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Hardware

PXN Vector X Pedals: Die 200-kg-Loadcell-Ansage aus China – ernsthafte Konkurrenz oder nur dicke Specs auf Papier?

200-kg-Loadcell, Carbon-Pedalflächen und eine massive Alu-Grundplatte – PXNs Vector X Pedals liefern für 459 Euro Early-Bird-Preis Specs, die sonst das Doppelte kosten. Taugt was, solange du die fummelige Federeinstellung und das fehlende Haptik-Feedback verschmerzen kannst.

Christian Schmidinger
von Christian Schmidinger
30.05.26
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Lesezeit: 6 Min.
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PXN war bisher vor allem für günstige Einsteiger-Lenkräder bekannt – doch mit den Vector X Pedals zielt der chinesische Hersteller plötzlich auf das gehobene Sim-Racing-Segment. Eine 200-Kilogramm-Loadcell in der Bremse, ein Dual-Sensor-Fusionsalgorithmus fürs Gaspedal und eine Grundplatte aus CNC-gefrästem Aluminium: Auf dem Papier liest sich das Datenblatt wie das eines 800 € Pedalsets. Der Early-Bird-Preis von 459 Euro für die Zwei-Pedal-Variante positioniert die Vector X allerdings in einem Kampfpreis-Segment, in dem aktuell Fanatec, Moza und Simagic die Platzhirsche sind. Ob PXN hier wirklich mithalten kann oder ob die Spec-Liste vor allem Marketing-Muskelspiele sind, zeigt ein genauerer Blick auf die Details – und auf PXNs Vergangenheit.

Das steckt im Artikel
  • Vom Einsteiger-Lenkrad zur Loadcell-Premiumklasse: PXNs größter Sprung
  • 200-Kilo-Loadcell und Dual-Sensor-Gaspedal: Was hinter den Specs steckt
  • Carbon, CNC-Alu und Edelstahl: Die Verarbeitung im Konkurrenzvergleich
  • Software, Einstellmöglichkeiten und das Kleingedruckte

Vom Einsteiger-Lenkrad zur Loadcell-Premiumklasse: PXNs größter Sprung

Wer PXN bisher kannte, verband die Marke vor allem mit Budget-Hardware wie dem V9 oder dem PXN GT ONE, das wir bereits als bemerkenswert preiswertes Lenkrad mit 78 Eingabesignalen unter die Lupe genommen haben. Dass der Hersteller aus Shenzhen nun ein Pedalset auf den Markt wirft, das sich preislich mit dem Fanatec CSL Elite V2 (299 €), dem Moza CRP2 (ca. 399 €) und den Simagic P1000 (ca. 469 €) misst, ist ein deutlicher Strategiewechsel. Der Sprung von 100€ Einsteigerware in die 500€ Klasse ist allerdings auch riskant: PXN muss beweisen, dass seine Qualitätskontrolle, Software und vor allem die Langzeitstabilität mit den etablierten Playern mithalten können.

Der erste unabhängige Test von Simracing-PC fällt überraschend positiv aus: Die Kollegen bescheinigen dem Pedalset ein „herausragendes Preis-Leistungs-Verhältnis“ und loben Materialqualität sowie Fahrgefühl. Allerdings werden auch Schwächen benannt: Die Einstellung der Bremsfeder sei „fummelig“, und das mitgelieferte Handbuch lasse entscheidende Informationen vermissen. Das ist ärgerlich, denn gerade bei einem Produkt, das mit Setup-Freiheit wirbt, wäre eine saubere Dokumentation der Einstellmöglichkeiten essenziell.

200-Kilo-Loadcell und Dual-Sensor-Gaspedal: Was hinter den Specs steckt

Das Herzstück der Vector X ist die 200-kg-Loadcell-Bremse. Die Zahl klingt brachial, ist aber mit Vorsicht zu genießen: In der Praxis fahren selbst Profi-Sim-Racer selten mit mehr als 60 bis 80 Kilogramm Bremskraft. Der hohe Maximalwert signalisiert vor allem eines – der Sensor hat reichlich Headroom, was Rauschverhalten und Signalauflösung zugutekommt (der verbaute 24-Bit-Chip löst mit 16,7 Millionen Stufen auf). Zum Vergleich: Fanatecs CSL Elite V2 setzt ebenfalls auf eine 200-kg-Loadcell, begrenzt die nutzbare Bremskraft aber auf 90 kg. PXN liefert zwei austauschbare Federn aus legiertem Stahl mit: eine rote (bis ca. 125 kg) und eine grüne (bis ca. 187 kg). Die Härteabstufung ist sinnvoll, die Montage allerdings – wie von den Testern angemerkt – unnötig hakelig.

Spannender ist das Gaspedal: Hier kombiniert PXN eine 15-kg-Loadcell mit einem hochpräzisen Hall-Winkelsensor. Der sogenannte X-Cross Dual-Sensor-Fusionsalgorithmus soll Signalverzerrungen und Reaktionsverzögerungen bei schnellen Pedaleingaben reduzieren. In der Praxis bedeutet das: Die Software mischt beide Sensorsignale, um eine gleichmäßigere Gaspedalkennlinie zu liefern – besonders relevant bei Kurvenausgängen, wo ein zu ruckartiges Gasgeben Traktionsverlust bedeutet. Per Software lässt sich der Mix zwischen reinem Loadcell-Signal, reinem Hall-Signal oder einer Fusion beider Quellen einstellen (auf einer Skala von 0 bis 100 Prozent). Dieser Dual-Sensor-Ansatz ist in dieser Preisklasse ungewöhnlich – vergleichbare Technik findet man sonst eher bei Heusinkveld oder Simucube, allerdings zu ganz anderen Preisen.

