Dreißig Jahre Pokémon, Milliarden von Fans weltweit und eine Franchise, die sich beharrlich weiterentwickelt. Tsunekazu Ishihara, der Kopf hinter The Pokémon Company, hat nun in seltener Offenheit darüber gesprochen, was die Marke zusammenhält und wohin die Reise gehen soll. Die Antwort klingt schlicht, steckt aber voller Bedeutung.
„Fun Games“ als Erfolgsformel: Was Ishihara damit meint
In einem Interview sprach der CEO über die Grundlage des gesamten Pokémon-Erfolgs, und er brachte ihn auf eine verblüffend unmittelbare Formel: Spiele müssen Spaß machen, sonst ist alles andere irrelevant. Ishihara erklärte, dass es am Ende darauf hinauslaufe, ob Menschen die Spiele spielten und genossen, und dass das nichts sei, was man einfach verordnen könne. Nachhaltigkeit bedeute für ihn genau das, den Spaßfaktor zu erhalten, auch wenn sich alles andere um ihn herum verändere. Klingt banal, ist es aber nicht: Diese Aussage ist zugleich ein stilles Eingeständnis, dass die Franchise in der Vergangenheit nicht immer dieses Versprechen eingelöst hat, und eine Absichtserklärung für die Zukunft.
Augmented Reality und ein Pikachu auf dem Tisch
Neben der Kernphilosophie äußerte sich Ishihara auch zu neuen Technologien und ihrer Rolle im Pokémon-Kosmos. Augmented Reality, also die Überlagerung der realen Welt mit digitalen Elementen, sieht er zwar als faszinierenden Ansatz, aber auch als eine mit begrenzter Halbwertszeit. Ein Pikachu, das auf dem eigenen Tisch erscheint, mag zunächst begeistern, verliere aber schnell seinen Reiz. Stattdessen plädiert er für Erlebnisse, die Menschen in Bewegung bringen, die echte Welt erkunden lassen und soziale Interaktion fördern, ganz ähnlich wie Pokémon GO es seinerzeit vorgemacht hat. Den Ursprungsgedanken, die Verbindung zwischen der Pokémon-Welt und dem echten Leben herzustellen, beschreibt er als roten Faden seit den allerersten Spielen: Pokémon Rot und Blau sollten Abenteuer widerspiegeln, die Kindern aus ihrem eigenen Alltag vertraut waren, vom Insektenfangen bis zur Fischerei.
Pokémon Winds und Waves: Die nächste Generation nimmt Form an
Kaum hatte Ishihara seine Gedanken zur Franchise-Philosophie geteilt, folgte die praktische Untermauerung: The Pokémon Company und Nintendo enthüllten gemeinsam die nächsten Hauptserie-Einträge, Pokémon Winds und Waves. Für 2027 auf Nintendo Switch 2 angekündigt, zeigt der Enthüllungstrailer eine Welt voller unterschiedlicher Landschaftstypen, von Wäldern bis hin zu weitläufigen Strandabschnitten. Die drei neuen Starter-Pokémon hören auf die Namen Browt, Pombon und Gecqua. Die offizielle Website bestätigt außerdem, dass die Spiele eine offene Weltstruktur bieten werden, inklusive Inseln und einem weitläufigen Ozean. Pokémon sollen dabei in ihren natürlichen Ökosystemen angetroffen werden, eingebettet in Lebensräume, die eigens für sie entwickelt wurden, was dem Spiel eine bislang ungekannte ökologische Tiefe verspricht.
FireRed und LeafGreen kehren zurück: Klassiker für die Switch
Parallel zu den Zukunftsplänen schaut die Franchise auch in ihre eigene Geschichte zurück. Pokémon FireRed und LeafGreen, die Game-Boy-Advance-Remakes der ursprünglichen ersten Generation aus dem Jahr 1996, sind nun für je 20 Euro auf der Nintendo Switch erhältlich. Für viele Spieler dürfte das ein willkommener Anlass sein, in die Welt von Kanto zurückzukehren, während die nächste große Pokémon-Ära bereits am Horizont wartet.