Silent Hill: Townfall sollte am Veröffentlichungstag das nächste Ausrufezeichen für Konamis Horror-Revival setzen. Während die PlayStation 5 eine technisch saubere Gruseltour abliefert, verhageln unsaubere Frametimes und Abstürze den Start auf Windows. Publisher Konami und Entwickler Screen Burn räumen die Mängel offen ein und stellen zügige Abhilfe in Aussicht.
Ruckelnder Launch auf Steam bremst Konamis Horror-Hoffnung aus
Auf Valves Vertriebsplattform fällt das Urteil der Spielerschaft ernüchternd aus. Mit einer Zustimmungsrate von knapp über 60 Prozent landet der Titel in der offiziellen Einstufung „Ausgeglichen“. Laut übereinstimmenden Nutzerberichten auf Steam kämpft der Ausflug nach Schottland selbst auf teuren Systemen mit der GeForce RTX 4080 oder RTX 4090 mit spürbaren Rucklern, die auf eine unzureichende Vorab-Kompilierung der Shader hinweisen.
Die Enttäuschung wiegt schwer, weil der Titel im Vorfeld als technisches Aushängeschild gehandelt wurde. Während Spieler am Rechner über plötzliche Programmabstürze klagen, bleibt die Lage auf Sonys Konsole ruhig. Wer den Horror erleben will, greift derzeit eher zu den technischen Vorzügen der PS5-Fassung, wo die feste Hardware-Architektur die Datenströme der Unreal Engine 5 ohne größere Aussetzer verarbeitet.
Konami reagierte ungewöhnlich schnell auf die wachsende Kritik der Community. In einer offiziellen Entwickler-Mitteilung auf Steam versprach der Publisher, dass das Entwicklerteam mit Hochdruck an einem ersten Update zur Behebung der Leistungsengpässe arbeitet. Ein genaues Veröffentlichungsdatum für den Hotfix werde genannt, sobald die Fehlerkorrekturen intern validiert sind.
St. Amelia glänzt trotz technischer Hürden mit bedrückender Atmosphäre
Abseits der Leistungsdebatte schneidet das eigentliche Spielgeschehen bemerkenswert positiv ab. Selbst verärgerte Rezensenten heben die optische Gestaltung der kleinen schottischen Stadt St. Amelia hervor. Viele Rückmeldungen bezeichnen den Schauplatz als eines der dichtesten Horror-Settings der vergangenen Jahre, das den Schauer der Reihe gekonnt einfängt.
Die Geschichte um Protagonist Simon Ordell nutzt den analogen Horror im Jahr 1996 als zentrales Spannungsmoment. Autor Jon McKellan betonte im September 2026, dass diese Epoche ganz bewusst gewählt wurde. Ohne moderne Smartphones oder GPS-Ortung müssen sich Spieler auf klobige Röhrengeräte und analoge Taschenfernseher verlassen, was dem Abenteuer eine rohe, beklemmende Greifbarkeit verleiht.
Diese inszenatorischen Stärken federn den Fehlstart der PC-Fassung zumindest inhaltlich ab. Das schottische Studio Screen Burn, das sich zuvor mit Titeln wie Stories Untold einen Namen für dichte Kammerspiele machte, beweist viel Gespür für subtilen Grusel. Umso ärgerlicher ist es, dass die technische Umsetzung den Ersteindruck vieler PC-Käufer derzeit überschattet.
Screen Burn arbeitet am ersten Patch für Simon Ordell
Für Konami kommt die Kritik zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Noch Anfang September 2026 zeigte sich Serien-Produzent Motoi Okamoto extrem siegessicher und stellte Townfall auf eine Stufe mit den gefeierten Neuauflagen von Bloober Team und NeoBards. Die Realität auf Steam holt die hohen Erwartungen von Motoi Okamoto nun unsanft ein.
Das Fundament für ein starkes Horror-Erlebnis steht zweifellos, doch am PC müssen die Entwickler schleunigst die Schaufel ansetzen. Sollte das angekündigte Update das Stottern der Bildrate und die Speicherüberläufe zeitnah in den Griff bekommen, dürfte die Wertungskurve auf Steam schnell nach oben drehen. Bis dahin bleibt der Nebel über St. Amelia für PC-Spieler vor allem eine Geduldsprobe.