Was klingt wie ein Artus-Ableger, entpuppt sich als das, worauf Classic-Fans seit Jahren warten. Wowhead-Dataminer Stiven hat auf Blizzards internen Servern Lizenzen für „World of Warcraft Camelot“ ausgegraben – in zwei Editionen. Der Codename steht für das lang ersehnte WoW Classic Plus. Ob Blizzard die Erwartungen erfüllt, zeigt die BlizzCon im September – bis dahin bleibt offen, ob die zwei Editionen Cash-Shop oder echten Content bedeuten.
Was der Camelot-Fund über WoW Classic Plus verrät
Laut dem Wowhead-Bericht zum Datamine-Fund handelt es sich um Heroic- und Epic-Editionen – ein starkes Indiz, dass Blizzard das Projekt als vollwertiges Produkt plant, nicht als Gratis-Update. Der Build basiert auf Patch 1.60, derselben Version, die seit Oktober 2025 auf Blizzards Servern liegt. Dataminer Stiven vermutet, dass Blizzard die Infrastruktur für eine öffentliche Testphase oder eine BlizzCon-Demo vorbereitet. Ein PC Gamer Bericht bestätigt den Fund und die Verbindung zum mysteriösen Patch, der das Fundament des Projekts bildet.
Streamer, NDA und eine vielsagende Lücke
Der Fund ist kein Einzelfall. Blizzard lud kürzlich mehrere WoW Classic Streamer unter NDA nach Irvine ein – darunter Esfand, Guzu und sodapoppin. Ein Wowhead-Artikel dokumentiert den Streamer-Besuch in Irvine. Keiner der Eingeladenen durfte verraten, was vor Ort gezeigt wurde. Parallel dazu wurde Produzentin Holly Longdale während der State of Azeroth-Präsentation theatralisch unterbrochen, als sie über die Zukunft von WoW Classic sprechen wollte. Blizzard macht kein Geheimnis daraus, dass etwas Großes für Classic in der Mache ist – nur was genau, bleibt unter Verschluss.
Was Blizzard mit Classic Plus vorhat
Das Modell liegt auf der Hand: WoW Classic Plus wäre eine dauerhafte Abspaltung vom Original, die auf der alten Engine neuen Content entwickelt – genau wie Old School Runescape es vorgemacht hat. Statt die Patches chronologisch durchzuspielen, entsteht ein eigenständiger Classic-Zweig mit neuen Zonen, Dungeons und Raids im Vanilla-Stil. Blizzard hat mit Season of Discovery bereits bewiesen, dass es bereit ist, am Classic-Format zu drehen. Dass der Publisher parallel private Server wie Turtle WoW verklagt, unterstreicht die Strategie: Blizzards Klage gegen private Classic-Server räumt die Konkurrenz aus dem Weg, bevor das eigene Produkt startet.
Zwei Editionen – und ein großes Aber
Das größte Fragezeichen bleibt die Monetarisierung. Zwei Editionen bei einem Classic-Spin-off bedeuten mit hoher Wahrscheinlichkeit Early Access, Mounts oder Cosmetics als Bezahlschranke – genau das, wovor ein Teil der Classic-Community die Flucht ergriffen hat. Ob die Server-Funde und der Streamer-Besuch allein als Beleg für einen 2026-Release ausreichen, wird sich erst nach der BlizzCon beurteilen lassen. Season of Discovery war zudem ein spannendes Experiment, aber technisch und im Balancing eine Achterbahnfahrt. Ein permanentes Classic Plus müsste liefern, was SoD nur phasenweise konnte. Unser The War Within Test zeigte, dass Blizzard bei Retail wieder zu alter Form findet – ob die Classic-Sparte nachzieht, ist die offene Frage des Jahres.



