Eigentlich sollte Outward 2 in weniger als drei Wochen in den Early Access starten. Daraus wird nichts. Nine Dots Studio hat den Start des Survival-RPGs von Juli 2026 auf nächstes Jahr verschoben – und zwar nicht, weil ein Publisher drängt oder eine Engine streikt, sondern weil die Beta zu ehrlich war. Wer den Juli-Termin in seinem Kalender markiert hatte, muss also umplanen. Dafür bekommt er ein Versprechen: Das Studio schiebt nicht einfach Termine, es schiebt Qualität nach.
Warum die Beta zur Verschiebung von Outward 2 führte
Die Entscheidung fiel nicht im stillen Kämmerlein. Guillaume Boucher-Vidal, Creative Director und CEO von Nine Dots Studio, begründet den Schritt offen mit dem Feedback aus der Beta: „Die Wahrheit ist: Wenn wir stur am Plan festhalten, liefern wir ein Produkt, das eure Erwartungen nicht erfüllt.“ Das Studio habe zahlreiche Kommentare erhalten, die sich mehr Entwicklungszeit wünschten. Boucher-Vidal zieht die Konsequenz: „Der Sinn einer Beta ist es, auf Feedback zu hören. Also tun wir das.“
Wer nun denkt, das klingt nach Standard-Floskel, sollte weiterlesen. Boucher-Vidal wird an einer Stelle sehr direkt: „Das Beste, was wir tun können, ist ein harter, ehrlicher Blick auf das Spiel und unser Team – und die Frage: Ist das in ein paar Wochen gut genug, um Geld dafür zu verlangen?“ Die Antwort des Studios war Nein. Auf der Entwickler-Website von Nine Dots Studio bezeichnen sie den Schritt selbst als „das Äquivalent einer Niederlage“ – garniert mit dem Nachsatz: „Ein Rückschlag, und wir kommen besser vorbereitet zurück.“
Was die Verschiebung für Spieler bedeutet
Besonders hart trifft es diejenigen, die ihren Sommerurlaub rund um den Outward 2 Early Access geplant hatten. Boucher-Vidal entschuldigt sich persönlich: „Das ist beschissen für euch, und ich entschuldige mich persönlich bei allen, die davon betroffen sind. Aber es wäre noch schlimmer, wenn ihr im Urlaub etwas spielt, mit dem ihr nicht zufrieden seid.“ Das ist keine leere PR – das ist ein Studio, das weiß, dass sein Spiel von einer treuen, aber anspruchsvollen Community lebt.
Wer das Original kennt, weiß: Outward 2 setzt auf realistisches Survival ohne Handhalten, mit knallharten Kämpfen und einem Tod, der selten das Ende bedeutet. Dazu kommt Koop im Online- und Splitscreen-Format. Wir hatten die Gameplay-Features von Outward 2 bereits unter der Lupe, und die ursprüngliche Ankündigung des Juli-Termins lief vor wenigen Wochen erst über den Ticker. Dass jetzt eine Bremse kommt, ist kein Einzelfall: Eine ähnlich konsequente Early-Access-Verschiebung gab es zuletzt bei ATMOSFAR.
Ausblick auf 2027
Ein konkretes Datum für 2027 nennt Nine Dots Studio nicht. Was bleibt, ist die Gewissheit, dass das Studio einen klaren Kopf bewahrt hat – und die Hoffnung, dass das Warten sich lohnt. Die offizielle Steam-Seite von Outward 2 listet weiterhin den Juli-Termin als Platzhalter, dürfte aber zeitnah aktualisiert werden. Ob das Studio den Druck einer längeren Entwicklungsphase standhält oder ob die Verschiebung am Ende noch größer ausfällt – das wird sich zeigen.