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Games

Alanah Pearce packt aus: So reagierte Sony intern auf den Protest nach dem Disc-Aus

Sony hat nach der Disc-Einstellungs-Ankündigung angeblich die strengsten Social-Media-Richtlinien der Firmengeschichte erlassen. Alanah Pearce zitiert Mitarbeiter, denen zufolge das Unternehmen die Wut der Community vorhersah und die Kommunikation systematisch abriegelte – statt die Entscheidung zu überdenken.

Maciej Ataman
von Maciej Ataman
24.07.26
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Lesezeit: 4 Min.
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Stellt euch vor, ihr arbeitet bei Sonys größtem First-Party-Studio – und kriegt eine interne Mitteilung, die euch vorschreibt, was ihr zu einem Thema sagen dürft und was nicht. Kein Kommentar, kein Einwand, kein Verständnis. Ihr haltet den Mund, während das Unternehmen, für das ihr arbeitet, die Community gegen sich aufbringt. Genau das ist passiert, nachdem Sony das Ende der Disc-Produktion für Januar 2028 angekündigt hatte. Und Alanah Pearce, ehemalige Writerin bei Santa Monica Studio, hat jetzt bestätigt, was viele bereits ahnten: Sony wusste genau, dass die Welle kommen würde – und hat intern vorgesorgt, statt die Entscheidung zu überdenken.

Das steckt im Artikel
  • Sony wusste Bescheid – und hat trotzdem weitergemacht
  • Die Fabrik läuft schon lange rückwärts
  • Analysten sehen keine Wende – und sie haben recht

Sony wusste Bescheid – und hat trotzdem weitergemacht

Fangen wir mit dem Punkt an, der die ganze Geschichte erst spannend macht: Sony hat die Wut der Community nicht nur geahnt – sie war einkalkuliert. Pearce hat in einem aktuellen Video ehemalige Kollegen zitiert, die ihr bestätigten, dass Sony für genau diese Ankündigung die strengsten Social-Media-Richtlinien erlassen hat, die sie je gesehen hätten. „Sony wusste schon, dass alle sauer sein würden – sie wussten es“, sagt Pearce.

Das klingt nach einer Kleinigkeit, ist aber die eigentliche Geschichte. Denn Sony erlässt nicht zum Spaß interne Sprachregelungen. Dass die Richtlinien die strengsten der Firmengeschichte sein sollen, bedeutet: Die Führungsebene hat die Diskussion im Vorfeld durchgespielt und wusste genau, dass die offizielle Begründung mit den „Verbrauchertrends“ nicht ausreichen würde. Statt die Entscheidung zu überdenken, hat Sony die Kommunikation abgeriegelt. Kein Entwickler, kein Studio-Mitarbeiter darf zum Thema Disc-Aus öffentlich Stellung nehmen. Die Botschaft an die eigene Belegschaft: Haltet den Mund, das geht vorbei. Pearce selbst stand übrigens unter ähnlichen Richtlinien, als sie an God of War Laufey arbeitete – das ist also kein Einzelfall, sondern System.

Die Fabrik läuft schon lange rückwärts

Nun könnte man argumentieren: Social-Media-Richtlinien sind nichts Besonderes, jedes Unternehmen schützt seine Kommunikation. Das stimmt – bis man sich ansieht, was gleichzeitig in Thalgau passiert. Das Werk in Thalgau, Österreich, presst täglich 600.000 Discs – die Hälfte davon PlayStation-Spiele. Aber die Anlage wird längst umgerüstet. 30 Millionen Euro fließen in den Umbau auf Mikrolinsen-Produktion. Die 300 Mitarbeiter werden umgeschult, nicht entlassen.

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Wer jetzt noch glaubt, Sony könnte die Entscheidung rückgängig machen, übersieht die industrielle Realität. Ab Januar 2028 soll nur noch zehn Prozent der aktuellen Kapazität übrig sein – das reicht gerade für Filme, Musik und Bestandskunden. Neue Spiele auf Disc werden faktisch nicht mehr produziert. Dass Sony das Werk nicht dichtmacht, sondern umbaut, ist klüger, als es auf den ersten Blick wirkt. Mikrolinsen sind kein Ausweichgeschäft – sie sind ein Milliardenmarkt für AR-Headsets, Kameras und Autosensorik. Dass ein Disc-Presswerk zu einer Hightech-Optikfabrik wird, ist das Ende einer 40-jährigen Ära, die mit der ersten PS1-CD begann.

Analysten sehen keine Wende – und sie haben recht

Die Frage, die nach all dem bleibt: Wird der Protest etwas ändern? Die kurze Antwort: Nein. Dr. Serkan Toto, CEO von Kantan Labs, formuliert es mit der Klarheit, die man von einem Branchenanalysten erwartet. Er sympathisiere mit Fans physischer Medien, aber Sony werde diese Entscheidung nicht zurücknehmen. Man habe die Online-Reaktionen vorhergesehen und warte jetzt darauf, dass der Sturm sich legt. Kein „vielleicht“, kein „es bleibt abzuwarten“. Ein klares: Das war’s.

Piscatella von Circana liefert die Zahl dazu: Der Umfang physischer Spieleverkäufe ist inzwischen so gering, dass die wirtschaftliche Bedeutung marginal ist. Sony opfert keine Cash Cow – es beschleunigt einen Trend, der ohnehin läuft. Dass dabei der Markt für Second-Hand-Spiele mit 7,2 Milliarden Dollar Volumen unter den Tisch fällt, ist der Preis, den Sony in Kauf nimmt.

Das Muster ist nicht neu: Sony hat schon bei der Ankündigung der PS4 Pro und bei den Preiserhöhungen für PS Plus ähnliche Wellen ausgelöst und durchgestanden. Dieses Mal ist der Schnitt radikaler. Aber die Maschinerie läuft – in Thalgau, in den sozialen Medien der Entwickler und in der Kommunikationszentrale. Ein Zurück gibt es nicht.

TAGGED:PlaystationSony

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vonMaciej Ataman
Mein “HOBBY” hat mit dem Gameboy und Tetris begonnen und amüsiert mich immer noch bis in die Morgenstunden. Meine Lieblingsspiele sind Strategie/Renn –und Actionspiele. Man probiert jedoch alles aus was Spaß macht. AustriaGaming bietet mir die Möglichkeit mein Hobby mit anderen zu teilen und gemeinsam Spaß zu haben. P.S: “We see us on the Battlefield!”
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