Fast fünf Jahre nach der Ankündigung hängt das Schicksal von Star Wars: Knights of the Old Republic – Remake noch immer in der Schwebe. Wer gehofft hatte, dass Saber Interactives Tim Willits bei seiner jüngsten Interviewrunde endlich Licht ins Dunkel bringen würde, wird mit einer denkbar knappen Aussage abgespeist – und die sagt trotz ihrer Kürze mehr aus, als sie auf den ersten Blick vermuten lässt.
Fünf Worte, die alles und nichts verraten
„Yes, it is still in development. That’s all I can say.“ Mit diesen Worten bestätigt Saber Interactives Chief Creative Officer Tim Willits gegenüber IGN, dass das Remake noch nicht eingestellt wurde – und liefert damit exakt das Minimum dessen, was die Community hören wollte, ohne auch nur annähernd die Fragen zu beantworten, die seit Jahren im Raum stehen. Kein Gameplay, kein Erscheinungsfenster, keine Andeutung, wann der richtige Zeitpunkt für mehr Informationen gekommen sein könnte. Bereits vor zwei Jahren hieß es, neue Details würden folgen, „wenn die Zeit reif ist.“ Offenbar ist sie das immer noch nicht.
Eine Entwicklungsgeschichte voller Turbulenzen
Wer die Entstehungsgeschichte des Remakes kennt, wundert sich über die anhaltende Stille kaum noch. Die Ankündigung erfolgte 2021, zunächst als zeitexklusiver Titel für die PlayStation 5. Entwickler war damals Aspyr, doch das Projekt soll auf unbestimmte Zeit verschoben worden sein, woraufhin Saber Interactive die Zügel übernahm. Als Saber sich später von der Embracer Group trennte, behielt das Studio die Rechte am Remake – CEO Matthew Karch versicherte damals, das Projekt sei „lebendig und wohlauf“. Seitdem: Schweigen, abgesehen von durchgesickerten Konzeptzeichnungen des Wookiee-Planeten Kashyyyk, die nie offiziell bestätigt wurden. Gerüchten zufolge soll das serbische Studio Mad Head Games, bekannt durch Scars Above, gemeinsam mit oder unter Saber an dem Remake arbeiten. Deren eigene Website erwähnt zwar ein unangekündigtes Projekt auf Basis einer „bekannten und geliebten Marke“ – eine offizielle Bestätigung steht jedoch aus.
Was das Original so unvergesslich macht – und warum das Remake so schwer zu realisieren ist
Star Wars: Knights of the Old Republic gehört zu jenen Spielen, die in Erinnerung bleiben, weil sie weit mehr als ihre Vorlage liefern. Das 2003 erschienene Rollenspiel bot eine narrative Tiefe, moralische Entscheidungsfreiheit und eine Welt, die das Star-Wars-Universum auf eine damals beispiellose Weise auslotete. Ein Remake steht damit unter enormem Erwartungsdruck: Es muss modernen Ansprüchen genügen, ohne die Essenz des Originals zu verwässern. Das ist eine Aufgabe, die selbst erfahrene Studios vor erhebliche Herausforderungen stellt – und erklärt zumindest in Teilen, warum das Projekt so lange braucht.
Ein geistiger Nachfolger als Plan B für ungeduldige Fans
Wer nicht länger auf das Remake warten möchte, hat zumindest eine Alternative in Aussicht: Arcanaut Studios, geleitet von Casey Hudson, dem ehemaligen Mass-Effect-Schöpfer, entwickelt derzeit Star Wars: Fate of the Old Republic – einen spirituellen Nachfolger, der laut Hudson noch vor 2030 erscheinen soll. Das ist kein Trost für alle, die auf das Remake hoffen, aber es zeigt, dass das Interesse an der Ära der Alten Republik im Spielesektor keineswegs erloschen ist. Ob das Remake diesen inoffiziellen Wettlauf gewinnt oder endgültig sang- und klanglos verschwindet, ist eine Frage, die derzeit niemand beantworten kann – Tim Willits eingeschlossen.