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Hardware

OSX beweist mit dem Thunder Duo X: Surround-Sound braucht kein Headset

OXS bringt mit dem Thunder Duo X ein 5.1.2-Desktop-Soundsystem mit kabellosem Nackenlautsprecher für echten Surround-Sound. 650 Euro, Dolby Atmos, ab sofort – charmant schräg, aber verdammt gut durchdacht.

Christian Schmidinger
von Christian Schmidinger
10.06.26
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Lesezeit: 4 Min.
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Gaming-Sound auf dem Desktop endet fast immer bei zwei Alternativen: das Headset mit virtuellem Surround – oder ein teures Mehrboxen-System, für das kaum jemand Platz und Geduld hat. OXS, ein junger Audio-Hersteller mit Deutschlandstart auf der gamescom 2025, geht mit dem Thunder Duo X einen dritten Weg. Zwei kompakte Desktop-Lautsprecher plus ein kabelloser Nackenlautsprecher, der die hinteren Kanäle liefert. Das Konzept: echtes 5.1.2-Layout mit Dolby Atmos, ohne dass man sein Zimmer in ein Kabel-Chaos verwandelt.

Das steckt im Artikel
  • Ein Nackenlautsprecher, der das Surround-Problem am Schreibtisch löst
  • Unter der Haube: Fünf Treiber, zwei DSPs und ein Subwoofer
  • HDMI 2.1, USB-C, Bluetooth – und warum eARC der entscheidende Anschluss ist
  • 650 Euro für einen Newcomer: mutig oder gerechtfertigt?

Ein Nackenlautsprecher, der das Surround-Problem am Schreibtisch löst

Der ungewöhnlichste Teil des Thunder Duo X ist der kabellose Satelliten-Nackenlautsprecher. Statt hinter einem sitzende physische Rear-Boxen aufzustellen (was am Schreibtisch selten praktikabel ist), legt man sich diesen Speaker um den Nacken. Er liefert zwei physische Rückkanäle direkt ans Ohr und erzeugt so eine echte Surround-Wahrnehmung, nicht nur eine softwareberechnete Annäherung.

Die technischen Details des Nackenlautsprechers:

  • Funkverbindung: 5,8 GHz über einen Dongle – ausgelegt auf geringe Latenz
  • Akku: Bis zu acht Stunden Laufzeit, Nutzung während des Ladens möglich
  • Ergonomie: Konzipiert für lange Gaming-Sessions

In kompetitiven Spielen ist das kein Gimmick. Schritte hinter dir, ein anfliegender Helikopter, vertikale Audioquellen – all das ortet das System durch die Kombination aus Front-Lautsprechern und Nacken-Speaker präziser als jedes virtuelle Headset-Surround. Wer bislang für so etwas jede Menge Geld in eine interne Soundkarte investieren musste, bekommt hier eine integrierte Alternative.

Unter der Haube: Fünf Treiber, zwei DSPs und ein Subwoofer

Das Thunder Duo X arbeitet mit einer echten 5.1.2-Kanal-Konfiguration – kein virtuelles Hochrechnen, sondern physisch getrennte Wege. Pro Lautsprecher stecken zwei 3,5-Zoll-Tieftöner aus Verbundmaterial, zwei 20-mm-Seidenkalotten-Hochtöner und zusätzliche 1,5-Zoll-Treiber für Höhen- und Rear-Kanäle.

Ein integrierter Subwoofer übernimmt das Low-End. Das ist ein relevanter Unterschied zu klassischen Desktop-Lautsprechern, die ohne dedizierten Tieftöner nie wirklich unten rum liefern. Die Endstufe kommt auf 130 Watt RMS und 260 Watt Spitze – für einen Schreibtisch mehr als ausreichend, fürs Wohnzimmer eher knapp.

Die Signalverarbeitung übernehmen zwei separate DSPs: ein Xspace DSP für die räumliche Optimierung und ein Verstärker-DSP für die Kanalabstimmung. Die 8°-Aufwärtsneigung der Lautsprecher richtet den Schall im Nahfeld gezielt auf die Hörposition. Kein Zufall, sondern akustische Physik: Ohne diesen Winkel würde der Klang gegen die Brust statt ans Ohr gehen.

HDMI 2.1, USB-C, Bluetooth – und warum eARC der entscheidende Anschluss ist

Bei Gaming-Audio ist Latenz der Killer. Das Thunder Duo X setzt auf HDMI 2.1 mit eARC/ARC, was zwei Dinge gleichzeitig ermöglicht: unkomprimierte Dolby-Atmos-Signale und 4K mit 120 Hz Passthrough. Audio und Bild bleiben synchron – nicht selbstverständlich bei externen Audiolösungen.

Die weiteren Anschlüsse:

  • USB-C für PC-Verbindung
  • Optischer Eingang für ältere Konsolen oder TVs
  • Bluetooth 5.3 für mobile Geräte und Handhelds wie das Steam Deck

Damit deckt das System PC, Playstation, Xbox, Switch und mobile Zocker ab. Wer am selben Schreibtisch zwischen Geräten wechselt, muss nicht ständig umstecken. Klassische PC-Soundkarten setzen auf interne Verarbeitung und sind dann auf einen Rechner beschränkt – das Thunder Duo X ist hier flexibler.

Die Software-Seite liefert vier EQ-Voreinstellungen (Game, Movie, Musik, Studio-Custom) plus manuelle Regler für Gain, Bass, Höhen und einzelne Kanäle. Und ja, RGB ist auch dabei: animierte Lichteffekte mit individuellen Farboptionen. Darauf kann man stehen oder nicht – es lässt sich immerhin konfigurieren.

650 Euro für einen Newcomer: mutig oder gerechtfertigt?

OXS kommt nicht aus dem Nichts, aber aus dem Kickstarter. Die Thunder Duo Serie startete als Crowdfunding-Projekt, der Deutschlandstart auf der gamescom 2025 markierte den regulären Markteintritt. Das ist ein relevanter Kontext: Der Hersteller hat keine zehnjährige Erfolgsbilanz, sondern baut seinen Ruf gerade erst auf.

Mit 649,99 Euro positioniert sich das Thunder Duo X im Premium-Segment. Zum Vergleich: Solide Gaming-Headsets mit RGB kosten die Hälfte oder weniger – liefern aber kein physisches 5.1.2 und keinen dedizierten Subwoofer. Eine vollwertige Soundbar mit Dolby Atmos und separaten Rear-Speakern liegt preislich ähnlich, braucht aber mehr Platz und ist selten für die Nahfeld-Nutzung am Monitor optimiert.

Das Thunder Duo X besetzt damit eine Nische, die vorher schlicht nicht existierte: echter Surround-Sound im Desktop-Formfaktor. Ob diese Nische groß genug ist, wird sich zeigen. Die OXS-Produktseite listet das System als lieferbar.

TAGGED:LautsprecherOXS

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vonChristian Schmidinger
Seit den ersten Runden BubbleBobble und DynaBlaster am Amiga, haben mich Videospiele in der einen oder anderen Form begleitet. Heute bin ich froh, dass sich seit Amiga und Nintendo Gameboy ein bisschen was getan hat und allen Unkenrufen zum Trotz ist für mich der PC noch immer die Plattform der Wahl. Das geht soweit, dass ich mir meine Rechner seit 2005 selber baue, aber auch als Problemlöser darf ich manchmal für Freunde und Kollegen zum Maschinengeist sprechen ?
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