Seit dem 4. August 2026 ist Final Fantasy 14 auf der Nintendo Switch 2 spielbar – mit rund einem Monat Early Access vor dem offiziellen Launch. Nachdem ein erster Hotfix kritisierte Ladezeiten behob, macht nun ein kurioserer Bug die Runde: Au Ra-Spieler können auf der Switch 2 plötzlich die Farbe ihrer Hörner ändern – ein Feature, das es im Charakter-Editor bislang nicht gibt.
Vom Ladezeiten-Notfallpatch zum Hornfarben-Glitch
Der Switch 2 Start verlief nicht ganz reibungslos. Spieler berichteten von ungewöhnlich langen Ladebildschirmen beim Betreten von Instanzen – ein Problem, das Square Enix auf Daten-Neulade- und Cache-Leerungsprozesse zurückführte und per Hotfix behob. In der offiziellen Stellungnahme erklärte das Team, dass die Switch 2 nach Instanz-Wechseln übermäßig viele Assets neu lädt – der Patch adressierte genau diesen Flaschenhals. Kurz darauf tauchte der Hornfarben-Bug auf.
Reddit-Nutzer Harsh-Critic dokumentierte im FF14-Subreddit, dass die Hornfarbe von Au Ra-Charakteren auf der Switch 2 an die gewählte Gesichtsfarbe gekoppelt ist – konkret an das Make-up, das Augenbrauen einfärbt. Im Normalfall tragen Au Ra ausschließlich schwarze oder weiße Hörner und Schuppen. Der Bug erlaubt stattdessen Grün, Blau, Rot und weitere Farben – abhängig davon, welche Gesichtsfarbe ihr auswählt.
Auf X teilte Nutzer roegamaniac einen Clip, der einen Au Ra mit leuchtend gefärbten Schuppen zeigt und spekuliert, ob es sich um eine „frühe Vorschau auf die Skalenfarben-Anpassung“ handeln könnte. Der Post sammelte innerhalb kurzer Zeit tausende Aufrufe.
Nur auf der Switch 2 sichtbar – und damit plattformexklusiv
Der kosmetische Glitch ist ausschließlich auf der Nintendo Switch 2 zu sehen. PC-, PlayStation- und Xbox-Spieler sehen betroffene Charaktere weiterhin mit schwarzen oder weißen Standard-Hörnern. Es handelt sich um ein rein clientseitiges Phänomen – die Server speichern die Farbdaten gar nicht. Wer auf einer anderen Plattform einem Au Ra mit pinkfarbenen Hörnern begegnet, sieht davon schlicht nichts.
Square Enix hat den Fehler bisher nicht offiziell kommentiert. Ein Fix in einem künftigen Hotfix gilt als wahrscheinlich, ist aber nicht angekündigt.
Evercold-Testcode oder simpler Portierungsfehler?
Die eigentlich spannende Frage: Warum existiert dieser Code überhaupt im Switch 2 Client? Mit Evercold, der für Januar 2027 angekündigten Erweiterung, erhält Final Fantasy 14 einen massiv überarbeiteten Charakter-Editor – mit neuen Hauttönen, Haarfarben und grundlegend erweiterten Anpassungsmöglichkeiten. Dass der Switch 2 Build bereits eine funktionierende Farbauswahl für Au Ra-Hörner enthält, legt nahe, dass hier interner Test-Code für Evercold durchgerutscht ist.
Die Grafik-Überarbeitung, die Final Fantasy 14 mit Dawntrail erhielt, macht solche kosmetischen Erweiterungen technisch überhaupt erst möglich. Square Enix selbst betonte das bei der Evercold-Ankündigung. Der Bug könnte also ein verfrühtes und unbeabsichtigtes Feature-Preview sein – ein Nebeneffekt davon, dass der Switch 2 Client auf einem neueren Code-Zweig aufbaut als er sollte.
Was für Au Ra-Spieler mit Patch 8.1 tatsächlich kommt
Schon bei der Switch 2 Ankündigung war klar, dass die Portierung pünktlich zum Evercold-Hype erscheint. Auf dem Berlin FanFest Ende Juli 2026 bestätigte Director Naoki Yoshida dann eine lang geforderte Änderung: Mit Patch 8.1, einige Monate nach Evercolds Release, können Au Ra-Spieler Gesichtstyp und Hörner endlich unabhängig voneinander wählen. Eine freie Farbwahl für die Hörner war in dieser Ankündigung nicht enthalten – Yoshida sprach lediglich von der Trennung beider Optionen.
Ausblick – Zwischen Bug-Bereinigung und Community-Wunsch
Die Community auf Reddit und X reagierte überwiegend begeistert – der Tenor: „Bitte nicht fixen.“ Sollte Square Enix die positiven Reaktionen als Signal werten, könnten farbige Au Ra-Hörner den Sprung vom versehentlichen Leak zum echten Evercold-Feature schaffen. Wahrscheinlicher ist allerdings, dass der Bug mit einem der nächsten Patches verschwindet – und als kuriose Fußnote der Switch 2 Portierung in Erinnerung bleibt. Dass FF14 sich nach 12 Jahren solche Experimente überhaupt leisten kann, spricht für die lebendige Community, die selbst aus Bugs noch Feature-Wünsche ableitet.
Ob Yoshida den Bug auf dem Tokyo FanFest thematisiert oder stillschweigend per Hotfix bereinigt, wird zeigen, wie Square Enix mit unfreiwilligen Leaks umgeht, die der Community ausnahmsweise mal gefallen.