Das für 2027 angekündigte Mega-Addon The Witcher 3: Songs of the Past schließt Millionen von Spielern auf älteren Plattformen und veralteten PC-Systemen komplett aus. Was eigentlich als triumphale Rückkehr von Geralt gefeiert werden sollte, entpuppt sich für einen gewaltigen Teil der Community als bittere Hardware-Watsche. Wer den Hexer auf seinem nächsten Abenteuer begleiten will, muss zwingend auf teure Current-Gen-Kisten aufrüsten oder bleibt schlichtweg draußen.
Hardware-Schock im Hexer-Universum: Warum Songs of the Past Millionen Zocker aussperrt
CD Projekt Red veröffentlicht die neue Erweiterung ausschließlich für PC, PlayStation 5 und Xbox Series X/S und streicht die Versionen für PlayStation 4, Xbox One und Nintendo Switch ersatzlos. Während das Hauptspiel und die gefeierte Erweiterung Blood and Wine damals noch über 65 Millionen Zocker auf allen erdenklichen Plattformen erreichte, zieht das Studio nun eine knallharte Grenze. Zwar ist das Grundspiel mittlerweile elf Jahre alt und ein technischer Generationswechsel war irgendwann fällig, doch der Zeitpunkt könnte kaum bescheidener sein.
Aktuelle Hardware ist so teuer wie nie zuvor. Die weltweite Speicher- und RAM-Krise treibt die Komponentenpreise im PC-Bereich seit Monaten nach oben, während Konsolenhersteller die Preisschraube für PS5 und Xbox Series X nochmals anziehen. Dass ein drittes Addon zu The Witcher 3 entsteht, ist spielerisch eine absolute Sensation. Doch der Release schließt Millionen von Spielern aus, die damals auf PS4 oder Switch durch Velen geritten sind und sich ein 500 Euro Upgrade schlicht nicht leisten können.
Für Nintendo-Fans ist die Lage besonders frustrierend:
Wer den Titel bisher im Handheld auf der Switch gezockt hat, besitzt abseits eines Wechsels zu einer völlig anderen Plattform keine Chance auf die neuen Inhalte. Selbst wenn das Spiel auf modernerer Hardware über Abwärtskompatibilität besser laufen würde, bleibt der DLC für die ursprüngliche Hybrid-Konsole unerreichbar. Das Studio verlangt von seiner treuesten Fanbasis de facto den Kauf eines komplett neuen Systems, nur um eine Story-Erweiterung starten zu dürfen.
Windows 10-Aus und Konsolen-Inflation: Das doppelte Upgrade-Dilemma
Auf dem PC droht Spielern mit älteren Betriebssystemen ebenfalls das Aus, da CD Projekt Red den offiziellen Support für Windows 10 schrittweise beendet. Zwar läuft das Basisspiel momentan noch auf dem betagten Microsoft-System, doch künftige Engine-Patches für das Addon könnten die Kompatibilität ohne Vorwarnung kappen und ein Upgrade auf Windows 11 erzwingen. Weil die Entwicklung durch Fool’s Theory mit über 190 Köpfen auf moderne REDengine-Features setzt, stoßen ältere Rechnerkonfigurationen an ihre absolute Schmerzgrenze.
Die Rechnung für die Community geht hinten und vorne nicht auf.
Wer nicht ohnehin aktuelle Konsolen-Hardware unter dem Fernseher stehen hat, blickt auf eine massive finanzielle Hürde. Analysten werten den Titel zwar als unverzichtbare Brücke zur neuen Saga rund um Geralts Nachfolger, doch genau diese Brücke verwandelt sich für viele Zocker in eine Mautstelle. Statt für vierzig Euro einfach ein Addon herunterzuladen, müssen Fans mehrere hundert Euro für Prozessoren, Grafikkarten oder Neukonsolen einplanen.
Bittere Pille für Fans: Warum der radikale Cut trotzdem unausweichlich ist
Aus Entwicklersicht ist der Verzicht auf die Ur-Konsolen von 2013 die einzig logische Entscheidung, um die Vision der Erweiterung nicht durch uralte Jaguar-CPUs und quälend langsame mechanische Festplatten zu kastrieren. Jahrelang mussten Studios faule Kompromisse beim Level-Design, den NPC-Dichten und den Ladezeiten eingehen, nur damit Spiele noch irgendwie auf der Last-Gen über die Runden stolpern. Dass CDPR alte Zöpfe abschneidet, gibt dem Team die Freiheit, Velen und Novigrad technisch auf das Niveau zu wuchten, das wir für den späteren Release von The Witcher 4 erwarten.
Doch für Millionen treue Hexer-Fans bleibt der Beigeschmack extrem bitter. Wer 2027 nicht das nötige Kleingeld für teure Hardware-Upgrades auf den Tisch legen kann, steht vor verschlossenen Toren und muss Geralts wohl letztem großen Ritt tatenlos auf YouTube zusehen.