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Games

Fallout-Ankündigungen am Morgen, Kündigungen am Abend – Gewerkschaft erhebt schwere Vorwürfe gegen Bethesda

Maciej Ataman
von Maciej Ataman
24.07.26
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Lesezeit: 4 Min.
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Bethesda kündigt auf der einen Seite Fallout 5, Fallout 3 Remaster und ein neues Fallout mit Obsidian an – auf der anderen Seite bekommen entlassene Mitarbeiter in Montreal eine Abfindung von genau acht Wochen und verlieren von heute auf morgen ihre Krankenversicherung. Es ist ein Spiel, das man in der Spieleindustrie gut kennt: Während die PR-Abteilung die großen Neuigkeiten verkündet, öffnet die Personalabteilung die Hintertür. Die Gewerkschaft OneBGS hat inzwischen Klage eingereicht – wegen Verstoßes gegen kanadisches Arbeitsrecht.

Das steckt im Artikel
  • Die Vorwürfe im Detail: Acht Wochen, keine Verhandlung, keine Krankenversicherung
  • Das perfide Timing: Fallout-Ankündigungen als Ablenkungsmanöver?
  • Todd Howards ‚really tough‘ – das PR-Ritual und die Realität
  • Was jetzt? OneBGS kündigt Rechtsstreit an

Die Vorwürfe im Detail: Acht Wochen, keine Verhandlung, keine Krankenversicherung

Am vergangenen Freitag geschahen zwei Dinge gleichzeitig: Bethesda verkündete eine Lawine an neuen Fallout-Projekten, und die entlassenen Mitarbeiter des Montreal-Studios erfuhren, wie viel sie wirklich wert sind. 

Laut OneBGS bekamen die Betroffenen eine Abfindung von genau acht Wochen Gehalt – das gesetzliche Minimum in Kanada. Die Gewerkschaft wirft Microsoft vor, vorher zugesagt zu haben, das Severance-Paket mit OneBGS zu verhandeln. Laut Eurogamer wurden die Mitarbeiter am 6. Juli in einem Video-Call noch vertröstet, sie würden bis September beschäftigt bleiben. Am 17. Juli dann die Kehrtwende: Kündigung per E-Mail. Und die Krankenversicherung? Sofort gestrichen. In einem inzwischen gelöschten Bluesky-Post bestätigte Lead Character Artist Ben Carnow den Vorwurf: „Die Leute haben ihre Gesundheitsversorgung ohne Vorankündigung verloren. Unverantwortlich.“

OneBGS hat inzwischen eine weitere Klage gegen Bethesda eingereicht – wegen Verstoßes gegen kanadisches Arbeitsrecht. „Bethesda und Xbox leben von unserer Arbeit, und wenn wir sie erledigt haben, werden wir entsorgt“, heißt es in der Stellungnahme der Gewerkschaft.

Das perfide Timing: Fallout-Ankündigungen als Ablenkungsmanöver?

Der zeitliche Zusammenhang ist schwer zu ignorieren. Freitag, der 17. Juli: Xbox lässt die Bombe platzen – Fallout 5 in Entwicklung, Remaster von Fallout 3 und New Vegas, und ein komplett neues Fallout-Projekt zusammen mit Obsidian. Genau denselben Freitag wählte Microsoft, um die Montrealer Belegschaft per E-Mail über ihre Kündigung zu informieren.

OneBGS formuliert es deutlich: „Letzten Freitag hat Xbox die News-Seiten mit jeder Ankündigung geflutet. Am selben Tag haben sie ihren entlassenen Mitarbeitern gesagt, dass sie die kleinste gesetzlich mögliche Abfindung bekommen.“ Ob das Timing ein bewusstes Ablenkungsmanöver war, bleibt Spekulation. Aber die Gewerkschaft wird nicht müde zu betonen, dass es sich um dasselbe Unternehmen handelt – ein Unternehmen, das auf der einen Seite mit „über 65 Millionen verkauften Skyrim-Einheiten“ prahlt und auf der anderen Seite acht Wochen Abfindung als großzügig verkauft.

Todd Howards ‚really tough‘ – das PR-Ritual und die Realität

Todd Howard hat sich in einem Interview zu den Entlassungen geäußert – mit den üblichen Floskeln. „Wirklich schwer“ sei die Zeit gewesen, „eine Veränderung, die uns erlaubt, uns auf die Franchises zu konzentrieren und das zu liefern, was die Spieler erwarten“. Man kennt das Muster: Die Unternehmensführung bedauert die Entscheidung, während sie gleichzeitig die nächsten Blockbuster ankündigt.

Dass Howard die Entlassungen als „wirklich schwer“ bezeichnet, mag sogar ehrlich gemeint sein – nur sagt es nichts darüber, ob Microsoft rechtlich sauber gehandelt hat. Während Howard von Fallout 5 und The Elder Scrolls 6 spricht und betont, dass man „da sei, wo man sein wolle“, fehlen entlassenen Mitarbeitern die Mittel, um ihren nächsten Arztbesuch zu bezahlen. Dieser Kontrast ist keine Polemik – er ist der Punkt.

Was jetzt? OneBGS kündigt Rechtsstreit an

Die Gewerkschaft hat bereits eine weitere Klage eingereicht und kündigt an, nicht nachzugeben. „Der Kreislauf, in dem Arbeiter für die Fehler des Managements bezahlen, endet hier“, schreibt OneBGS. Das ist nicht die erste rechtliche Auseinandersetzung dieser Art – Microsoft hat mit den Massenentlassungen der letzten zwei Jahre eine Spur von Klagen und Beschwerden hinterlassen.

Ein interessantes Detail am Rande: Xbox hat gegenüber GamesIndustry.biz erklärt, man habe die Gewerkschaft kontaktiert, um „Effects Bargaining“ aufzunehmen. OneBGS bestreitet das. Das ist nicht nur ein Streit um Fakten – es wird zur Grundlage der juristischen Auseinandersetzung. Kanada hat vergleichsweise starke Arbeitsgesetze. Wenn Microsoft tatsächlich eine bestehende Verhandlungspflicht umgangen hat, könnte die Klage ernsthafte Konsequenzen haben.

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vonMaciej Ataman
Mein “HOBBY” hat mit dem Gameboy und Tetris begonnen und amüsiert mich immer noch bis in die Morgenstunden. Meine Lieblingsspiele sind Strategie/Renn –und Actionspiele. Man probiert jedoch alles aus was Spaß macht. AustriaGaming bietet mir die Möglichkeit mein Hobby mit anderen zu teilen und gemeinsam Spaß zu haben. P.S: “We see us on the Battlefield!”
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