Fast neun Jahre lang haben Hüter das Sonnensystem durchkämpft, sich durch Raids gequält und um den perfekten God Roll gebettelt. Doch am 9. Juni 2026 ist Schluss. Mit dem Monument of Triumph Update erscheint der finale Content Drop für Destiny 2. Bungie verabschiedet sich von seinem Livestyle-Shooter – aber was kommt danach? Das Studio redet von einem „neuen Anfang“ und meint damit vor allem eines: Stille.
Monument of Triumph: Ein letztes Geschenk für die treuen Hüter
Am 9. Juni geht die Party los – und zwar kostenlos für alle. Das Monument of Triumph Update war ursprünglich als Shadow and Order angekündigt, wurde dann aber kräftig überarbeitet und verschoben. Wir berichteten bereits über die Verschiebung und die ursprünglich geplanten Inhalte. Jetzt kommt alles ein bisschen anders:
- Eine neue exotische Handkanone und überarbeitete Rüstungsteile
- Ein frischer Rewards Pass als Abschiedsgeschenk
- Anpassungen, die das Spiel auch ohne aktive Entwicklung besuchbar halten sollen
Bungie betont, dass Destiny 2 spielbar bleibt – genau wie der erste Teil. Aber wer neue Raids, frische Story Missionen oder regelmäßige Bugfixes erwartet, wird enttäuscht. Das Spiel wandert in den Wartungsmodus. Fertig.
Vom Thron gefallen: Warum Bungie die Reißleine ziehen musste
Das Ende kommt nicht aus heiterem Himmel. Wer die Entwicklung der letzten Jahre verfolgt hat, sah die Zeichen an der Wand. The Final Shape wurde von der Presse gefeiert, verkaufte sich aber schlechter als Lightfall. Die folgenden Erweiterungen – das umstrittene The Edge of Fate und das bessere, aber nicht rettende Renegades – konnten den Exodus nicht stoppen.
Das eigentliche Problem sitzt tiefer: Bungie steckt finanziell in der Klemme. Sony meldete für das vergangene Geschäftsjahr Wertberichtigungen von knapp 765 Millionen Dollar auf Bungie-Vermögenswerte. Der milliardenschwere Deal mit Sony hat sich bislang nicht ausgezahlt. Selbst Marathon, der große Hoffnungsträger des Studios, konnte Destiny 2 nach zwei Monaten nicht mehr in den Spielerzahlen überholen. Ein Debakel für einen Titel mit einem Budget von über 250 Millionen Dollar.
Incubating statt Innovation: Bungies Nebelkerzen-Taktik
In der offiziellen Ankündigung auf der Bungie-Website ist die Rede davon, dass man „unsere nächsten Spiele ausbrütet“. Ein schönes Bild – aber ein konkretes Projekt? Fehlanzeige. Kein Destiny 3, keine neue IP, kein Release-Fenster. Nur heiße Luft und das Versprechen, dass man „die Reise gemeinsam fortsetzt“.
Seit der Trennung von Activision 2019 hat Bungie kein einziges neues Projekt mehr erfolgreich auf den Markt gebracht, das an die alten Zeiten anknüpfen konnte. Marathon kämpft mit schmelzenden Spielerzahlen, die Stimmung im Studio soll Insidern zufolge katastrophal sein. Und jetzt schaltet man auch noch das eigene Zugpferd ab. Das ist kein strategischer Masterplan – das klingt nach Verlegenheit.
Was bleibt, ist die Erinnerung
Wer Destiny 2 ein letztes Mal in voller Pracht erleben will, sollte sich vor dem 9. Juni in den Sattel schwingen. Danach wird aus dem lebendigen Universum ein digitales Museum. Keine neuen Season Stories, keine Events, keine Überraschungen mehr. Nur die Erinnerung an neun Jahre, die die Shooter-Welt geprägt haben – und das leise Gefühl, dass hier mehr hätte sein können.
Bungie hat mit Destiny 2 Maßstäbe gesetzt, die kein anderer Loot-Shooter je erreicht hat. Aber Maßstäbe allein zahlen keine Rechnungen. Die Frage ist jetzt: Schafft es das Studio, aus der Asche aufzustehen – oder war das der Abgesang auf eine ganze Ära?
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