Valve hat die Preise für die Steam Machine genannt – und die liegen mit 1.039 Euro für die 512-GB-Variante weit über dem, was viele erwartet haben. Seit der Enthüllung mehren sich die Stimmen von Hardware-Insidern, die den offiziellen Begründungen misstrauen. KeplerL2 und Moore’s Law is Dead legen nahe: Der Preis ist nicht nur der RAM-Krise geschuldet, sondern enthält eine bewusst fette Marge für Valve.
Was Leaker an Valves Preispolitik kritisieren
Die Vorwürfe sind konkret. KeplerL2 schrieb auf Social Media, bei den aktuellen Hardwarekosten habe Valve entweder eine „fette Gewinnmarge“ oder die Zulieferer würden ihnen „das Fell über die Ohren ziehen“. Moore’s Law is Dead geht in einem Video noch weiter. Er behauptet, potenzielle Käufer könnten sich für denselben Preis einen leistungsstärkeren PC zusammenbauen. Die Steam Machine sei „ein PC, den man nicht aufrüsten kann, und er kostet, als hätte Apple ihn gebaut“ – eine Anspielung auf die mangelnde Upgrade-Möglichkeit bei einem offenen Plattform-Versprechen.
Die schärfste These kommt zum Schluss: „Gabe Newell hat das Ding nicht wegen der RAM-Preise jenseits der 1.000 Dollar angesetzt. Er hat es so bepreist, dass er sich diese 70 Millionen Dollar Villa in Florida leisten kann.“ Hier vermischt sich nachvollziehbare Kritik an der Kalkulation mit persönlicher Spitze – aber der Kern bleibt: Die Frage nach der tatsächlichen Marge.
Was die RAM-Krise wirklich kostet
Dass Speicher teurer geworden ist, bestreitet niemand. Die RAM-Preise sind massiv gestiegen, Valve selbst spricht von einer „signifikanten Veränderung“ bei den Beschaffungskosten für Speicherkomponenten. Das Steam Deck OLED wurde zeitweise 46 Prozent teurer. Auch die Steam Machine ist mit 16 GB DDR5 und 8 GB GDDR6-VRAM von der Knappheit betroffen. Eine Analyse des bereits bekannten Preises der Steam Machine zeigt, dass der Aufpreis von rund 300 Dollar zwischen 512 GB und 2 TB über dem liegt, was eine vergleichbare NVMe-SSD im Einzelhandel kostet.
Valve selbst räumte gegenüber Eurogamer ein, der Preis sei „signifikant höher“ als ursprünglich geplant. Intern hatte man offenbar mit Summen kalkuliert, die näher am Preis des Steam Deck lagen – nicht jenseits der 1.000 Dollar. Gleichzeitig betont das Unternehmen, dass man die Hardware nicht subventionieren könne, weil die Offenheit der Plattform keine Garantie für spätere Spielekäufe biete.
Was Käufer für ihr Geld bekommen
Für 1.039 Euro (ohne Controller) oder 1.108 Euro (mit Controller) erhält man eine semi-custom AMD-RDNA3-GPU mit 28 Compute Units und einen Zen-4-Sechskerner, die laut ersten technischen Daten auf Wikipedia etwa auf dem Niveau einer Radeon RX 7600M arbeitet. Die Leistung reicht für flüssiges 1080p-Gaming, bei Raytracing fallen die Bildraten jedoch auf circa 30 fps. Das Steam Machine Verified Programm stellt sicher, dass tausende bereits für das Steam Deck verifizierte Titel sofort laufen.
Der Vergleich mit einer PlayStation 5 Pro (rund 800 Euro) oder einem selbst gebauten PC für 1.000 Euro fällt allerdings ernüchternd aus. Während eine PS5 Pro zwar kein vollwertiger PC ist, aber günstiger kommt, könnte man vom selben Budget einen PC zusammenstellen, der die Steam Machine in vielen Disziplinen übertrifft. Das Problem: Die Steam Machine lässt sich im Gegensatz zu einem klassischen Desktop-PC nicht aufrüsten.
Was jetzt passieren muss
Valve steht vor einem Vertrauensproblem. Der Preis ist gesetzt, die erste Reservierungswelle läuft, und die Auslieferung beginnt am 29. Juni. Ob sich genug Käufer für die 1.039 Euro Kiste finden, hängt davon ab, ob der Markt den Mehrwert der offenen Plattform höher gewichtet als den Preisnachteil gegenüber Konsolen und selbst gebauten PCs. Eine Preisschätzung von VGC vom Juni 2026 zeigte bereits, dass die finale Preisangabe die ursprünglichen Erwartungen deutlich übersteigt. Das Unternehmen hat in der Vergangenheit bewiesen, dass es schneller und günstiger sein kann – das Steam Deck war zum Launch preislich aggressiv kalkuliert. Dass Valve bei der Steam Machine eine andere Strategie fährt, zeigt, wie sehr die RAM-Krise die ursprünglichen Pläne durcheinandergeworfen hat. Nur: Ob sie die einzige Ursache ist, darf bezweifelt werden. Vor allem nach den Aussagen der Leaker.
