Die zweite Season von Year 3 in Skull and Bones ist da – und sie heißt „Crimson Waters“. Ab sofort können Kapitäne die Dschunke steuern, ein neues Großschiff, das mit Feuer und Flamme gegen die einfallende Abyssal-Flotte ansegelt. Dazu gibt es die Modifikationsübertragung, neue Adept-Mods und saisonale Perks – ein ordentliches Paket also. Was taugt das Update wirklich?
- Ein Großschiff für die Ewigkeit – die Dschunke im Detail
- Die Abyssal-Flotte – ein Feind für alle
- Modifikationsübertragung und Adept-Mods – mehr Freiheit, weniger Horten
- Saisonale Vorteile, Fraktionskrieg und zeitlich begrenzte Events
- Die Brigg-Kampagne – ein weiteres Schiff für die Flotte
- Ein Year 3-Update – rettet das die Spielerbindung?
Ein Großschiff für die Ewigkeit – die Dschunke im Detail
Die Dschunke, auch „Die Unerbittliche“ genannt, ist das vierte Großschiff in Skull and Bones – und es ist ein DPS-Monster. Mit 85.000 Rumpfgesundheit, 38 Kanonenplätzen und 21 Knoten Höchstgeschwindigkeit liegt es im oberen Mittelfeld. Aber der charakteristische Vorteil macht den Unterschied: „Infernal Embers“ stapelt einen Debuff, der die Feuer- und Rüstungsresistenz der Gegner senkt. Ist der Debuff voll, erhöhen Treffer die Nachladegeschwindigkeit und den Waffenschaden der Dschunke – und Verbündete in der Nähe profitieren ebenfalls.
Die verbesserte Version „Infernal Seas“ geht noch weiter: Bei maximaler Stapelanzahl löst der nächste Treffer eine Explosion aus, die schweren Feuerschaden verursacht. Die Abklingzeit zwischen den Explosionen verhindert allerdings, dass ihr einfach nur wild umherballert. Wer das Schiff im Kampf beherrscht, wird jedoch ordentlich austeilen.
Die Frage ist: Braucht Skull and Bones ein viertes Großschiff? Ja – denn bisher waren die drei vorhandenen Großschiffe entweder auf Tank (Juggernaut), Support (Barke) oder Burst-Damage (Brigantine) spezialisiert. Die Dschunke füllt die Lücke für konstanten, über Zeit ansteigenden Feuerschaden. Die Frage ist: Braucht Skull and Bones ein viertes Großschiff? Ja – denn bisher waren die drei vorhandenen Großschiffe entweder auf Tank (Juggernaut), Support (Barke) oder Burst-Damage (Brigantine) spezialisiert.
Die Dschunke füllt die Lücke für konstanten, über Zeit ansteigenden Feuerschaden. Das ist eine sinnvolle Ergänzung! Während die Corvette aus Season 4 mit ihrem passiven Buff-System die Support-Rolle weiter ausbaute, setzt die Dschunke jetzt den aggressiven Gegenpart – und das ist genau die Balance, die das Schiffssortiment gebraucht hat.
Die Abyssal-Flotte – ein Feind für alle
Die Abyssal-Flotte ist neu und sie ist allen feindlich gesinnt – euch, den Fraktionen, jedem. Das bedeutet: Ihr kämpft gegen eine neutrale Bedrohung, die sich nicht um eure politischen Bündnisse schert. Die Flotte besteht aus unterschiedlichen Schiffsarchetypen, sodass ihr je nach Begegnung andere Taktiken und Ausrüstung braucht.
Das Event „Heralds of the Abyss“ ist das Highlight: In Weltstufe 4 müsst ihr Wellen spezialisierter Abyss-Streitkräfte abwehren – eine groß angelegte Flottenschlacht. Am Ende wartet der „Abyssal Herald“, ein neuer Elite-Boss. Die Belohnungen klingen vielversprechend: exklusive Mods und „Abyssal Essence“, die ihr bei Blackwood gegen Kosmetik und Adept-Mods eintauschen könnt.
Das ist der richtige Ansatz: Ein neuer Feind, der nicht einfach nur mehr Gesundheitspunkte hat, sondern taktisch anders agiert. Ob die KI das auch wirklich umsetzt, wird sich zeigen – aber die Idee ist gut. Das erinnert an die Kraken-Bosse aus Season 4, die damals erstmals mehrphasige Bosskämpfe mit koordinierten Crew-Aktionen einführten.
Modifikationsübertragung und Adept-Mods – mehr Freiheit, weniger Horten
Die Modifikationsübertragung ist ein Feature, das viele Spieler schon seit Monaten fordern. Ihr könnt beim Schmied mit „Ascension Flux“ eine bestimmte Modifikation aus einem Gegenstand extrahieren und auf ein anderes Ausrüstungsteil übertragen. Der Haken: Der Ursprungsgegenstand wird dabei zerstört.
Das ist clever. Es verhindert, dass ihr Dutzende „Ascended“-Gegenstände hortet, die ihr nie benutzt, weil ihr die Mod nicht woanders habt. Gleichzeitig zwingt es euch zu Entscheidungen: Ist es wirklich wert, diesen Gegenstand zu opfern? Das erhöht die strategische Tiefe bei der Build-Optimierung – ohne dass es übermäßig komplex wird.
