Calvin watet durch knöchelhohes Wasser, die Taschenlampe flackert, und irgendwo hinter der nächsten Tür zieht sich etwas Schleimiges über Betonboden. Gut drei Wochen vor dem Release hat Frogwares zwölf Minuten Gameplay via IGN veröffentlicht – und wer gehofft hatte, dass Arkham ein gemütlicher Ausflug wird, hat sich geschnitten. Der erste Teil war ein Detektivspiel im Lovecraft-Kostüm. Der zweite will purer Horror sein. Das Footage zeigt, wie radikal dieser Wechsel ausfällt.
Warum der Wechsel zu Survival-Horror kein Marketing-Gag ist
Der Vorgänger ließ uns noch als Privatdetektiv durch Oakmont streifen, Hinweise sammeln, Zusammenhänge erkennen. Wer den Gameplay-Trailer vom März gesehen hat, wusste bereits, dass Frogwares diesmal anders rangeht. Das neue Footage untermauert das: Calvin ist kein Ermittler mehr, der sich in Bibliotheken festliest – er kämpft sich durch überflutete Korridore, verwaltet Munition und entscheidet, ob der nächste Raum das Risiko wert ist.
Besonders deutlich wird das in der gezeigten Sequenz, in der Calvin versucht, an Fayes Überreste zu gelangen. Kein ruhiges Rätsel, kein Notizbuch – sondern ein Hindernislauf aus Wasser, Kreaturen und verzweigten Pfaden. Frogwares hat den Fokus verschoben, und das Footage macht klar: Das ist kein Spin-off, kein Kompromiss. Das ist ein neues Genre für die Serie.
Was Arkham so ungemütlich macht
Die Stadt heißt nicht mehr Oakmont, sondern Arkham – und die Umbenennung ist Programm. Wo der Vorgänger noch eine offene, erkundbare Welt bot, fühlt sich das hier an wie ein enger, feuchter Schlauch, in dem jede Ecke eine Überraschung bereithält. Die Kreaturen, die uns bereits im Kreaturen-Trailer vorgestellt wurden, sind im Footage zum ersten Mal in Aktion zu sehen.
Und die können was. Eine einzige Berührung reicht, um klar zu machen: Hier hilft kein Wegschauen. Das Inventar-System wirkt aufwendiger als gedacht, das Gunplay überraschend präzise für einen Horrortitel. Was das Footage nicht zeigt: ob die Ressourcen knapp genug sind, um die Spannung zu halten. Aber der Soundtrack tut seinen Job – wer das Video mit Kopfhörern sieht, wird verstehen, warum Immersion hier großgeschrieben wird.
Was bis zum Release noch wichtig ist
Am 18. August ist es so weit – dann erscheint The Sinking City 2 für PC, PS5 und Xbox Series X|S. Der Preis liegt bei fairen 50 Euro, wie wir bereits in unserer Übersicht zu den Editionen festgehalten haben. Wer noch unsicher ist: Auf Steam liegt eine Demo bereit. Frogwares hat das Spiel unter anderem per Kickstarter finanziert, was dem Studio erlaubt hat, den Survival-Horror-Fokus ohne Publisher-Druck durchzuziehen.
Das Footage macht Lust auf mehr – aber es bleibt ein Vorgeschmack. Ob die Mechaniken über zwölf Minuten hinaus tragen, sehen wir erst am Release-Tag.
