Reihe hängt an einem Detail, das leicht zu übersehen ist. Ein einziges USB-C-Kabel überträgt Strom und Audiosignal. Doch die beworbenen 40 beziehungsweise 30 Watt RMS setzen eine USB-C-Stromquelle mit mindestens 30 Watt voraus. Ein Standard-USB-Port liefert oft nur 15 Watt – beim Mako X, der für vielseitige Setups gedacht ist, sinkt die Ausgangsleistung dann auf diesen Wert.
Wer die Lautsprecher an einem älteren Rechner oder einem Hub ohne Power-Delivery betreibt, bekommt also nicht die volle Leistung. Bluetooth 5.3 und ein 3,5-mm-Anschluss dienen als Alternativen. Das ist kein Beinbruch, aber es ist eine Einschränkung, die im Marketing gerne untergeht. Razer hat sich mit dem Audio-Portfolio zuletzt verstärkt auf kabellose Lösungen konzentriert. Die Mako-Reihe setzt nun einen Gegenakzent: Kabelgebunden, kompakt, Desktop-fokussiert.
„Die Mako-Reihe ist unsere Antwort auf Gamer, die raumfüllenden Klang in einem kompakten Format suchen“, sagt Barrie Ooi, Head of PC Gaming Division bei Razer. „Jedes Detail wurde genau für diesen Anspruch entwickelt.“ Wer die Lautsprecher in ein bestehendes Razer-Setup integrieren will, kann die Chroma-Beleuchtung über den Synapse-Workshop anpassen und mit anderen Geräten synchronisieren. Das Ökosystem ist der eigentliche Kaufgrund – nicht die Specs allein.
Der Subwoofer-Comeback
Der Desktop-Lautsprecher-Markt ist kein Neuland. Logitech G560 und Razer Nommo V2 besetzen die obere Mittelklasse, Creative Pebble Pro das Einstiegssegment. Razer positioniert den Mako X mit 109,99 Euro zwischen günstigen 2.0-Systemen und den großen 2.1-Lösungen. Der Mako mit Subwoofer tritt gegen Logitech G560 an, der mit DTS:X und LIGHTSYNC RGB seit Jahren eine treue Community hat.
Der entscheidende Unterschied ist der Name. Razer Mako war 2008 kein x-beliebiges Produkt. Wired nannte ihn beim CES 2007 „Most Innovative“, Audioholics zeichnete ihn mit dem Consumer Excellence Award aus. Die erste Mako-Generation setzte auf THX Ground Plane Technology und ClassHD-Verstärkung – für damalige Verhältnisse audiophile Technik in einem Gaming-Gehäuse. Dass Razer die Marke nach all den Jahren zurückholt, ist ein Statement. Es sagt: Wir erinnern uns.
Ob das reicht, hängt nicht von der Nostalgie ab, sondern vom Klang. 45 Hz beim Mako sind kein Heimkino-Tiefbass. 60 Hz beim Mako X sind solide für ein 2.0-System, aber kein Wunder. Wer einen Subwoofer will, greift zum teureren Modell. Wer Platz spart, zum günstigeren. Die eigentliche Frage ist, ob Razer die Klangqualität liefert, die der Name Mako verspricht – oder ob es bei einem Marketing-Comeback bleibt.