Dazu kommen neue Adept-Mods für Kulverinen, Halbkanonen, Langwaffen und Ballisten. Wer seine Waffen liebt, kann sie mit den stärkeren Versionen der bestehenden Mods aufrüsten. Die Adept-Mods erhaltet ihr hauptsächlich im „Heralds of the Abyss“-Event oder über Blackwood mit der Abyssal Essence – ein fairer Grind, der sich lohnt.
Saisonale Vorteile, Fraktionskrieg und zeitlich begrenzte Events
Die neue Kampfressource „Impetus“ ist die nächste Innovation. Ihr generiert sie durch bestimmte Aktionen im Kampf und könnt sie nutzen, um saisonale Vorteile zu aktivieren:
- Unerbittliche Kraft: Erhöht den Waffenschaden bei Schnellschüssen – belohnt Treffsicherheit.
- Unaufhaltsame Kraft: Wandelt Segelgeschwindigkeit in Heilung und Bonusschaden um – perfekt für aggressive Spieler.
- Mending Order: Ein massiver Heilungsbereich für Verbündete – der Support-Build wird damit richtig stark.
- Firepower Order: Jeder Schuss verursacht für kurze Zeit Schwachpunkt-Schaden – ein Burst-Feuerwerk.
Die Vorteile sind klar strukturiert und bieten für jeden Spielstil etwas. Besonders die Kombination aus „Unaufhaltsame Kraft“ und „Firepower Order“ könnte im PvP-Gefecht interessant werden.
Der Fraktionskrieg zwischen Phoenix’s Talon und der Compagnie Royale bringt weitere Dynamik. Li Tian Ning führt Phoenix’s Talon an, und die Schiffe haben ein aufstrebendes Eliteschiff mit neuem Vorteil. Besiegt sie, gibt’s Belohnungen – darunter ein neues Feuerwerk.
Die zeitlich begrenzten Events „Darktide Lullaby“ und „Requiem of the Lost“ kehren zurück – mit neuen Elite-Affixen für die Bosse. Die „Burning Torpedo“-Waffe und das „Reaper’s Revel Set“-Bundle sind dabei, ebenso wie die „Flooding Demi-Cannon“ und die „Soul Harvest Set“-Bundles. Für Veteranen ein Grund, zurückzukehren. Für Neueinsteiger eine Chance, verpasste Belohnungen nachzuholen. Wer die Year 3 Roadmap verfolgt hat, weiß: Die Dschunke und die Fluyt waren dort bereits als kommende Schiffe angekündigt – jetzt ist die Dschunke da.
Die Brigg-Kampagne – ein weiteres Schiff für die Flotte
Später in der Saison startet eine zeitlich begrenzte Schiffskampagne für die Brigg. Durch Herausforderungen schreitet ihr auf einer Belohnungsleiste voran und erhaltet Fortschritts- und Aufwertungsmaterialien. Die Hauptbelohnung: die Besitzurkunde für eine Brigg.
Das ist ein bewährtes Modell: Spieler, die regelmäßig spielen, werden mit einem neuen Schiff belohnt. Wer nicht grinden will, kann das Schiff vermutlich auch später kaufen – aber die Kampagne ist ein Anreiz, sich die Saison genauer anzuschauen. Ob die Brigg ein interessantes Schiff wird oder nur ein weiteres im Massenmarkt, hängt von ihren Stats und ihrem charakteristischen Vorteil ab. Die Ankündigung bleibt hier vage.
Ein Year 3-Update – rettet das die Spielerbindung?
Crimson Waters bringt fünf wesentliche Neuerungen: die Dschunke, die Abyssal-Flotte, die Modifikationsübertragung, neue Adept-Mods und die Impetus-Mechanik. Das ist mehr, als viele Season-Updates bieten.
Die Frage ist: Reicht das, um Spieler zurückzubringen? Die Dschunke füllt eine Lücke im Schiffssortiment. Die Abyssal-Flotte zwingt zur Zusammenarbeit. Die Impetus-Mechanik belohnt aktives Spiel. Das sind kluge Entscheidungen.
Trotzdem: Das Grundproblem bleibt. Skull and Bones leidet seit seiner bizarren Entwicklungsgeschichte unter Identitätsproblemen – aus Assassin’s Creed 3 hervorgegangen, 2017 angekündigt, erst 2024 erschienen. Der ehemalige AC3-Regisseur Alex Hutchinson nannte die Entwicklung „bizarr“ und machte fehlende Studioreife bei Ubisoft Singapore dafür verantwortlich. Das Spiel ist weder das nächste Sea of Thieves noch das taktische Piraten-RPG, das viele sich erhofft hatten.
Crimson Waters macht vieles richtig. Aber es ist ein Service-Spiel, das lebt, solange die Events laufen und die Belohnungen locken. Ob es das Spiel nachhaltig retten kann, bezweifeln wir. Einen Versuch ist es wert, wenn ihr auf DPS-Schiffe und Flottenkämpfe steht – aber erwartet keine Wunder.