For Honor ist eines dieser Spiele, von denen man denkt: Gibt es das eigentlich noch? Ja, tut es. Und es bekommt immer noch neue Helden. Fast zehn Jahre nach dem ursprünglichen Release kündigt Ubisoft mit Arakure die nächste spielbare Kämpferin an – eine Assassinin der Samurai-Fraktion, die ihre Gegner mit Tonfas bearbeitet und einen persönlichen Groll gegen genau die Fraktion hegt, der sie formal angehört. Begleitet wird ihr Debüt von einer ganzen Ladung Events, einer Rückkehr des beliebten Starter Dominion und einer Free Week, die den Einstieg so niedrigschwellig macht wie lange nicht.
Eine Schlägerin, die nachtragend sein kann
Arakure ist keine edle Kriegerin, keine Samurai-Ehre, kein Ehrenkodex. Sie ist in kriminellen Kreisen groß geworden, und ihr Antrieb ist Rache. Nachdem ihr Bruder bei einem gescheiterten Raubüberfall von einem Orochi-Wächter getötet wurde, hat sie nur noch ein Ziel: den Samurai zu zeigen, dass auch sie verwundbar sind. Ihr Plan: die Statue von Khatun während des Samurai-Festes zu schänden. Es ist eine persönliche Fehde, keine politische Agenda.
Das macht sie zu einer der interessanteren Figuren, die For Honor in den letzten Jahren bekommen hat – kein neutraler Krieger, sondern eine mit einem emotionalen Kern, der sich direkt in ihrem Kampfstil niederschlägt. Als Assassinin der Samurai-Fraktion ist Arakure formal auf der Seite derer, die sie hasst. Ein Widerspruch, den Ubisoft bewusst in Kauf nimmt. Die Lore begründet das damit, dass sie sich unter die Samurai mischt, um ihnen von innen heraus zu schaden.
Tonfas treffen auf Strike-Meter
Arakure ist die erste Heldin in For Honor, die Tonfas führt – zwei kurze Schlagstöcke, die in der realen Welt vor allem von japanischen Polizeikräften bekannt sind. Im Spiel übersetzt sich das in einen Kampfstil, der auf schnelle, unkonventionelle Angriffe setzt. Ubisoft beschreibt sie als Strike-Meter- & Zielwechsel-Spezialistin: Anders als bei anderen Assassinen geht es bei ihr nicht um einzelne, maximale Schadensspitzen, sondern um eine sich aufbauende Druckkurve. Der Strike-Meter belohnt konstante Aggression, und ihre Fähigkeit, schnell das Ziel zu wechseln, macht sie in Teamkämpfen unberechenbar.
Ihr Temperament – aufbrausend, explosiv, unberechenbar – ist kein Lore-Gimmick, sondern hat Gameplay-Relevanz. Arakure soll sich hektisch und gefährlich anfühlen, wie ein Gegner, der keine Pause macht und keine Gnade kennt. Sie sticht in die Augen, tritt auf die Füße – sie kämpft nicht nach Regeln. In einer Meta, die oft von defensivem Spiel und perfektem Timing dominiert wird, könnte sie genau das Chaos bringen, das For Honor ab und zu braucht.
Mehr als nur eine neue Heldin
Ubisoft schickt nicht nur Arakure ins Rennen. Parallel zu ihrem Release startet eine ganze Reihe von Events, die vor allem eines tun: Spieler zurückholen. Das Metal Trials-Retro-Event bringt einen PvE-Modus zurück, in dem Wellen von Gegnern auf die Spieler warten, mit steigendem Schwierigkeitsgrad über drei Wochen. Wer durchhält, bekommt schwarze Rüstungs- und Waffensets für alle Helden. Es ist nostalgischer Content für Veteranen, aber auch ein solider Einstiegspunkt für Neueinsteiger.
Dazu kommen die Heldenfeste, die wöchentlich einen Helden für alle freischalten und doppelte XP bieten – und die Rückkehr von Starter Dominion, dem Einsteiger-Modus ohne Ausrüstungsvorteile. Die entscheidende Neuerung diesmal: Anders als in früheren Versionen sind Ausdauer, Fertigkeiten und die Rache-Mechanik aktiviert. Das macht den Modus zugänglicher, ohne ihn komplett zu entkernen.
Und dann ist da noch die Free Week vom 23. Juli bis 4. August. For Honor ist in diesem Zeitraum auf PlayStation, Xbox und PC über den Ubisoft Store kostenlos spielbar. Wer bleibt, kann das Spiel auf allen Plattformen inklusive Steam und Epic Games Store erwerben. Ubisoft zeigt damit, dass For Honor bei weiten noch kein Auslaufmodell ist.
