In einer Branche, die aktuell von Hiobsbotschaften heimgesucht wird, trifft es nun auch ein renommiertes französisches Studio. Spiders, die kreativen Köpfe hinter der gefeierten Rollenspiel-Saga GreedFall, wurde von einer Entlassungswelle erfasst. Die Nachricht schlug jedoch nicht durch eine offizielle Pressemitteilung ein, sondern sickerte auf eine Weise durch, die die Unsicherheit nur noch verstärkt: über einen Social-Media-Beitrag eines leitenden Mitarbeiters, der ein düsteres Bild für die Zukunft zeichnet.
Die Enthüllung auf LinkedIn
Während das Studio selbst bisher in ohrenbetäubendes Schweigen gehüllt ist, war es der leitende Animator Erwan Perrin, der auf der Karriere-Plattform LinkedIn die Bombe platzen ließ. In einem Post, der sich schnell in der Community verbreitete, offenbarte er das Ausmaß der internen Umstrukturierungen. „Hey! Wir wurden kürzlich darüber informiert, dass Spiders Games, wie der Großteil der Branche, einen Entlassungsplan durchführen wird und leider der größte Teil des Animations- und Rigging-Teams davon betroffen sein wird“, schrieb Perrin. Ein direkter und zugleich alarmierender Hilferuf, denn er fügte hinzu: „Wenn ihr nach talentierten und leidenschaftlichen Animatoren oder Rigging-Künstlern aus Paris sucht, meldet euch bei mir!“
Ein Schatten über der sterbenden Welt
Diese Enthüllung wirft einen langen, dunklen Schatten auf die aktuellen und zukünftigen Projekte des Studios. Im Zentrum der Sorge steht dabei natürlich GreedFall 2: The Dying World. Das ambitionierte Rollenspiel, das die Geschichte des beliebten Vorgängers fortsetzt, startete erst im September 2024 in eine vielversprechende Early-Access-Phase. Erst im vergangenen März erhielt das Spiel sein erstes großes Update, das mit der neuen Region Olima und der Gefährtin Safia frische Inhalte lieferte. Dass nun ausgerechnet die Teams für Animation und Rigging – jene Abteilungen, die den Charakteren und Kreaturen Leben einhauchen – von den Kündigungen betroffen sind, lässt bei Fans die Alarmglocken schrillen. Die Abwesenheit einer offiziellen Stellungnahme von Spiders gießt zusätzliches Öl ins Feuer der Spekulationen und Sorgen.
Ein Symptom einer kränkelnden Branche
Perrins beiläufige Bemerkung, dass diese Entwicklung den Trend in der „meisten Branche“ widerspiegelt, ist ein trauriges Zeugnis für den aktuellen Zustand der Videospielindustrie. Die Entlassungen bei Spiders sind kein Einzelfall, sondern ein weiteres Glied in einer langen Kette von Kündigungswellen, die in den letzten Monaten unzählige große und kleine Studios erschüttert haben. Für die Fans und die verbliebenen Entwickler bleibt nur die nagende Ungewissheit, wie es mit einer der hoffnungsvollsten neuen Rollenspiel-Welten der letzten Jahre weitergehen wird.