Bend Studio arbeitet laut aktuellen Branchenberichten an einem reinen Third-Person-Koop-Titel, der für das Jahr 2027 angesetzt ist. Nach dem internen Abbruch ihres vorherigen Multiplayer-Projekts schlagen die Entwickler einen neuen Pfad ein, der erfreulicherweise ohne aufgesetzte Live-Service-Konzepte auskommen soll. Das Projekt befindet sich intern offenbar in einem erstaunlich weit fortgeschrittenen Zustand und könnte genau die spielerische Entlastung bringen, die das Studio nach turbulenten Monaten dringend benötigt.
Bend Studio erteilt dem Games-as-a-Service-Zwang eine Absage
Bend Studio hat die Kündigungswelle überstanden und steht mit spielbarem Code da. Wie aus einem aktuellen Bericht von MP1st hervorgeht, ist das neue Projekt der Entwickler aus Oregon intern „deutlich weiter in der Entwicklung fortgeschritten als vermutet“. Anonyme Branchenquellen beschreiben Insider als „Personen, die mit den internen Abläufen des Studios vertraut sind“, und stellen eine offizielle Enthüllung sowie die Veröffentlichung für das Jahr 2027 in Aussicht. Nach den turbulenten Monaten um die Zukunft des Teams wirkt diese Nachricht wie ein echter Befreiungsschlag.
Dieser Befreiungsschlag wiegt umso schwerer, weil die Mannschaft zuvor durch ein tiefes Tal gehen musste. Sony beerdigte das vorangegangene Großprojekt des Studios rigoros, als der Konzern seine überhastete Mehrspieler-Offensive korrigierte. Viele Beobachter fürchteten bereits das tragische Schicksal des Studios, doch Bend Studio nutzte die Zwangspause offensichtlich zur Neuorientierung. Statt Trübsal zu blasen, bündelten die Entwickler ihre Kernkompetenzen in einem kompakten Konzept.
Besonders bemerkenswert bleibt die Entscheidung, das neue Abenteuer vorerst komplett ohne saisonale Battle-Pässe oder künstliche Grind-Spiralen aufzusetzen. Die Entwickler konzentrieren sich voll auf das gemeinsame Zusammenspiel, anstatt Server-Ökonomien hochzuziehen. Das nimmt enormen Druck vom Team und gibt der kreativen Vision wieder den Raum, den moderne Action-Titel so dringend brauchen.
Koop auf Knopfdruck statt Deacon St. Johns Rückkehr
Gemeinsam mit Freunden durch die Spielwelt zu streifen, stand schon länger im Raum, doch wer auf ein Days Gone 2 hofft, wird enttäuscht. Der Leak stellt unmissverständlich klar, dass Deacon St. John sein Bike vorerst in der Garage lässt. Ob es sich um eine brandneue Marke handelt oder ein anderes bekanntes Universum reaktiviert wird, bleibt derzeit unter Verschluss.
Die Absage an Farewell dürfte vielen Fans der Biker-Saga zwar einen kleinen Stich versetzen, ist spielerisch aber die richtige Konsequenz. Nach dem erfolgreichen Release von Days Gone Remastered auf PS5 und PC braucht das Studio frische Luft zum Atmen. Eine unverbrauchte Prämisse erlaubt es den Designern, Mechaniken von Grund auf für kooperatives Handeln zu entwerfen, anstatt alte Zombie-Formeln aufzuwärmen.
Frische Ideen sind genau das, worauf die Community nach Jahren der Remaster-Verwaltung wartet. Bend beherrscht flüssige Action aus der Verfolgeransicht seit Jahrzehnten und kann sich nun voll auf dynamische Gefechte konzentrieren, in denen Absprache und Timing über Sieg oder Niederlage entscheiden.
Doch die Freiheit von Service-Zwängen steht auf extrem wackligen Beinen.
Sonys teures Umdenken und die Kassenrealität für 2027
Im Management von Sony Interactive Entertainment brennt nach wie vor die Hütte. Das historische Desaster um Concord wirkt bis heute nach. Gleichzeitig kämpfen intern andere Hoffnungsträger wie Horizon Hunters Gathering und Marathon mit argen Problemen. Sony unterstützt parallel dazu Projekte wie den Koop-Shooter 4:LOOP von Bad Robot Games, was die Zerrissenheit der aktuellen Publishing-Strategie schonungslos offenlegt.
Offiziell weigert sich die Konzernspitze nämlich weiterhin, die Flinte ins Korn zu werfen. SIE-Präsident Hideaki Nishino stellte erst im Sommer unmissverständlich klar, dass man an Live-Service-Konzepten festhalten wolle, wozu auch Titel wie Marvel Tōkon gehören. Für Bend Studio bedeutet das einen gefährlichen Drahtseilakt: Die frühere Suche nach leitendem Personal belegte bereits die neue Multiplayer-Ausrichtung des Teams. Die jetzige Absage an Service-Mechaniken ist zwar ein Segen für die Entwickler, kann bei fortschreitender Produktion aber jederzeit durch Führungskräfte kassiert werden.
Bis zum anvisierten Verkaufsstart 2027 fließt noch reichlich Wasser den Columbia River hinunter. Bend Studio beweist mit dem spielbaren Prototyp jedoch echten Überlebenswillen in einer Branche, die kreative Teams derzeit im Monatstakt zerreibt. Wenn Sony die Nerven behält und den Entwicklern ihren Willen lässt, könnte uns ein erstklassiges Koop-Erlebnis bevorstehen. Sollte das Management allerdings erneut einschreiten, droht Bend der nächste Totalschaden.