Eigentlich sollte die PS6 2027 kommen. Dann kamen die Speicherkrise, die explodierenden RAM-Preise und die ersten Verschiebungsgerüchte. Jetzt meldet sich ein bekanntes Gesicht aus der Hardware-Szene zu Wort – und seine Einschätzung ist so klar wie selten zuvor: Eine Verschiebung der nächsten PlayStation wäre finanziell riskanter als der geplante Launch.
Warum KeplerL2 die Delay-Gerüchte für absurd hält
KeplerL2, ein etablierter Leaker mit treffsicheren Prognosen zu AMD-Chips und Konsolenhardware, reagierte auf einem NeoGAF-Thread mit einem knappen „Nö“ auf die Frage nach einer Verschiebung ins Jahr 2028 oder 2029. Unterlegt war das mit einem Danny-DeVito-GIF – so viel Gelassenheit zum Thema. Doch die Begründung hinter dieser Einschätzung steckt voller harter Fakten.
Die Kernargumente des Leakers sind bemerkenswert konkret. Sony hat längst Verträge mit dem Chip-Hersteller TSMC für die Produktion der PS6-APU abgeschlossen. Hinzu kommen mutmaßliche GDDR7-Verträge mit Speicherherstellern. R&D-Kosten im dreistelligen Millionenbereich sind geflossen – Geld, das nicht einfach aufgeschoben werden kann. „Eine Verschiebung der Konsole, wenn sie im Grunde fertig ist, ergibt keinen Sinn“, fasst KeplerL2 die Lage zusammen.
Ein weiteres Argument liefert ein Mitdiskutant, dessen Post der Leaker mit einem Like versah: „Glaubt ihr, AMD verschwendet Ressourcen für die Validierung eines Chips, der verschoben wird?“ Die Logik ist schwer zu widerlegen. AMD hat bestätigt, dass die PS6-Chips bereits in der Test- und Validierungsphase sind. Ein Stopp dieser Prozesse wäre wirtschaftlich fatal für alle Beteiligten. Bereits im März hatte TechPowerUp ausführlich über die ersten Einschätzungen des Leakers berichtet.
Die ökonomische Rechnung hinter dem Launch-Fenster
Der spannendste Teil der Diskussion dreht sich um die Marktlogik. Der von KeplerL2 gelikte Beitrag rechnet vor: Ein Launch 2027 bedeutet Millionen verkaufter Einheiten vor 2030. Fallen die Speicherpreise, senkt man einfach den Preis der Konsole und gewinnt Marktanteile. Ein Launch erst 2030 hingegen bedeute Nullverkäufe bis dahin – zu einem Zeitpunkt, an dem Speicherpreise niedriger, gleich oder höher sein könnten. Man starte dann bei Null.
Das ist keine abstrakte Theorie. Bereits bei der PS5 hat Sony bewiesen, dass das Unternehmen selbst in einer globalen Pandemie mit zerrütteten Lieferketten einen Konsolen-Launch durchziehen kann. Die Parallelen zur aktuellen Lage sind offensichtlich. Dass Sony das PS5-Debakel mit Anfangsschwierigkeiten hinter sich hat, spricht eher für als gegen einen planmäßigen PS6-Launch. Unser Bericht zu PS6 und Project Helix hatte die Lage bereits im März ähnlich eingeschätzt.
PS6 gegen Project Helix – wer liefert was?
Die Einschätzung von Moore’s Law is Dead bringt eine weitere interessante Perspektive ins Spiel. Beide Next-Gen-Konsolen würden laut Analyse nicht über die Bildqualität konkurrieren, sondern über die Bildwiederholrate. „Eines der Geräte ist für 4K mit 144 Bildern pro Sekunde ausgelegt, das andere für 4K mit 60 Bildern“, so der YouTuber. Das deutet auf eine strategische Differenzierung hin: Sony setzt offenbar auf eine solide 4K/60-Basis, während Microsofts Project Helix auf höhere Framerate zielt.
Dass die PS6 dabei günstiger in der Herstellung sein dürfte, ist kein Geheimnis. Während Project Helix 25 Prozent schneller auf dem Papier sein mag, setzt Sony auf einen kompakteren, monolithischen Chip – ähnlich dem der PS5 Pro. Das senkt die Kosten und ermöglicht eine aggressivere Preisgestaltung. Den detaillierten Hardware-Vergleich zwischen beiden Konsolen findest du in unserem Artikel zu Project Helix vs PS6.