Im jüngsten Investor Call hat Take-Two CEO Strauss Zelnick steigende Konsolenpreise als „nichts Gutes“ bezeichnet – aber direkt klargestellt, dass er darin kein Hindernis für den GTA 6 Launch im November sieht. Gleichzeitig lieferte er eine bemerkenswerte Zahl zum PC-Markt, die erklärt, warum Rockstar die Plattform trotz verzögertem Release nicht ignorieren kann.
Zelnick: „Niedrigere Hardware-Preise wären gut – aber wir sehen keinen Gegenwind“
Im Gespräch mit Analysten – das Transkript liegt bei Yahoo! Finance vor – wurde Zelnick auf die steigenden Hardware-Kosten angesprochen. Speicherchips, angetrieben durch den KI-Boom, werden weltweit knapper und teurer. Sony hatte zuvor versichert, genug PS5-Speicherreserven für den Rest des Jahres zu haben – trotzdem bleiben Engpässe im Weihnachtsgeschäft ein reales Szenario.
Zelnicks Antwort fiel ungewohnt direkt aus: „Sehen Sie, steigende Hardware-Kosten sind nichts Gutes, und wir würden nicht behaupten, dass sie es sind.“ Aber dann schob er nach: „Ich glaube nicht, dass sie uns ausbremsen werden, weil wir Erlebnisse liefern, die die Leute wollen. Allerdings wären niedrigere Hardware-Preise eine gute Sache, weil dann mehr Hardware in den Händen der Leute wäre. Ich kann also nicht sagen, dass das positiv ist – aber wir sehen es auch nicht als Gegenwind.“
Das Memory-Problem trifft vor allem Next-Gen – und GTA 6 mittendrin
Warum der Hardware-Preis überhaupt Thema ist: Die nächste Konsolengeneration – PS6 und Xbox „Project Helix“ – wird für das Weihnachtsgeschäft 2027 erwartet. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass Speicherkosten sich bis Herbst 2027 verdoppeln könnten. Szenarien mit einem PS6-Preis von 600 bis über 1.000 Dollar kursieren. Sony-Chef Hiroki Totoki warnte bereits vor hohen Bauteilkosten, die Preis und Release beeinflussen könnten.
Für Take-Two ist das ein zweischneidiges Schwert. GTA 6 erscheint am 19. November für PS5 und Xbox Series X/S – also auf etablierter Hardware. Aber der Long Tail, auf den der Publisher setzt, könnte leiden, wenn die nächste Konsolengeneration mit einem Preisschock startet, bevor GTA 6 seine volle Lebensdauer ausgeschöpft hat.
PC: Früher 2 Prozent, heute 50 Prozent
Fast beiläufig lieferte Zelnick dann eine Zahl, die den Wandel der Branche in einen Satz packt: „Vor 20 Jahren, als wir hier bei Take-Two einen Konsolen-Release hatten, der gleichzeitig auf PC verfügbar war, machte PC ein bis zwei Prozent des Gesamtumsatzes aus. Heute können das in einer ähnlichen Situation 40 oder 50 Prozent sein.“
Das ist kein Nebenkommentar. Es ist die Erklärung, warum GTA 6 trotz des aktuellen Konsolen-Fokus irgendwann auf PC erscheinen wird – und warum Take-Two es sich schlicht nicht leisten kann, darauf zu verzichten. 50 Prozent sind im Zweifel die Hälfte des gesamten Kuchens.
Wann kommt GTA 6 auf PC? Zelnick sagt es nicht – aber die Logik ist klar
Ein konkretes Datum für den PC-Release nannte Zelnick nicht. Rockstar hatte PC-Spieler beim Vorbestellungsstart erneut auflaufen lassen. Die offizielle Linie: Konsolen zuerst, PC später.
Aber bei Vorbestellungen, die selbst Newzoo nur in Szenarien zwischen 37 und 51 Millionen Einheiten in der Launch-Woche erfassen kann – und bei einem PC-Anteil, den Zelnick jetzt selbst mit bis zu 50 Prozent beziffert – wäre ein dauerhafter Konsolen-Exklusivkurs wirtschaftlicher Wahnsinn.
Auf den Pixel gefühlt…
Kurz, präzise, unbestechlich