Das optionale Kupplungspedal (149 € Aufpreis, separat kaufbar) setzt auf eine 30-kg-Loadcell und eine zweistufige Mechanik, die den nichtlinearen Widerstand einer echten Kupplung simulieren soll. Für Drifting, stehende Starts und manuelle Schaltvorgänge ist das ein spürbarer Mehrwert gegenüber simplen Feder-Mechaniken, auch wenn die Einstellmöglichkeiten hier begrenzter ausfallen als bei der Bremse.

Carbon, CNC-Alu und Edelstahl: Die Verarbeitung im Konkurrenzvergleich

PXN setzt bei den Vector X auf eine Materialliste, die in dieser Preisklasse Seltenheitswert hat:

  • Pedalkörper: Lasergeschnittene Platten aus 304-Edelstahl
  • Grundplatte: 6 mm CNC-gefrästes 6061-Aluminium
  • Pedalflächen und Fersenauflage: 3 mm Carbonfaser (laut Simracing-PC „Forged Carbon“)

Die mitgelieferte Grundplatte ist ein entscheidender Vorteil: Wo Käufer beim Fanatec CSL Elite V2 oder den Moza CRP2 oft noch eine separate Baseplate einplanen müssen (Zusatzkosten: 50 bis 100 €), liefert PXN eine massiv ausgeführte Platte gleich mit. Die Montage ist durch vorgebohrte Gewindelöcher deutlich komfortabler gelöst als bei manchem Konkurrenten, bei dem Pedale umständlich von unten verschraubt werden müssen. Pedalabstand, Pedalarmwinkel, Pedalflächenposition und Pedalweg lassen sich mechanisch anpassen – in Summe eine Setup-Flexibilität, die man sonst erst bei Sets jenseits der 700-€-Marke findet.

Ein kritischer Punkt bleibt die Langzeitqualität: PXN hat in der Vergangenheit mit der Verarbeitung seiner Einsteiger-Produkte keinen Premium-Ruf aufgebaut. Die Vector X scheinen hier einen klaren Bruch zu markieren – ob die verwendeten Komponenten aber auch nach zwei Jahren intensiver Nutzung noch spielfrei und präzise arbeiten, werden erst Langzeittests zeigen können. Die Simracing-PC-Tester notierten nach 50 Stunden Testzeit bereits „leichte Verschleißerscheinungen“ an den Silikon-Endanschlägen, was bei diesem Material aber normal ist und durch gelegentliches Rotieren der Stopper ausgeglichen werden kann.

Software, Einstellmöglichkeiten und das Kleingedruckte

Die PXN SimRacing Software war lange der wunde Punkt der Marke. Bei den Vector X scheint sich das Blatt gewendet zu haben: Die übersichtlich gestaltete Oberfläche bietet Pedalkalibrierung, Echtzeit-Signalüberwachung, Kurvenbearbeitung, Totzonen-Anpassung und das bereits erwähnte Umschalten des Gaspedal-Sensormodus – alles auf einer einzelnen Seite zusammengefasst. Kein Feature-Overkill, aber alles Nötige an Bord. Die externe Control Box mit 24-Bit-Ultra-Low-Noise-Chip kommuniziert per USB-C mit dem PC, ist also herstellerunabhängig mit allen Wheelbases kombinierbar.

Was auf den ersten Blick nicht zu entnehmen ist: Haptische Vibrationsmotoren sind aktuell nicht verfügbar. Die Control Box hat zwar reservierte DC-Anschlüsse für künftige Vibrationsmodule, doch wann und zu welchem Preis diese nachgeliefert werden, ist offen. Wer heute ein Pedalset mit haptischem Feedback sucht (wie es Moza mit den CRP2 oder Simagic mit den Haptic Reactors bieten), kauft bei PXN vorerst ein Versprechen.

Und dann ist da noch der Preis. Der beworbene Early-Bird-Preis von 459 € (2-Pedal) bzw. 579 € (3-Pedal) ist zeitlich begrenzt – die regulären Preise liegen laut Simracing-PC bei 519 € bzw. 629 €. Das ist ein relevanter Unterschied, denn bei 629 € rücken die Vector X gefährlich nah an das Simagic P1000 (469 $ / ca. 439 € für 2 Pedale) oder gar die hydraulischen P2000 heran. Die Early-Bird-Strategie erinnert zudem an Kickstarter-Modelle – wer jetzt kauft, ist faktisch Early Adopter inklusive des Risikos unausgereifter Erst-Chargen.

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vonChristian Schmidinger
Seit den ersten Runden BubbleBobble und DynaBlaster am Amiga, haben mich Videospiele in der einen oder anderen Form begleitet. Heute bin ich froh, dass sich seit Amiga und Nintendo Gameboy ein bisschen was getan hat und allen Unkenrufen zum Trotz ist für mich der PC noch immer die Plattform der Wahl. Das geht soweit, dass ich mir meine Rechner seit 2005 selber baue, aber auch als Problemlöser darf ich manchmal für Freunde und Kollegen zum Maschinengeist sprechen ?
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