Ennio Salieri war 2002 der Mann, den Tommy Angelo verraten musste. 24 Jahre später sitzt der Don in einer Lagerhalle in Port Almaro und gibt Enzo Favara Arbeit. Hangar 13 holt für den Mafia: The old Country DLC „Man of Honor“ keinen neuen Charakter zurück. Sie holen den Bösewicht, den jeder Mafia-Spieler kennt – und machen ihn zum Auftraggeber. Design Director Josh Zammit hat diese Woche erstes Gameplay gezeigt. Am 14. August erscheint der DLC für PS5, Xbox Series X/S und PC.
Ennio Salieri hat noch Rechnungen offen
Zwei neue Kapitel. Kein neuer Schauplatz, keine neue Figur im Rampenlicht – sondern Enzo Favara, der für Salieri „alte Rechnungen begleicht“. Wer das erste Mafia gespielt hat, kennt den Don als den Mann, der Tommy Angelo am Ende ans Messer liefern will. Jetzt steht ihr auf seiner Seite.
Das ist kein Zufall. Hangar 13 versteht, dass Salieri mehr ist als ein Bossgegner – er ist einer der prägendsten Charaktere der Serie. Ihn als Questgeber zurückzubringen, statt irgendeinen neuen Paten zu erfinden, ist Fan-Service. Aber der gute. Die Art, die zeigt, dass jemand im Studio seine eigene Geschichte tatsächlich kennt.
Die Missionen selbst variieren: Ihr liquidiert neue Ziele, nehmt an Rennen teil und erledigt Jobs. Einer davon schickt euch auf eine Zitrusfarm, um rivalisierende Whiskyschmuggler auszuschalten – dauerhaft. Andere Aufträge lassen euch Fahrzeuge abschleppen, Lastwagen stehlen und ausliefern. Standardkost für einen Mafioso, aber im sizilianischen Setting des Spiels sitzt jeder dieser Aufträge einen Tick dreckiger als im amerikanischen Asphaltdschungel der Vorgänger.
Ein Wurfmesser, das um die Ecke tötet
Salieri betreibt einen eigenen Laden im Lagerhaus von Port Almaro. Hier gebt ihr Dinari aus – und was es zu kaufen gibt, ist mehr als Kosmetik.
Das Highlight: das Rimbalzu, ein neues Wurfmesser. Es prallt von einem Ziel ab und erledigt ein zweites. Zwei Ziele, ein Wurf. Wer im Hauptspiel auf Stealth gesetzt hat, wird hier grinsen. Daneben gibt es die Pump-Action-Schrotflinte und das Precisione Speciale-Gewehr – beides keine Neuerfindungen des Genres, aber willkommene Ergänzungen für das Arsenal.
Dazu kommen neue Fahrzeuge, Pferde, Outfits und sogenannte Charms. Keine spielentscheidenden Booster, sondern Anpassungen, die euren Soldato von anderen unterscheiden. Hangar 13 bleibt damit auf der Linie, die das Hauptspiel gesetzt hat: Authentizität vor Übertreibung.
Free Ride – aber diesmal meint es Salieri ernst
Neben den Story-Kapiteln erweitert Man of Honor den Free Ride-Modus um Challenges. Salieri persönlich teilt sie zu – und sie sollen, so Zammit, selbst abgebrühte Soldati ins Schwitzen bringen.
Das klingt nach PR, aber der Free Ride-Modus des Hauptspiels war bisher eher eine Spielwiese als eine Bewährungsprobe. Wenn Hangar 13 hier tatsächlich nachlegt, könnte das den Modus vom netten Beiwerk zum echten Endgame-Inhalt machen – für alle, die Sizilien auch nach den Credits nicht verlassen wollen.
Dazu gesellen sich Sammelaufgaben: Steckbriefe, Stunt-Sprünge, Lieferwagen, die zerstört werden wollen. Keine Revolution, aber das erwartet auch niemand von einem DLC dieser Größe. Was zählt, ist die Dichte: Alles läuft über Salieri, alles fühlt sich nach einem Auftrag an, nicht nach einer Checkliste.
Ein Jahr Support – und Hangar 13 hört nicht auf
Mafia: The Old Country kam im August 2025 heraus und verkaufte sich in vier Tagen über 800.000 Mal. Take-Two-CEO Strauss Zelnick bestätigte später, dass das Spiel die Erwartungen übertroffen hat. Seitdem gab es den Klassik-Modus, einen Noir-Filter und technische Updates – und jetzt, fast exakt ein Jahr nach Launch, den ersten bezahlten DLC.
Das ist kein Selbstläufer. In einer Zeit, in der Studios oft nach drei Monaten das Interesse an ihrem eigenen Spiel verlieren, zeigt Hangar 13 Ausdauer. Man of Honor wirkt nicht wie ein Pflichttermin aus dem Season-Pass-Kleingedruckten, sondern wie etwas, das ein Team macht, das noch nicht fertig ist mit seiner Welt.
Ob zwei Kapitel, ein paar Waffen und Free Ride-Challenges für den Preis reichen, wird sich zeigen. Aber wer Salieri nur als Bösewicht kennt, bekommt hier eine Perspektive, die es so in der Serie noch nicht gab.
